Imam geschockt – „Rote Linie ist überschritten“

Stand: 31.07.2026, 13:36 Uhr

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Das Hinweisschild auf das Freitagsgebet in der Penzberger Moschee wurde beschmiert und mit dem Logo der Kleinpartei „Der III. Weg“ beklebt. © privat

Unbekannte haben das Hinweisschild auf das Freitagsgebet in der Penzberger Moschee am Ortseingang von Penzberg beschmiert und mit dem Logo der als rechtsextrem und neonazistisch eingestuften Kleinpartei „Der III. Weg“ beklebt.

Penzberg – Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mitteilt, hätten Beamte der Polizeiinspektion Penzberg am Freitagmorgen, 31. Juli, gegen 6.45 Uhr festgestellt, dass das Hinweisschild an dem Gottesdienstanzeiger in der Seeshaupter Straße durch einen oder mehrere bislang Unbekannte mit Schmierschriften beschädigt wurde. Das Hinweisschild sei von der Polizei sichergestellt worden. Mehr könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, so ein Polizeisprecher auf Nachfrage. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Weilheim zu der Sachbeschädigung liefen.

Imam sichtlich betroffen

Imam Benjamin Idriz zeigte sich gestern sichtlich betroffen von den erneuten Schmierereien. Denn bereits kurz nachdem das Hinweisschild vor etwa zehn Tagen aufgestellt worden war (wir berichteten), war es zum ersten Mal mit schwarzer Farbe verunstaltet worden. Dieses Mal jedoch wurde es auch noch mit dem Logo der rechtsextremen Kleinpartei „Der III. Weg“ beklebt. „Damit ist wirklich die rote Linie überschritten“, sagte Idriz. Es sei eindeutig, wer für die Sachbeschädigung verantwortlich zu machen sei. „Und das sollte alle Menschen empören.“ Anscheinend gebe es in Penzberg Menschen, die die Anhänger des „III. Wegs“ unterstützen. Denn er könne sich nicht vorstellen, dass Ortsfremde die Tat alleine verübt haben. „Das ist nicht mehr nur eine Schmiererei. Das ist eindeutig eine Botschaft, dass `Der II. Weg` hier präsent ist.“ Ihm persönlich mache das Angst. Es sei nun die Aufgabe der Stadtgesellschaft ihre Stimme dagegen zu erheben.

Schild soll gesäubert und wieder aufgehängt werden

„Traurig und verärgert“ ist Bürgermeister Thomas Kopf über den Vorfall. Er glaubt aber nicht, dass Bürger der Stadt dafür verantwortlich sind, denn: „Wir pflegen hier den Austausch der Kulturen.“ Die Täter suchten aber keinen Dialog, sondern die Konfrontation. Nachgeben werde man diesem Druck nicht. Sobald die Polizei das Hinweisschild nicht mehr brauche, werde man es reinigen lassen und dann wieder aufhängen.

Polizei bittet um Hinweise

Wer hat am Freitag, 31. Juli, zwischen 1.50 und 6.45 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Seeshaupter Straße in Penzberg beobachtet hat, soll sich bei der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim unter der Telefonnummer 0881/6400 melden.