Bundesliga: Historisches Derby zieht in den Bann

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Am Sonntag (13.00 Uhr, live in ORF Sport +) steht in der Admiral Frauen-Bundesliga ein historisches Duell auf dem Programm. In der neunten Runde treffen in der Generali Arena Meister Austria und Rapid aufeinander, erstmals im Oberhaus steigt damit das große Wiener Derby. Die Vorfreude ist auf beiden Seiten groß, so erklärte Rapid-Kapitänin Sandrina Haupt im ORF-Interview: „Es wurde Zeit, dass es das bei den Frauen nun auch gibt.“ Wie bei den Männern wird der Auswärtssektor im Stadion am Verteilerkreis allerdings auch leer bleiben.

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Die Favoritinnenrolle liegt klar beim Double-Sieger und CL-Teilnehmer aus Favoriten, der gerade erst am Donnerstag mit einem 1:1 gegen Inter Mailand den ersten Punkt in der Königsklasse eingefahren hat und dabei den Gegentreffer erst in letzter Minute einstecken musste.

Die Enttäuschung ist abgeschüttelt, der Blick richtet sich auf die Premiere: „Das Derby ist eine Institution und einfach das Duell, auf das jeder hinschaut, in Wien sowieso. Da ist eine besondere Spannung drinnen, und wir sind einfach auch megaglücklich, dass es das jetzt auch das erste Mal in dem Jahr für uns gibt", so Austria-Kapitänin Carina Wenninger, die einst von Rapid zur Austria gewechselt war.

Carina Wenninger (Austria Wien)
Austria-Kapitänin Wenninger war für kurze Zeit auch bei Rapid

„Ich bin damals im Guten gegangen“, erinnerte sich die langjährige ÖFB-Teamspielerin, die damals noch einmal den Wunsch hegte, in der Bundesliga zu spielen. „Natürlich kann es auch sein, dass auf der einen oder anderen Ebene auch ein Kommentar kommt“, so die Abwehrfrau, die „Rivalität im positiven Kontext“ schätzt. „Alles, was im Rahmen bleibt, was sportlich an der Grenze ist, gehört bei diesen Spielen dazu.“

„Eine coole Sache für alle Fans des Fußballs“

Auch die Trainer freuen sich. „Eine coole Sache, etwas Besonderes für alle Fans des Fußballs und vor allem für alle Wiener Fans. Und auch für uns wird das ein richtig cooles Spiel werden“, sagte Austria-Coach Stefan Kenesei und sprach von einem „geschichtsträchtigen“ und „besonderen Spiel“ und für sein Team eine „Prestigesache“.

Das gilt auch für ihn selbst als „Austrianer durch und durch“, wie er sich bezeichnete. „Wir können einfach nicht gegen Rapid verlieren, ich will unbedingt gewinnen“, so der 41-Jährige. In der Tabelle ist seine Truppe fünf Punkte hinter dem makellosen Leader St. Pölten Dritter, Rapid rangiert derzeit mit sechs Punkten auf Platz acht. Alles andere als ein Dreier wäre aus Sicht der „Veilchen“ eine Enttäuschung.

„Wir sind Favorit, aber Rapid wird es uns nicht leicht machen. Wir müssen mindestens so hart arbeiten wie gegen Inter“, sagte Kenesei. Seine Torfrau Jasmin Pal wies darauf hin, dass es angesichts der Doppel- bzw. Dreifachbelastung nicht ganz so leicht sei, der klaren Favoritinnenrolle gerecht zu werden. „Wir sehen dem Spiel aber positiv entgegen“, meinte die 30-Jährige.

Entwicklung bei Rapid im Fokus

Rapid ist mit einem Sieg bei je drei Remis und Niederlagen ins Oberhaus gestartet. Die Ziele sind mit denen der Austria nicht vergleichbar, gilt es doch erst mal, in der Liga richtig Fuß zu fassen.

„Ich glaube, dass man einfach ganz realistisch sein muss, dass die Austria schon viel früher dran war als wir und dass sie einen sehr, sehr guten Kader haben, dass sie aktuell eben sehr gut performen. Und wir sind eben Neulinge in der Liga. Wir sind ein sehr junges Team. Wir wollen unser Spiel so aufziehen, wie wir das eigentlich Woche für Woche machen, und müssen uns natürlich auf die Einzelspielerinnen dann noch besonders einstellen", so Rapid-Trainerin Katja Gürtler.

Auswärtssektor bleibt auch bei Frauen leer

Echte Derby-Atmosphäre wird aber nicht aufkommen, da die Hütteldorfer wie in den anderen Bewerben auf die Nutzung des Gästesektors in der Generali Arena verzichten. Es ist eine Folge der Derby-Randale am 15. Februar in der Männer-Bundesliga, nach denen Rapid erklärt hatte, in den kommenden drei Jahren bei Auswärtsderbys das Kartenkontingent für den Gästesektor nicht abzurufen.

Der leere Gästesektor in der Generali Arena
Der Gästesektor in der Generali Arena bleibt auch beim Frauen-Derby leer

Da Rapid-Fans offenbar planten, im neutralen Bereich in Weiß zu erscheinen, entschied sich die Austria, auf einen geschützten Kartenverkauf zu setzen. Erwartet werden rund 2.000 Fans. „Das trübt ein bisschen die Stimmung, weil ich finde, dass das Wiener Frauen-Derby ein Fußballfest für alle sein sollte“, so Kenesei vor dem Derby.