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In der Bahnhofstraße „Waren nie happy in Saarbrücken“ – so erklärt der Chef das Ende von „Schuhmarke“
Saarbrücken · Nach 26 Jahren ist Schluss: Schuhmarke verlässt die Saarbrücker Innenstadt. Das sagt der Chef zu den Gründen für das Ende.
07.08.2026 , 07:11 Uhr
Das Geschäft in der Saarbrücker Bahnhofstraße.
Foto: Thomas Schäfer
Dass viele Menschen Schuhe inzwischen lieber online kaufen, als in einen Laden in der Innenstadt zu gehen, ist keine neue Erkenntnis. In Saarbrücken haben das in den vergangenen Jahren unter anderem die Geschäfte „Görtz 17" in der Bahnhofstraße und „Ara" am St. Johanner Markt leidvoll zu spüren bekommen. Nun zieht ein weiteres Schuhgeschäft einen Schlussstrich unter das Kapitel Saarbrücken City.
Das Hauensteiner Unternehmen „Schuhmarke", seit dem Jahr 2000 in der City vertreten, schließt seine Filiale in der Bahnhofstraße 32. Und zwar nicht irgendwann in den nächsten Monaten, sondern sehr, sehr zügig: Bereits an diesem Samstag, 8. August, ist der letzte Verkaufstag. Im Schaufenster ist zwar nur von einem „Saison-Räumungsverkauf" die Rede und von Rabatten von bis zu 50 Prozent auf Markenschuhe. Die Wahrheit aber lautet: Es ist vorbei.
Dieses Plakat hängt im Schaufenster.
Foto: Thomas Schäfer
Wäre es nach „Schuhmarke"-Geschäftsführer Mike Marke gegangen (der Mann heißt wirklich so), wäre die Filiale schon längst geschlossen. Schon vor fünf Jahren sei ihm bewusst gewesen, dass man den Laden in der saarländischen Landeshauptstadt nicht mehr fortführen werde. „Ja, so lange wissen wir es schon", sagt Marke: „Wir haben nur darauf gewartet, bis der Mietvertrag endlich ausläuft. Wir waren noch nie happy an dem Standort in Saarbrücken. Das muss man so sagen."
Als dann vom neuen Eigentümer der Immobilie noch höhere Mieten für den „ohnehin schon immer sehr, sehr teuren Standort" verlangt wurden, sei der Spaß endgültig vorbei gewesen. Wobei Marke glaubt, dass die wenigsten Händler in der Innenstadt von Saarbrücken Spaß hätten, „weil die Mieten ja doch alle sehr, sehr hoch sind". Die Mieterhöhungen jedenfalls hätten Schuhmarke „erst recht das Genick gebrochen". Hätte es ein Entgegenkommen des Vermieters gegeben, hätte es womöglich doch irgendwie weitergehen können, vielleicht in einem etwas kleineren Rahmen.
Jetzt also das Aus nach über 26 Jahren. Mike Marke hat noch den Tag der Eröffnung parat, es war seinen Worten nach der 8. Mai 2000, ein Montag. Im Laufe der Zeit habe sich Saarbrücken – wie andere Städte auch – „verändert". Marke sagt klar: „Die Innenstädte verlieren, das ist nun mal so." Wobei er auch kritisiert: „Die Stadtväter haben es uns auch nie leicht gemacht, muss man auch sagen." Irgendwann habe sein Geschäft keine Ware mehr vor die Tür stellen dürfen, dabei sei der Laden ohnehin nicht ganz so leicht zu finden gewesen aufgrund des eher kleinen Eingangs unter den Arkaden. „Wer uns kannte, hat den Weg reingefunden in dieses kleine Mauseloch", viele Kunden seiner Ansicht nach aber auch nicht. Die Buden des Weihnachtsmarktes hätten die Sache dann am Ende des Jahres immer noch schlimmer gemacht.
In diesen Städten im Saarland gibt es das Geschäft weiterhin
Geschäftsführer Marke räumt ein, dass das Geschäft mit Schuhen generell schwieriger geworden sei. So habe die Schuhmarke in den vergangenen Jahren sechs ihrer einst 20 Filialen absperren müssen, Saarbrücken wird die siebte mit diesem Schicksal: „Wir merken natürlich, dass generell die Fachmarktkonzepte auf der grünen Wiese für uns einfacher sind. Die Mietbelastungen sind dort wesentlich geringer, und die Kunden erfreuen sich an kostenlosen Parkplätzen."
Einen solchen Standort habe man sich prinzipiell auch in Saarbrücken vorstellen können, es sei dann nichts daraus geworden.
Dem Saarland bleibt die Schuhmarke auch nach dem Ende in Saarbrücken erhalten – im Saarpark-Center Neunkirchen, in Saarlouis auf dem Röderberg und in Bous. (jos)
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