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„Ich verspüre auf jeden Fall Stolz“ Nach Basketball-WM der Frauen – Emma Eichmeyer zurück im Royals-Alltag
Saarlouis · Für Basketball-Nationalspielerin Emma Eichmeyer beginnt die neue Saison mit den Saarlouis Royals an diesem Donnerstag.
24.09.2026 , 07:45 Uhr
Basketball-Nationalspielerin Emma Eichmeyer (rechts, hier gegen die Spanierin Maria Conde) spielte bei der WM eine gute Rolle im deutschen Team.
Foto: Andreas Gora/dpa/Andreas Gora
Im Vorraum der Großsporthalle in Ensdorf drängen sich die Fans der Saarlouis Royals. Die Trainingseinheit ist vorbei, und die Mannschaft präsentiert sich den Anhängern, knapp 100 dürften es sein – für einen Samstagvormittag eine durchaus stattliche Zahl. Auch die sechs Neuzugänge des Frauenbasketball-Bundesligisten sind am Start, die hier viele zum ersten Mal aus der Nähe sehen.
Emma Eichmeyer nach Basketball-WM wieder in Saarlouis bei den Royals
Handys werden gezückt, Stifte für Autogramme werden weitergegeben, Small Talk wird gehalten. Mitten im Gedränge: Emma Eichmeyer, die Nationalspielerin des BC Saarlouis, die Autogramme schreibt, für Selfies zur Verfügung steht und viel zu erzählen hat. Wie war die Weltmeisterschaft in Berlin? Wie waren diese rauschhaften zehn Tage, an deren Ende Eichmeyer mit Deutschland knapp eine Medaille verpasste?
Wenn Emma Eichmeyer von der WM erzählt, ist sie selbst überrascht, wie schnell aus dem Ausnahmezustand Alltag wurde. „Man schnürt wieder die Schuhe und startet wieder in das nächste Spiel“, sagt sie über den Rhythmus, der sie durch sieben Spiele in anderthalb Wochen lang getragen hat. Körperlich hat sie das Turnier gut weggesteckt, sagt sie: „Ich war natürlich die ersten Tage müde, aber tatsächlich war mehr der mentale Aspekt der größere.“ In der Verdichtung des Turniers blieb kaum Zeit zur Verarbeitung. Erst zu Hause in Saarlouis, beim Auspacken, sei der Kopf nachgekommen. Und nach und nach setzt sich das Erlebte: „Ich verspüre auf jeden Fall Stolz und denke: Was ist da eigentlich in der kurzen Zeit passiert?“
Vom WM-Ausnahmezustand zurück in den Alltag
Zum Nachdenken bleibt allerdings wenig Zeit. An diesem Donnerstag startet Eichmeyer mit den Royals in die Qualifikation für den Europe Cup – mit einer Mannschaft, die zur Hälfte neu zusammengestellt wurde und die sie selbst erst seit wenigen Tagen richtig kennt. Vergangenen Freitag ist sie komplett eingestiegen, ein Testspiel beim belgischen Eurocup-Teilnehmer Namur Capitale (70:64 für die Royals) hat sie mitgemacht, ein weiteres von draußen gesehen. Ein abschließendes Urteil mag sie nicht abgeben – ein Gefühl für das Team hat sie trotzdem. „Wir sind auf jeden Fall jung und extrem lernhungrig. Man merkt: Wir wollen es unbedingt gut machen und vor allem besser werden als Team.“ Positiv aufgefallen ist ihr vor allem die Breite des Kaders: „Da gab es keine Spielerin, die die Hälfte der Punkte gemacht hat und der Rest weniger, sondern es konnte zu jeder Phase wer anderes aufspielen.“
Saarlouis Royals: Eichmeyer teilt sich das Kapitänsamt
Ihre eigene Rolle beschreibt sie unspektakulärer, als es die WM-Wochen vermuten lassen. Mehr Verantwortung als zuvor spüre sie nicht: „Ich hab schon letztes Jahr viel Verantwortung gespürt und wollte das Team weiterführen und auch erfolgreich führen.“ Neu ist das Amt: Eichmeyer wird Kapitänin – aber nicht allein, sondern gemeinsam mit Elina Koskimies.
Auf dem Spielbogen steht ihr Name, auf und abseits des Feldes teilen sich die beiden die Aufgabe. Eichmeyer hält das für eine gute Entscheidung, schon weil Elina die Vorbereitung ohne sie geführt hat: „Ich finde es eh immer gut, wenn man zwei Ansprechpartner in der Mannschaft hat.“ Und: „Sie verkörpert genau das, was wir im Team haben wollen – Ehrgeiz, Kampfgeist und Professionalität.“
Die Vereinsverantwortlichen werden nicht müde, den Wert der WM-Wochen zu betonen, und der Stolz auf die WM-Teilnehmerin ist allerorts zu spüren. Herrmann Paar, der sportliche Leiter der Royals, sagt zu Eichmeyer: „Vierter Platz bei der WM, immer in der Starting Five gestanden – mehr kann man nicht wollen.“ Paar hofft, dass der WM-Hype auch ein bisschen auf die Bundesliga-Saison der Royals abstrahlt. Mit Blick auf das Eurocup-Duell mit Genf ist das Ziel klar formuliert. „Im Europapokal wollen wir eindeutig die Gruppenphase erreichen“, sagt Paar. Und dort dann bestehen – „einfach diesen nächsten Schritt machen, mal ein oder zwei Spiele in der Gruppenphase ziehen zu können“, sagt Paar. In der vergangenen Saison verloren die Saarlouiserinnen alle ihre sechs Spiele.
Mit WM-Erfahrung in den nächsten Schritt
Dass Siege aber keine Träumerei sind, leitet Paar aus dem Vorjahr ab. Im Auftaktspiel gegen Konut Emlak aus Istanbul, ein Team, das nun in der höheren Euroleague spielt, sei man nah dran gewesen. Nun muss Genf geschlagen werden – mit einer neuen Mannschaft, angeführt von einer Emma Eichmeyer, die weiß, was es heißt, gegen internationale Topspielerinnen zu bestehen.