Hormus-Gebühr von 20 Prozent: Wie Trumps Plan den Preis Ihrer Waren verändern könnte
Stand: 15.07.2026, 08:00 Uhr
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Donald Trump will den Persischen Golf zur Kasse bitten. Wer künftig sicher durch die Straße von Hormus fahren will, soll nach seinen Vorstellungen satte 20 Prozent zahlen.
Washington – Was zunächst wie ein weiterer provokanter Trump-Vorstoß klingt, hätte enorme Folgen für Reedereien, Versicherer und den globalen Handel. Hinter der Idee steckt ein Geschäftsmodell, das militärischen Schutz zur kostenpflichtigen Dienstleistung macht.
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Nach der Ausweitung des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran wächst der Druck auf die internationale Schifffahrt, sichere Passagen durch die Straße von Hormus zu gewährleisten. Genau hier setzt Donald Trump an. In einem Beitrag auf Truth Social erklärte er, die USA würden künftig als „Guardian of the Hormuz Strait“ auftreten und den Schiffsverkehr militärisch absichern.

Kostenlos allerdings nicht. Für den Schutz verlangt Trump eine Gebühr von 20 Prozent auf sämtliche transportierten Waren. Seine Begründung: Die Kosten für die Sicherung der Route sollen nicht länger vom amerikanischen Steuerzahler getragen werden, sondern von denjenigen, die den Schutz nutzen.
Was bedeuten die 20 Prozent überhaupt?
Der entscheidende Knackpunkt: Trump erklärt nicht, worauf sich die 20 Prozent konkret beziehen. Deshalb diskutieren Experten derzeit mehrere mögliche Modelle. Denkbar wäre zunächst, dass die gesamten Kosten für Patrouillen, Stützpunkte und Eskorten zusammengerechnet und anschließend anteilig auf alle begleiteten Schiffe verteilt werden.
Ebenso möglich wäre eine Berechnung auf Basis der tatsächlichen Kosten jeder einzelnen Eskorte. Die dritte und gleichzeitig naheliegendste Variante wäre jedoch deutlich drastischer: 20 Prozent des gesamten Warenwertes an Bord.
Genau darauf deutet Trumps Formulierung „20% on all cargo shipped“ hin. In diesem Fall hätte die Höhe der Gebühr nichts mehr mit den tatsächlichen Einsatzkosten der US Navy zu tun.
Wer zahlt am Ende die Rechnung?
Direkt betroffen wären zunächst die Reedereien beziehungsweise die Unternehmen, die den Transport organisieren und den Geleitschutz buchen. Tatsächlich dürfte die Rechnung aber weitergereicht werden.
Carrier würden die Zusatzkosten als Sicherheitsaufschlag in ihre Frachtraten einbauen, Importeure und Exporteure müssten höhere Transportkosten akzeptieren und letztlich landet die Belastung beim Endkunden. Aus einer militärischen Schutzmaßnahme würde damit ein zusätzlicher Kostenblock entlang der gesamten Lieferkette.
So könnte das System funktionieren
Nach Einschätzung von Experten würde die Eskorte als freiwilliger Service organisiert. Wer sich einem von der US Navy geschützten Konvoi anschließt, zahlt die Gebühr. Wer darauf verzichtet, darf die Meerenge grundsätzlich weiterhin passieren, trägt aber sämtliche Risiken selbst.
Abgerechnet würde die sogenannte Schutzgebühr vermutlich über die Reedereien oder Carrier und als zusätzlicher Posten auf den Frachtpapieren erscheinen – beispielsweise als „Hormuz Protection Fee“. Die US Navy würde gleichzeitig kontrollieren, welche Schiffe tatsächlich unter ihrem Geleitschutz fahren und welche nicht.
Rechtlich eine Grauzone
Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten internationalen Wasserstraßen der Welt. Nach internationalem Seerecht gilt dort grundsätzlich das Recht auf freie Durchfahrt. Zwangsabgaben für die bloße Nutzung gelten als problematisch. Genau deshalb unterscheidet sich Trumps Modell formal von klassischen Mautsystemen.
Die Zahlung wäre nach seiner Vorstellung freiwillig und nur Voraussetzung für den militärischen Schutz, nicht für die eigentliche Passage. Juristen halten ein solches Modell deshalb grundsätzlich für denkbar. Ob andere Staaten diese Konstruktion akzeptieren würden, steht allerdings auf einem völlig anderen Blatt.
Warum 20 Prozent kaum jemand zahlen dürfte
Genau hier beginnt das eigentliche Problem. Übliche Gebühren oder Zuschläge im internationalen Seeverkehr bewegen sich meist nur im Bereich weniger Prozent. Eine Abgabe von 20 Prozent auf den Warenwert wäre dagegen ein gewaltiger Kostenschock. Für viele Reedereien würde das die Gewinnspanne praktisch vollständig auffressen.
Gleichzeitig würden Unternehmen, die den Schutz bezahlen, gegenüber günstigeren Wettbewerbern unter Druck geraten. Hinzu kommt die Rolle der Versicherer. Sollten diese Schiffe ohne US-Eskorte künftig nur noch zu extrem hohen Prämien oder gar nicht mehr versichern, hätten viele Reedereien faktisch keine Wahl mehr. Aus einer freiwilligen Entscheidung würde wirtschaftlicher Zwang.
Zwischen Versicherung und Schutzgeld
Genau deshalb sorgt Trumps Idee für so viel Diskussion. Formal handelt es sich um ein freiwilliges Schutzprogramm der US Navy. Praktisch könnte daraus jedoch ein System entstehen, bei dem wirtschaftlicher Druck die Teilnahme nahezu erzwingt.
Militärischer Geleitschutz, eine Gebühr von 20 Prozent auf den Warenwert und die Kontrolle durch die US Navy würden den internationalen Handel grundlegend verändern. Ob ein solches Modell überhaupt umgesetzt werden kann, ist völlig offen. Klar ist aber schon jetzt: Sollte es Realität werden, wäre es einer der radikalsten Eingriffe in den globalen Schiffsverkehr seit Jahrzehnten.