Ihre Fragen zum Altersvorsorge-Depot: Lohnt es sich für Sie?

Stand: 23.08.2026, 08:30 Uhr

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Lohnt sich das AV-Depot mit Ü50 noch? Was können Sie mit einem bestehenden Riester-Vertrag machen? Wir beantworten die Fragen aus der Finanztip Community.

Das Altersvorsorge-Depot wirft noch viele Fragen auf – bei Ihnen in der Finanztip-Community, aber auch ganz grundsätzlich. Denn noch sind nicht alle Details der staatlichen Regelung geklärt. Lohnt sich das Depot auch noch mit Ü50? Was machen Sie mit Ihrem Riester-Vertrag? Und warum sollten Sie überhaupt ein Altersvorsorge-Depot wählen, wenn Sie auch selbst einen ETF besparen können?

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Dieser Artikel liegt IPPEN.MEDIA im Zuge einer Kooperation mit Finanztip, Deutschlands führendem Geldratgeber, vor – das Original zu diesem Beitrag „Eure Fragen zum Altersvorsorge-Depot: Lohnt es sich für Dich? stammt aus dem wöchentlichen Finanztip Newsletter vom 14. August 2026.

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Mehr als 5.400 von Ihnen haben bei unserer Umfrage mitgemacht und uns über 80 unterschiedliche Fragen geschickt. Wir beantworten hier die häufigsten:

Zu sehen ist der Antrag auf Riesterrente und Geldmünzen.

Lohnt sich das Altersvorsorge-Depot auch mit Ü50 oder bei Riester? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu Förderung, Steuern und Wechsel. ©  IMAGO / suedraumfoto

1. Lohnt sich das Altersvorsorge-Depot kurz vor der Rente noch?

Sie sind Ü55 oder Ü60 und haben nur noch drei, fünf oder zehn Jahre bis zur Rente? Dann kann sich das AV-Depot trotzdem noch lohnen. Entscheidend ist dabei nicht unbedingt, ob Sie in der kurzen Zeit noch eine hohe Rendite bekommen. Sondern die staatliche Förderung.

Wollen Sie dafür nicht mehr das volle Börsenrisiko eingehen, könnten Sie Ihr Geld im AV-Depot zum Beispiel in einen Geldmarktfonds stecken. Damit sind zwar keine großen Renditesprünge zu erwarten. Dafür schwankt die Anlage deutlich weniger als ein Aktien-ETF – und Sie könnten trotzdem von den Zulagen profitieren.

Denken Sie an diese Regelung

Zusätzlich könnte die sogenannte Kleinbetragsrentenregelung interessant sein. Sie greift nach aktueller Regelung, wenn Ihre spätere Monatsrente aus dem AV-Depot höchstens 1,5 Prozent der monatlichen Bezugsgröße beträgt; auf Basis der Werte für 2026 wären das 59,33 Euro im Monat.

Dann könnten Sie sich das gesamte angesparte Geld zu Beginn der Auszahlungsphase auf einen Schlag auszahlen lassen, statt eine laufende Rente zu bekommen. Ganz sicher ist allerdings noch nicht, wie einfach Ältere tatsächlich an ein AV-Depot kommen werden. Aus der alten Riester-Welt kennen wir das Problem, dass Anbieter ab einem bestimmten Alter teilweise gar keine Verträge mehr angeboten haben, weil sich das Geschäft für sie nicht lohnte.

Nach dem bisherigen Stand sind für das neue AV-Depot zwar keine solchen Altersgrenzen geplant. Das heißt aber noch nicht, dass Anbieter älteren Interessenten tatsächlich genauso leicht ein Angebot machen werden.

Wann ein Aktien-ETF in Frage kommt

Haben Sie noch einige Jahre bis zur Rente und möchten stärker auf Rendite setzen, kommt auch ein Aktien-ETF infrage. Dann sollten Sie aber bedenken, dass Sie zum Rentenbeginn nicht direkt auf das Geld angewiesen sein sollten. Es eignet sich eher für später in der Rente, damit Sie mögliche Kursverluste länger aussitzen können. Mit unserem Altersvorsorgedepot-Rechner können Sie durchspielen, wie sich Förderung, Kosten und Rendite auf Ihr Vermögen bis zum Ruhestand auswirken.

Unser Rat: Schreiben Sie das AV-Depot nicht allein wegen Ihres Alters ab. Gerade kurz vor der Rente kann es interessant sein, noch die Förderung mitzunehmen und das Geld dabei eher risikoarm anzulegen. Prüfen Sie aber, ob Sie tatsächlich ein passendes Angebot bekommen und welche Auszahlungsregeln für Sie gelten.

2. Warum AV-Depot, wenn ich einfach selbst einen ETF besparen kann?

Der Einwand ist berechtigt: Mit einem normalen ETF-Depot sind Sie flexibler. Bei diesem können Sie an jedem Börsentag verkaufen. Ein Altersvorsorgedepot können Sie mit einer Frist von drei Monaten zum Quartalsende kündigen.

Sie können also ran an das Geld im Altersvorsorgedepot, aber nur auf Sicht von einigen Monaten. Wenn Sie es kündigen, werden Ihnen die Zulagen und die Steuervorteile wieder abgezogen – diese hätten Sie aber nie gehabt, wenn Sie von vorneherein auf ein Altersvorsorgedepot verzichtet hätten.

Sie können beides machen: Depot plus AV-Depot

Und es muss kein Entweder-oder sein: Ein normales ETF-Depot kann neben dem AV-Depot ein flexibler Baustein Ihrer Altersvorsorge bleiben. Wenn Sie schon jetzt loslegen möchten, können Sie über unseren Depot-Vergleich ein passendes Wertpapierdepot suchen. Das AV-Depot selbst können Sie erst ab Januar 2027 eröffnen.

Wir empfehlen dafür ETFs auf einen weltweiten Aktienindex, zum Beispiel den State Street SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66), den Vanguard FTSE All World (IE00B3RBWM25) oder den iShares MSCI ACWI (IE00B6R52259).

Unser Rat: Wenn Sie bereits einen ETF-Sparplan haben, lohnt es sich fast immer, bis zu 150 Euro im Monat auf ein Altersvorsorgedepot zu schieben. Ihnen sollte bewusst sein, dass es ein paar Monate dauert, falls Sie an das Geld vorzeitig ranwollen.

3. Muss ich auf das Altersvorsorge-Depot später Steuern zahlen?

Ja. Dafür bekommen Sie steuerliche Vorteile während der Ansparphase: Einzahlungen bis 1.800 Euro plus Zulagen können Sie über den Sonderausgabenabzug in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Sie zahlen also vereinfacht gesagt aus Ihrem Brutto ein. Die Besteuerung ist einer der wichtigsten Unterschiede zwischen dem AV-Depot und einem normalen ETF-Depot.

Beim AV-Depot wird die spätere Auszahlung komplett mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert – also Einzahlungen, Förderung und erzielte Gewinne.

So wird Ihr normales Depot besteuert

Beim normalen ETF-Depot werden dagegen nur die Gewinne besteuert. Darauf fallen in der Regel 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an.

Bei Aktien-ETFs müssen Sie außerdem nur 70 Prozent der Gewinne durch die sog. Teilfreistellung versteuern. Macht einen Steuersatz von ca. 18,5 Prozent.

Wie die Regeln für das AV-Depot funktionieren und was in der Auszahlphase passiert, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Altersvorsorgedepot.

Unser Rat: Schauen Sie nicht nur darauf, wie viel Steuer Sie später zahlen. Entscheidend ist das Gesamtpaket aus Förderung, Steuervorteilen, Kosten und Auszahlung. Genau dafür können Sie unseren AV-Depot-Rechner nutzen.

Setzen Sie außerdem auf ein günstiges Wertpapierdepot mit guten Leistungen und sparen Sie hier Geld, z. B. bei unserer Preis-Leistungs-Empfehlung Traders Place*. Sehr niedrige Gebühren bekommen Sie auch bei Smartbroker+, Finanzen.net Zero, Scalable Capital (Free Broker), Comdirect Pure, Trade Republic und Flatex.

4. Was ist, wenn der Staat die Regeln später wieder ändert?

Diese Sorge können wir verstehen. Schließlich legen Sie Ihr Geld für viele Jahre oder sogar Jahrzehnte fürs Alter an. Niemand kann Ihnen garantieren, dass Steuerregeln und andere gesetzliche Rahmenbedingungen in 20 oder 30 Jahren noch genauso aussehen wie heute.

Das gilt aber nicht nur fürs AV-Depot, sondern grundsätzlich auch für andere Anlagen: Der Staat könnte zum Beispiel auch die Kapitalertragsteuer auf normale ETF-Depots erhöhen.

Neue Regeln gelten nicht automatisch für alte Verträge

Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass für bestehende AV-Depots ein Bestandsschutz gelten würde, falls der Staat die Regeln später ändert. Das kennen wir schon aus der Vergangenheit: etwa von der Änderung bei Lebensversicherungen 2004 oder heute bei alten Riester-Verträgen. Neue Regeln gelten dann nicht automatisch genauso für alte Verträge.

Dazu kommt: Bereits ausgezahlte Zulagen oder gewährte Steuervorteile kann der Staat nicht ohne Weiteres wieder zurückholen. Eigentum ist außerdem durch Artikel 14 des Grundgesetzes geschützt.

Ganz einfach gesagt: Was Ihnen gehört, kann Ihnen der Staat nicht einfach wieder wegnehmen. Das heißt zwar nicht, dass Regeln für die Zukunft niemals geändert werden können. Für bestehende Verträge spricht aber einiges für einen Bestandsschutz.

Und was ist, wenn der Anbieter etwas ändert?

Dann sind Sie weniger abhängig: Verschlechtert eine Bank, ein Broker oder eine Versicherung die Konditionen, können Sie grundsätzlich prüfen, ob sich ein Wechsel zu einem anderen Anbieter lohnt.

Trotzdem gilt: Staatliche Förderung macht ein Produkt nicht automatisch gut – das hat Riester gezeigt. Kosten, komplizierte Regeln und geringe Flexibilität können eine Altersvorsorge unattraktiv machen.

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Sobald es AV-Depots gibt, prüfen wir sie für Sie

Deshalb schauen wir beim AV-Depot nicht nur auf die Förderung, sondern auch auf die konkreten Angebote. Sobald die ersten AV-Depots auf dem Markt sind, werden wir sie für Sie prüfen.

Unser Rat: Sie werden sich nicht dauerhaft auf ein bestimmtes AV-Depot festlegen müssen. Wenn später ein besseres oder günstigeres Angebot auf den Markt kommt, werden Sie den Anbieter wechseln können. Wir halten Sie auf dem Laufenden, wenn es wichtige Gründe gibt zu wechseln.

Wir empfehlen Ihnen dafür ETFs auf einen weltweiten Aktienindex, zum Beispiel den State Street SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66), den Vanguard FTSE All World (IE00B3RBWM25) oder den iShares MSCI ACWI (IE00B6R52259).

5. Soll ich meinen Riester-Vertrag ins AV-Depot übertragen?

Das ist für viele von Ihnen eine der wichtigsten Fragen. Unsere Antwort ist inzwischen ziemlich konkret: Kündigen Sie Ihren Riester-Vertrag jetzt nicht vorschnell.

Wir raten Ihnen dazu, wegen der Reform weder zu kündigen noch voreilig den Anbieter zu wechseln. Wenn Sie unzufrieden sind, kann eine Beitragsfreistellung eine Alternative sein.

Prüfen Sie ab 2027, ob sich ein Wechsel lohnt

Ab 2027 können Sie dann prüfen, ob sich der Wechsel ins AV-Depot für Sie lohnt. Und Sie müssen Ihr Riester-Guthaben nicht sofort übertragen – ein Wechsel soll auch später möglich sein.

Was für Sie besser ist, hängt unter anderem davon ab, wie viel Sie bisher in Riester einzahlen und welche Konditionen Ihr Vertrag hat. Unser Rechner „Altersvorsorgedepot oder Riester?“ hilft Ihnen beim Vergleich.

Kurz vor der Auszahlphase? Das müssen Sie beachten

Stehen Sie kurz vor der Riester-Auszahlphase, sollten Sie besonders genau hinschauen. Finanztip empfiehlt aktuell, wenn es für Sie finanziell machbar ist, mit dem Wechsel in die Auszahlphase bis nach der Reform zu warten. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Riester kündigen oder wechseln.

Unser Rat: Nichts überstürzen. Erst Ihren bestehenden Vertrag prüfen und dann ausrechnen, ob Ihnen ein Wechsel tatsächlich mehr bringt.

Und wann können Sie loslegen?

Das neue Altersvorsorge-Depot können Sie ab Januar 2027 eröffnen. Bis dahin können Sie sich schon vorbereiten: Mit unserem Altersvorsorgedepot-Rechner finden Sie raus, wie viel Förderung für Sie drin sein kann und welchen Unterschied Kosten und Rendite machen. Alle Regeln, Vor- und Nachteile sowie Antworten zur Auszahlung und zum Riester-Wechsel finden Sie außerdem in unserem Ratgeber zum Altersvorsorge-Depot.