Huthi bombardieren Saudi-Arabiens Ölfelder – jetzt reist der Mekka-Pakt zu Irans Führung nach Teheran

Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien: Mekka-Pakt schickt Spitzenvertreter zu Gesprächen nach Teheran

Stand: 26.10.2026, 13:24 Uhr

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Vertreter des Mekka-Bündnisses aus Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei kommen zu Beratungen in Teheran zusammen. Wendet sich das Blatt für die Huthis?

Teheran/Riad – Seit Wochen greift die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz Saudi-Arabien an. Das riesige Land in der Mitte der Arabischen Halbinsel hat Mühe, sich gegen die Bombardierungen seiner Ölfelder und zentraler Infrastruktur zu wehren. Die Hoffnung liegt auf dem Mekka-Pakt, einem Verteidigungsbündnis zwischen Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei. Die anhaltenden Angriffe auf Saudi-Arabien stellen das noch junge Bündnis auf die Probe. Am Montag (26. Oktober) soll sich der saudi-arabische Verteidigungsminister in Teheran mit der iranischen Führung und Vertretern des Pakts aus der Türkei und Pakistan treffen.

Die iranische Flagge in Teheran

Die iranische Flagge in Teheran: Die Führung des Landes signalisiert Gesprächsbereitschaft mit den regionalen Nachbarstaaten. (Archivbild) © Michael Gruber/AP/dpa

Das Treffen verkündete der stellvertretende Minister für öffentliche Diplomatie von Saudi-Arabien am Montag auf X, auch Reuters berichtete unter Berufung auf Diplomatenkreise über die Pläne. Demnach sollen der saudi-arabische Verteidigungsminister Prinz Chalid bin Salman, Pakistans Armeechef Feldmarschall Asim Munir sowie der Leiter des türkischen Geheimdienstes MİT, İbrahim Kalın auf Seiten der Mekka-Staaten mit dem Generalsekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Iran, Mohsen Rezaei, verhandeln.

Das „Mecca Joint Defence Agreement“

Unterzeichnung: August 2026 durch Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei.

Beistandsklausel (Artikel 1): Ein bewaffneter Angriff auf einen der Unterzeichnerstaaten wird als Angriff auf alle drei gewertet. Die Staaten verpflichten sich, mit allen erforderlichen Mitteln zur Verteidigung beizutragen.

Ratifizierungsstand: Pakistan hat das Abkommen vollständig ratifiziert; im türkischen Parlament läuft derzeit das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren.

Zielsetzung: Schaffung einer eigenständigen islamisch-regionalen Sicherheitsarchitektur zur gegenseitigen Abschreckung und zum Schutz kritischer Handels- und Seewege.

Hintergrund zu dem Gesprächen des Mekka-Pakts mit Mullah-Regime

Laut dem stellvertretenden Minister für öffentliche Diplomatie erfolgt der Besuch „im Rahmen der fortlaufenden Bemühungen der Staaten des Mekka-Abkommens zur gemeinsamen Verteidigung, eine Deeskalation zwischen den Konfliktparteien der aktuellen Krise herbeizuführen“. Damit stellt der saudi-arabische Minister das Mekka-Bündnis in den Vordergrund und betont dessen Einigkeit. Ziel der Zusammenkunft sei es, eine weitere regionale Eskalation zu verhindern und Mechanismen für mehr Stabilität auszuloten.

Staat / OrganisationVorgesehene Chefunterhändler & FunktionRolle im Sicherheitsgefüge
Saudi-ArabienPrinz Chalid bin Salman (Verteidigungsminister)Schutz der territorialen Integrität und Energieinfrastruktur nach Huthi-Angriffen
PakistanFeldmarschall Asim Munir (Armeechef)Nukleare Schutzmacht des Pakts und Hauptinitiator der diplomatischen Vermittlung
Türkeiİbrahim Kalın (Chef des Geheimdienstes MİT)Strategische Koordination, NATO-Erfahrung und Nachrichtendienst-Austausch
IranAli Baqeri-Kani (Vizesekretär Nationaler Sicherheitsrat)Einbindung regionaler Nachbarn zur Reduzierung westlicher Präsenz

Im Zentrum soll die Eindämmung regionaler Krisenherde stehen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte laut Reuters, die Diskussionen über die Sicherheitslage umfassten unter anderem die Lage in den Palästinensergebieten, im Libanon sowie die Folgen von Militäraktionen der USA und Israels. Ein solches Treffen könne ein erster Schritt sein, um regionale Sicherheitsstrukturen zu schaffen, die auf den Interessen der Anrainerstaaten basieren und externe Einmischung verringern.

Gemeinsame Sicherheitsinteressen und Abwehr externer Einmischung

Auslöser der diplomatischen Bemühungen sind die jüngsten Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen auf saudi-arabisches Staatsgebiet. Die drei Bündnispartner hatten daraufhin im Rahmen ihres gemeinsamen Beistandsabkommens eine beschleunigte Verlegung ihres Militärs zur Unterstützung Saudi-Arabiens vorbereitet. Parallel dazu bemühten sich laut Reuters-Informationen Pakistan und Katar um Vermittlungsgespräche mit der Führung in Teheran. Die beiden Staaten haben bereits zuvor vermittelnde Rollen eingenommen, zuletzt bei Gesprächen zwischen den USA, Israel und Iran zur Beendigung des Iran-Kriegs.

Auch von saudi-arabischer Seite wurde die Bedeutung diplomatischer Kanäle unterstrichen. Rayed Krimly, saudischer Vize-Minister für öffentliche Diplomatie, betonte, die Staaten des Mekka-Pakts seien entschlossen, mit allen Ländern der Region zusammenzuarbeiten, um Sicherheit und Stabilität zu fördern. Zuvor war in Diplomatenkreisen bereits über Annäherungen und einen möglichen Nichtangriffspakt zwischen Saudi-Arabien und Iran debattiert worden. (Quellen: Reuters, Arab News, Dr. Rayed Karimly auf X) (cdz)