Stand: 01.08.2026, 07:21 Uhr
Das US-Militär könnte den Iran noch an diesem Wochenende erneut angreifen. Teheran warnt US-Präsident Trump vor einem solchen Schritt.
Washington, DC/Teheran – Stehen die nächsten Angriffe der USA auf den Iran unmittelbar bevor? Donald Trump hat dem Mullah-Regime im Iran jedenfalls erneut mit massiven Militärschlägen gedroht. Man werde den Iran „sehr hart treffen“, sagte der US-Präsident bei einer Kabinettssitzung in der Präsidentenresidenz Camp David. Schon ein paar Tage zuvor hatte Trump gedroht, man werde die iranische Führung „windelweich prügeln“.

Nach US-Medienberichten soll der Beginn einer großen Angriffswelle auf den Iran unmittelbar bevorstehen. Dem Wall Street Journal zufolge soll Trump bereits neue und mehrtägige Angriffe befohlen haben; allerdings könnte er seine Meinung bis zur letzten Minute noch ändern. Unterdessen berichtete CBS News, dass die Angriffe bereits an diesem Wochenende beginnen und auch iranische Infrastruktur oder Energieanlagen zum Ziel haben könnten. Auch Israel könnte demnach wieder in den Krieg einsteigen.
Iran-Krieg vor Eskalation? Teheran droht mit Gegenschlägen
Angesichts der Medienberichte drohte der Iran umgehend mit Gegenschlägen auf Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Israel und den Golfstaaten. Das berichteten die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Trump-Regierung müsste sich bewusst sein, dass Energieanlagen von weltweiter Bedeutung in Saudi-Arabien und in Katar innerhalb der Reichweite iranischer Raketen lägen, hieß es bei Fars weiter. Auch Anlagen in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden genannt.
Das Problem für Trump liegt dabei auf der Hand: Sollten dem Iran neue Schläge auf die Energieinfrastruktur der Golfstaaten gelingen, dürften die Weltmarktpreise für Öl und Gas weiter steigen. Angesichts der bevorstehenden Midterms in den USA ist dies für das Mullah-Regime in Teheran ein echtes Druckmittel gegen den US-Präsidenten und dessen Republikaner.
Experte ist überzeugt: Neue Angriffe im Iran-Krieg dürften Teheran nicht in die Knie zwingen
Eine Frage ist entscheidend: Kann Trump das Mullah-Regime mit weiteren Militärschlägen in die Knie zwingen? Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz ist skeptisch: Auch neue US-Angriffe auf Irans zivile und wirtschaftliche Infrastruktur dürften die Machthaber in Teheran nicht zum Einlenken bewegen, schrieb er auf X. Mit Blick auf mögliche Gegenangriffe auf Ziele in den Golfstaaten schrieb er weiter: „Iran wird sicherlich heftige wirtschaftliche Schäden erleiden, aber es ist genauso wahrscheinlich, dass der Iran im Gegenzug die Kosten für seine Gegner erhöhen wird.“
Auch werde der Iran als Druckmittel die Straße von Hormus weiter kontrollieren und über seine Verbündeten im Jemen, die Huthi-Miliz, den Druck auf die Meerenge Bab al-Mandab am Eingang des Roten Meeres verstärken. „Es gibt keine militärische Wunderwaffe für die Herausforderung, die der Iran darstellt“, so Citrinowicz.
Iran-Krieg: Frieden weiter nicht in Sicht
Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem vollständigen Friedensvertrag führen sollte. Mitte Juli nahmen die USA die Angriffe aber wieder auf. Der Iran attackierte daraufhin erneut Ziele in Ländern der Region.
Die für den Seehandel mit Öl und Gas wichtige Straße von Hormus ist weitgehend blockiert, seit die USA und Israel Ende Februar den Krieg gegen den Iran begonnen hatten. Der Iran hatte zuletzt mehrfach Schiffe daran gehindert, nahe der Küste des Oman durch die Meerenge zu fahren. Teheran versucht mit seinem Vorgehen, Schiffe zur Nutzung iranischer Gewässer und zur Zahlung für eine sichere Durchfahrt zu zwingen. (Quellen: AFP, dpa) (cs)