Stand: 08.08.2026, 08:00 Uhr
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Hitze bringt Feigen und Palmen nach Deutschland, doch der Winter setzt Grenzen.
München – Die Hitze und Trockenheit bringen in diesem Sommer mediterranes Flair in deutsche Gärten. Lavendel duftet neben Feigenbäumen, auf Terrassen wachsen Oleander und Oliven. Selbst Palmen halten Einzug. Doch nicht jede Pflanze aus dem Süden kann dauerhaft im Freien bleiben.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.
Ausgewählte Feigensorten überstehen deutsche Winter an geschützten Standorten, wie Versuche der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zeigen. Auch Chinesische Hanfpalmen können im Freiland wachsen, berichtet der Botanische Garten Berlin. Empfindlichere Arten brauchen weiterhin ein frostfreies Quartier.

Hohe Temperaturen und eine längere Vegetationszeit verbessern die Bedingungen für wärmeliebende Pflanzen. In diesem Sommer trägt die wochenlange Trockenheit dazu bei. Viele mediterrane Pflanzen brauchen aber Schutz vor Frost und kaltem Wind sowie einen gut durchlässigen Boden, wie die britische Gartenbaugesellschaft Royal Horticultural Society erklärt.
Feigen erobern deutsche Gärten
Ausgewählte Feigensorten können schon heute dauerhaft im Freiland wachsen. Sie brauchen einen sonnigen und geschützten Platz. Eine Hauswand speichert Wärme und hält kalten Wind ab. Junge Pflanzen benötigen in den ersten Wintern zusätzlichen Schutz.
Wie stark eine kurze Kälteperiode wirken kann, zeigt ein Versuch der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Im Februar 2021 fielen die Temperaturen dort auf minus 17 Grad. Bei fast allen untersuchten Feigen starben die oberirdischen Triebe ab. Später trieben die Pflanzen aus der Basis wieder aus. Reife Früchte lieferten sie in diesem Jahr nicht mehr.
Bei ihren Freilandversuchen setzte die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau auf winterharte, selbstfruchtende Sorten. Ältere, kräftige Triebe verkraften Kälte besser. Längere Perioden unter minus zehn Grad können trotzdem Teile der Pflanze zerstören.
Diese Palme schafft deutsche Winter
Unter den Palmen hat die Chinesische Hanfpalme die besten Aussichten. Sie stammt aus kühleren Gebirgsregionen Asiens und verträgt stärkeren Frost als viele Urlaubspalmen. Der Botanische Garten Berlin pflanzte ältere Exemplare deshalb ins Freie.
Die Hanfpalme braucht einen windgeschützten Standort und einen durchlässigen Boden. Ihr Palmenherz sollte vor Winternässe geschützt werden. Sehr starker Dauerfrost könne die Pflanze dennoch töten, erklärt der Botanische Garten Berlin.
Temperaturangaben von minus 15 Grad bieten keine Garantie. Alter, Standort und Frostdauer beeinflussen die Widerstandskraft. Auch kalter Wind kann die Fächerblätter beschädigen, wie die britische Gartenbaugesellschaft Royal Horticultural Society erläutert. Kanarische Dattelpalmen etwa bleiben deshalb in den meisten deutschen Regionen Kübelpflanzen.
Olivenhaine bleiben ein Risiko
Olivenbäume vertragen etwas Frost. Selbst ältere Exemplare können jedoch unterhalb von minus zehn Grad Schaden nehmen. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt, Oliven bei stärkerem Frost ins Winterquartier zu bringen. Für die meisten deutschen Regionen bleibt der Kübel deshalb die sicherere Lösung.
Auch mediterrane Herkunft bedeutet nicht automatisch einen geringen Wasserbedarf. Oleander benötigt im Sommer viel Wasser und muss hell bei vier bis acht Grad überwintern. Bougainvillea verträgt keine Minustemperaturen. Sie muss vor dem ersten Frost eingeräumt werden, empfiehlt die Bayerische Gartenakademie.
Quellen: Bayerische Gartenakademie, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Botanischer Garten Berlin, Royal Horticultural Society, nif/red.