Stand: 24.08.2026, 14:26 Uhr
Kommentare

Eine umfassende Auswertung von Sterbedaten schlägt Alarm: Flugbegleiter und Piloten weisen die höchste Rate an Todesfällen durch strahlenbedingten Krebs auf.
New York – Das Risiko für strahlenbedingte Krebserkrankungen ist bei Piloten und Kabinenpersonal signifikant höher als in nahezu allen anderen Berufen. Wie das Portal Keralakaumudi.com unter Berufung auf eine umfangreiche Analyse von 12,7 Millionen US-Sterbeakten aus den Jahren 2020 bis 2024 berichtet, belegen Flugbegleiter mit rund 6,9 Prozent und Piloten mit 6,7 Prozent die Spitzenplätze bei Todesfällen durch strahlenassoziierte Tumore. Die Werte wurden um Faktoren wie Alter, Geschlecht, Ethnie und Bildungsstand bereinigt. Der Datensatz umfasste rund 14.000 Piloten und 7.000 Flugbegleiter.
In der Untersuchung wurden gezielt Tumorarten ausgewertet, die mit ionisierender Strahlung in Verbindung gebracht werden, darunter Brustkrebs, Tumore des zentralen Nervensystems, multiples Myelom, Leukämie, Lymphome, Schilddrüsenkrebs, Prostatakrebs und Melanome, berichtet die israelische Nachrichtenwebsite Maariv.
Lungenkrebs wurde bewusst ausgeschlossen, um verfälschende Einflüsse durch Rauchgewohnheiten zu vermeiden. Die Sterblichkeitsrate bei diesen Krebsarten lag laut Angaben des Portals Yasemin bei Kabinenpersonal um 50 Prozent und bei Piloten um 36 Prozent höher als im Durchschnitt anderer Berufe.
Kosmische Strahlung als Ursache
Als Hauptursache gilt die kosmische Strahlung, der das Personal in Reiseflughöhe ausgesetzt ist, wo die Erdatmosphäre weniger Schutz bietet, so Keralakaumudi.com. Die jährliche Dosis für fliegendes Personal wird auf 3 bis 6 Millisievert geschätzt. Zum Vergleich: Passagiere, die zehn Zeitzonen-Hin- und Rückflüge im Jahr absolvieren, kommen auf lediglich etwa 0,4 Millisievert. Damit liegt das fliegende Personal beim durchschnittlichen Strahlungswert sogar deutlich vor Kernkrafttechnikern, die in der Studie auf Rang 12 landeten.
Beobachtungsstudie ohne Kausalitätsbeweis
Die Forscher betonen jedoch, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die keinen direkten ursächlichen Beweis für den Einzelfall liefert, berichtet Keralakaumudi.com. Detaillierte Daten zur individuellen Lebensarbeitszeit-Dosis fehlten. Zudem lassen sich Begleitfaktoren wie unregelmäßige Arbeitszeiten, Jetlag und Schlafmangel nicht vollständig von den Auswirkungen der Strahlung trennen. Bei Krebsarten, die nicht mit Strahlung assoziiert sind, zeigten sich keine auffälligen Abweichungen zu anderen Berufen, ergänzt Maariv.
Forderungen nach besserem Schutz
Aufgrund der Ergebnisse fordern Experten bessere Arbeits- und Strahlenschutzmaßnahmen für die zivile Luftfahrt. Laut Maariv regen Wissenschaftler zudem Früherkennungsuntersuchungen für das Personal an. Die australischen Forscher Catherine M. Olsen und Ken Karipidis riefen laut Yasemin Regulierungsbehörden wie die US-Luftfahrtbehörde FAA zu raschem Handeln auf. Für Passagiere und Vielflieger bestehe hingegen kein vergleichbares Risiko, da ihre Verweildauer in großen Flughöhen um ein Vielfaches geringer ist. (Redaktion)