„Ich bin Mobbing zum Opfer gefallen“: Lehrerin in Tirol verliert Beruf – wohl wegen aufgespritzter Lippen

Stand: 19.07.2026, 20:50 Uhr

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In Tirol machte eine junge Lehrerin eine schockierende Berufserfahrung. Auf erlebtes Mobbing folgte die Kündigung – trotz Expertise und positivem Feedback.

Innsbruck – Ausgrenzung, Mobbing oder Herausekeln mit System – Diskriminierung am Arbeitsplatz kann viele Gesichter haben. Ebenso wie die Motive, die derlei Vorkommnissen zugrunde liegen: Sei es vermeintlich unzureichende Leistung, seien es physische oder psychische wunde Punkte von Betroffenen, seien es ausländische Herkunft oder die sexuelle Orientierung. 

Obwohl fraglos keiner dieser Aspekte ein Grund für Diskriminierung am Arbeitsplatz sein darf, kommen derartige Fälle immer wieder auf. Und manchmal haben Betroffene gar den Mut, sie an die Öffentlichkeit zu tragen. So nun auch im Falle einer Lehrerin an der Tiroler Fachberufsschule für Ernährung, Schönheit und Chemie in Innsbruck.

Lehrerin entrüstet über ausgebliebene Vertragsverlängerung – trotz viel Expertise und positivem Feedback

Melanie Stanojevic arbeitete zunächst jahrelang als renommierte Kosmetikerin und Expertin in ihrem Fachgebiet. Dann jedoch entschied sie sich für einen beruflichen Neustart und trat einen Posten als Fachlehrerin für Kosmetik und Fußpflege an der Tiroler Fachberufsschule für Ernährung, Schönheit und Chemie an. Doch das neue berufliche Engagement der Junglehrerin endete bereits nach einem Jahr an der Fachberufsschule. 

Denn obwohl Direktor und Schulinspektor jeweils positives Feedback für Stanojevic abgaben, entschieden sich die Verantwortlichen der Tiroler Bildungsdirektion nicht dafür, ihren Vertrag zu verlängern, wie die österreichischen Medien Kronenzeitung und Heute berichteten. Stanojevic selbst ist davon nicht nur überrascht, sondern entrüstet. Sie vermutet, dass sie alt eingesessenen Lehrkräften vermutlich ein Dorn im Auge gewesen sein könnte.

Lippen sind nicht das einzige, woran sich die Kollegen störten

„Ich bin Mobbing zum Opfer gefallen“, benannte die 40-Jährige ihre Erfahrungen gegenüber der Kronenzeitung. Dies führte sie vor allem darauf zurück, dass ihre mit Botox behandelten Lippen bei den Kollegen offenbar nicht gut angekommen seien. Diese wären zu sexualisiert, sei getuschelt worden.

Doch das allein sei noch lange nicht das Ende der Fahnenstange gewesen. Nachdem Stanojevic auf Instagram ein Foto von sich mit Schusswaffe am Arzler Schießstand teilte, sollte dies Folgen für die Lehrerin haben. Ein Screenshot des Fotos wurde schließlich von einer Kollegin an die Tiroler Bildungsdirektion weitergeleitet, da sie sich offenbar bedroht fühlte und gar Personenschutz beantragte.

Nach Jobverlust und Mobbing-Erfahrung ist inzwischen der Bildungsminister informiert

Für Stanojevic zog das gar eine Anzeige wegen angeblichen unbefugten Führens einer Schusswaffe nach sich. Gravierenderes folgte daraus allerdings nicht, wie Stanojevic wissen ließ: „Das Verfahren wurde eingestellt“, erklärte sie. Als die Tiroler Bildungsdirektion den Schulinspektor eigens in Stanojevics Klasse entsandte, konnte dieser – wie auch der Direktor – nur ein allzu positives Urteil über ihre Arbeit feststellen. Denn nicht nur verfügte Stanojevic wegen ihres vorangegangenen Karrierewegs – mitunter als Spa-Leiterin in einem Tiroler Fünf-Sterne-Hotel – über reichlich fachliche Expertise. 

Überdies war sie auch bei ihrer Klasse beliebt und genoss einiges Ansehen. Das äußerte sich etwa in zahlreichen Briefen mit lobenden Worten, die Stanojevic erhielt. Doch die Bildungsdirektion entschied trotzdem gegen Stanojevics Verbleib, sodass die 40-Jährige am Freitag (10. Juli) ihren letzten Arbeitstag an der Tiroler Fachberufsschule für Ernährung, Schönheit und Chemie in Innsbruck absolvierte. Doch Stanojevic hegt eine letzte Hoffnung: Denn sie ist mit ihrem Anliegen inzwischen auch an den Bildungsminister herangetreten. 

Auf eine Merkur-Anfrage reagierte die Tiroler Bildungsdirektion mit einem Verweis auf die institutsinterne Verschwiegenheitspflicht. „Die betroffene Lehrperson hat ein überwiegendes schutzwürdiges Interesse an der Vertraulichkeit personenbezogener Daten, weshalb zu konkreten Personalentscheidungen keine Auskunft erteilt werden kann“, formulierte ein Pressevertreter. „Grundsätzlich werden Entscheidungen über die Begründung, Verlängerung oder Beendigung befristeter Dienstverhältnisse auf Grundlage der geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter fachlicher, dienstrechtlicher und organisatorischer Aspekte getroffen. In den jeweiligen Entscheidungsprozess fließen unterschiedliche Beurteilungsgrundlagen ein“, hieß es seitens der Tiroler Bildungsdirektion weiter. (Quellen: Kronenzeitung, heute.at) (fh)