Irankrieg: Schifffahrtsbehörde meldet mehrere brennende Schiffe in der Golfregion

Sophia Boddenberg

Sophia Boddenberg

USA sanktionieren zweitgrößte Bank Russlands

Die USA verhängen im Rahmen ihres verstärkten wirtschaftlichen Drucks auf den Iran Sanktionen gegen die zweitgrößte Bank Russlands. Die VTB Bank habe dem Iran dabei geholfen, Sanktionen zu umgehen und Terrorismus zu finanzieren, begründete der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, den Schritt auf der Plattform X. Sie habe Niederlassungen im Iran eröffnet, Beziehungen zu sanktionierten iranischen Banken gepflegt und iranische Vermögenswerte in Milliardenhöhe transferiert, so lautet der Vorwurf.

Die VTB (Wneschtorgbank) ist nach der Sberbank die zweitgrößte Bank Russlands. Die 1990 gegründete Außenhandelsbank befindet sich mehrheitlich im Staatsbesitz. Durch die US-Maßnahmen werden sämtliche Vermögenswerte der VTB in den Vereinigten Staaten gesperrt und Geschäfte mit den sanktionierten Unternehmen untersagt.

Tom-Luca Freund

Tom-Luca Freund

Öltanker nach iranischen Angaben in der Straße von Hormus explodiert – USA widersprechen

In der Straße von Hormus ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarde ein Öltanker auf eine Seemine gefahren und explodiert. Der Tanker El Gaia sei auf der vom Iran verminten südlichen Route durch die Meerenge unterwegs gewesen, berichtete der staatliche Rundfunk Irib unter Berufung auf die Revolutionsgarde. Das gesamte Schiff sei nach der Detonation der Mine in Flammen aufgegangen.

»Die Straße von Hormus ist geschlossen und bleibt unter unserer Kontrolle«, teilte die Marineführung der Revolutionsgarde mit. Sie habe zuvor vor dem Befahren der südlichen Route gewarnt. Die Marine hat die südliche Passage vermint, lediglich eine nördliche Route entlang der iranischen Küste für sicher erklärt und verlangt Gebühren für die Durchfahrt.

Das US-Militär wies die Darstellung der Revolutionsgarde zurück. El Gaia sei vielmehr bereits im vergangenen Monat von einer iranischen Rakete getroffen worden, teilte das für die Region zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte (Centcom) mit. Am Wochenende habe der Iran das Schiff dann vor der Küste des Omans erneut mit einer Drohne angegriffen. Gegenwärtig werde der manövrierunfähige Tanker von einem regionalen Partner abgeschleppt.

Lennart Jerke

Lennart Jerke

Bundesregierung rechnet nicht mit Engpässen in Ölversorgung

Trotz der sich weiter zuspitzenden Lage im Nahen Osten geht das Bundeswirtschaftsministerium nicht von negativen Einflüssen auf die Energieversorgung in Deutschland aus. »Engpässe sind hier ⁠derzeit nicht zu erwarten«, sagt eine Ministeriumssprecherin. Die Bundesrepublik beziehe weder Gas noch LNG oder Öl über die von der Huthi-Miliz kontrollierten Meerenge Bab al-Mandab.

Man beobachte die Preisentwicklung bei Diesel und Benzin jedoch mit großer Sorge, sagte ein weiterer Regierungssprecher. Diese Entwicklung sei aber allein auf geopolitische Faktoren zurückzuführen.

Isabelle Daniel

Isabelle Daniel

Iranischer Atomchef nicht bei IAEA-Tagung in Wien

Die Jahrestagung der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA in Wien findet ohne die iranische Delegation statt. Berichten iranischer Staatsmedien zufolge befand sich der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammed Eslami, am Wochenende zwar bereits auf dem Weg nach Wien. Er sei jedoch »wegen Hindernissen durch die USA aufgehalten« worden und bereits wieder nach Teheran zurückgekehrt.

Auch aus diplomatischen Kreisen in Wien verlautete, dass Eslami die Einreise nach Österreich auf Drängen der USA verweigert worden sei. Das iranische Außenministerium bestellte den österreichischen Botschafter ein, um gegen diese Entscheidung zu protestieren.

Die IAEA-Jahrestagung dauert noch bis Freitag. Der Iran gehört der UN-Organisation offiziell an, das Regime verweigert Inspektoren der IAEA jedoch regelmäßig den vollen Zugang zu den iranischen Atomanlagen. Vertreter der IAEA kritisieren zudem immer wieder die Menge an hoch angereichertem Uran im Iran.

Lennart Jerke

Lennart Jerke

Huthis weiten Angriffe und Kontrolle aus

Die jemenitische Huthi-Miliz hat die Angriffe auf Saudi-Arabien sowie ihre Kontrolle über die Bab-al-Mandab-Meerenge offenbar ausgeweitet. Huthi-Sprecher Yahya Saree teilte mit, man habe einen großangelegten Angriff auf den König-Khalid-Luftstützpunkt in Chamis Muschait ausgeführt. Er sprach von Vergeltung für saudische Angriffe auf Stellungen der Miliz im Jemen am Wochenende.

Bei dem Angriff seien Dutzende ballistische Raketen und Drohnen eingesetzt worden, sagte Saree. Dabei habe man auf Hangars, Radarsysteme und Munitionsdepots gezielt. Al-Jazeera berichtete von erheblichen Schäden, die durch die Angriffe verursacht worden seien. Eine offizielle Mitteilung Saudi-Arabiens liegt bisher nicht vor.

Derweil hat die Miliz im Jemen die Kontrolle über die Inselgruppe Hanish Islands im südlichen Roten Meer erlangt. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtete, hatten sich jemenitische Regierungstruppen zuvor aus dem Gebiet zurückgezogen. Die Hanish Islands sind strategisch von Bedeutung, da sie nur rund 160 Kilometer von Bab al-Mandab entfernt liegen.

Lennart Jerke

Lennart Jerke

Ägypten lehnt Verhandlungen mit Huthis über Seewege ab

Ägypten hat den Vorschlag der jemenitischen Huthi-Miliz in Bezug auf einen direkten Kommunikationskanal über die Meerenge Bab al-Mandab und das Rote Meer abgelehnt. Laut Berichten katarischer Medien hatten die Huthis vorgeschlagen, direkt mit der Suez Canal Authority (SCA) über die Sicherheit und Verkehrsfreiheit in der kürzlich von ihnen eroberten Meerenge zu verhandeln. Die SCA ist eine öffentliche, juristische und unabhängige Anstalt Ägyptens und Eigentümerin, Betreiberin und Verwalterin des Sueskanals.

Der SCA-Vorsitzende Osama Rabiee habe das Angebot abgelehnt aus der Sorge heraus, damit zur internationalen Legitimierung der Huthis beizutragen, berichtete die israelische Zeitung Ha'aretz. Ein ägyptischer Beamter sagte der Zeitung, die Regierung habe die Angelegenheit an die Sicherheitsbehörden weitergeleitet, die inoffizielle Kontakte zu »Parteien« im Jemen hätten. Damit solle die Sicherheit des Seehandels garantiert und weitere Angriffe verhindert werden. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kämpft gegen die international anerkannte Regierung im Jemen und kontrolliert inzwischen weite Teile des Landes. Sie attackiert außerdem regelmäßig Handelsschiffe im Roten Meer sowie zuletzt verstärkt Energieanlagen in Saudi-Arabien.

Pia Packmohr

Pia Packmohr

Maersk und Hapag-Lloyd wieder stärker im Sueskanal präsent

Die dänische Reederei Maersk nimmt gemeinsam mit dem deutschen Partner Hapag-Lloyd vier ​weitere Liniendienste durch den Sueskanal wieder ⁠auf. Dies teilte Maersk mit. Die Unternehmen kehrten damit schrittweise ​zur Nutzung dieses Seewegs zwischen Asien und Europa zurück.

Die vier Linien hatten laut Maersk zuvor das Kap der Guten Hoffnung umfahren. Durch die Umleitung auf den Sueskanal könne man Kunden effizientere Transitzeiten bieten, teilte der Schifffahrtskonzern mit.

Verena Hölzl

Verena Hölzl

Weniger Schiffe in der Straße von Hormus

Vorläufige Daten ⁠zeigen einen deutlichen Rückgang ​des Schiffsverkehrs in der Straße von ‌Hormus. ⁠Am Wochenende sei ​die Zahl der täglichen Durchfahrten auf eine einstellige Zahl ​gesunken, während der Zehn-Tages-Durchschnitt bei 14 liege. Die Zahlen schließen keine Schiffe ein, die die Meerenge mit abgeschalteten Transpondern durchqueren.

Simon Sales Prado

Simon Sales Prado

Unklarheit über Teilnahme des iranischen Atomchefs an IAEA-Tagung

Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammed Eslami, wird womöglich erstmals seit Jahren nicht an der Jahrestagung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) in Wien teilnehmen können. Die iranische staatliche Nachrichtenagentur Irna hatte zwar am Samstag berichtet, Eslami sei nach Wien gereist, um an der Konferenz teilzunehmen. Wie die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf eine Quelle berichtet, soll ein internationales Reiseverbot gegen Eslami seine Teilnahme jedoch verhindern.

Laut dem AP-Bericht soll eine bei einem Sanktionsausschuss der Vereinten Nationen beantragte Ausnahmegenehmigung nicht erteilt worden sein. Weder Eslami noch die IAEA äußerten sich bislang.

Verena Hölzl

Verena Hölzl

Angriffe in Nahost treiben Ölpreis in die Höhe

Der Ölpreis ist nach erneuten Angriffen in Saudi-Arabien und im Persischen Golf um mehr als ​drei Dollar gestiegen. ⁠Ein Barrel (159 Liter) ​der Nordseesorte Brent verteuerte sich um ‌3,62 ⁠Dollar auf ​108,23 Dollar. Der Preis für ein Fass der ​US-Sorte WTI stieg um 3,15 Dollar auf 103,20 Dollar. Hintergrund ist unter anderem ein Drohnenangriff auf die bedeutende saudische Ost-West-Ölpipeline. Deren ⁠Betrieb sei ​als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend eingestellt worden, ‌teilte das ‌saudische Energieministerium mit. Die 1.200 ​Kilometer lange Leitung hatte demnach zuletzt täglich vier ​bis fünf Millionen Barrel transportiert. Dies entspricht etwa vier bis fünf ‌Prozent des weltweiten Ölangebots. ​Sie ermöglicht es Saudi-Arabien, den Seeweg ⁠durch ​die Straße von Hormus ‌zu umgehen.

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Sophia Boddenberg

Sophia Boddenberg

Gespräche über Straße von Hormus im Oman verschoben

Die für Montag geplanten Gespräche im Oman zwischen dem Iran und weiteren Golfstaaten über die Straße von Hormus werden vertagt. »Es wurde beschlossen, das regionale Treffen, das am Montag in Salalah stattfinden sollte, auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, um günstige Bedingungen für einen konstruktiven Dialog zu schaffen«, teilte die staatliche omanische Nachrichtenagentur mit.

Omans Außenminister Badr al-Busaidi teilte im Onlinedienst X mit, der Golfstaat sei »weiterhin entschlossen, den Dialog zu fördern, der zur Stabilität und zu einer dauerhaften Zusammenarbeit in unserer Region beiträgt«.

Das iranische Außenministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass bei dem Treffen über die Zukunft der Meerenge verhandelt werden solle. Nach Angaben des Iran wurden der Irak und andere Golfstaaten zu den Beratungen erwartet. Kein Land in der Region bestätigte jedoch offiziell seine Teilnahme, während Bahrain eine Beteiligung an den Gesprächen ausschloss.

Timo Stukenberg

Timo Stukenberg

Iran kündigt Neuanfang der Beziehungen zu den Arabischen Emiraten an

Der Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen nach Angaben des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian »ein neues Kapitel« in ihren Beziehungen aufschlagen. Diese waren seit Beginn des Irankriegs an einem Tiefpunkt angelangt. »Zum ersten Mal seit dem Krieg und den Vorfällen im Golf haben wir einen konstruktiven Austausch mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi gehabt«, teilte Peseschkian nach einem Treffen mit Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan mit.

Nach iranischen Angriffen hatten die Emirate im August angekündigt, den Handel und die Finanzgeschäfte mit dem Iran auszusetzen. Die Stadt Dubai in den Emiraten beherbergt viele Menschen aus dem Iran. Für die durch Sanktionen stark geschwächte iranische Wirtschaft ist Dubai ein wichtiger Ausweichort als Handels- und Finanzknotenpunkt.

Hannah Scherkamp

Hannah Scherkamp

Irak will drei Übergänge an der Grenze zum Iran schrittweise wieder öffnen

Einen Tag nach der Schließung von drei Übergängen an der Grenze zum Iran haben die irakischen Behörden eine Wiederöffnung angekündigt. Die Grenzübergänge Schalamscheh in der Provinz Basra, Al-Schib in der Provinz Missan sowie Al-Mandali in der Provinz Dijala wurden wegen eines Drohnenangriffs auf eine Ölpipeline in Saudi-Arabien gesperrt. Bis Donnerstag sollten sie nach und nach für Reisende und den Warenverkehr wieder geöffnet werden, gaben die Behörden bekannt.

Die irakischen Behörden hatten die drei Grenzübergänge geschlossen, nachdem die Armee Startvorrichtungen für Drohnen in der Nähe der Grenze zum Iran gefunden hatte. Zuvor war die wichtige Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien von Drohnen angegriffen worden. Bislang bekannte sich niemand zu dem Angriff.

Bernard Darko

Bernard Darko

Ein Toter bei Angriff auf iranisches Frachtschiff in der Straße von Hormus

Bei einem Angriff auf ein iranisches Frachtschiff in der Straße von Hormus ist nach Angaben der iranischen Behörden ein Mensch getötet worden. Drei weitere seien verletzt worden, berichteten das Staatsfernsehen und die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf den Gouverneur der Insel Keschm, Amir Tejmuri. Demnach wurde ein Schiff vor den Inseln Hengam und Keschm getroffen. In der Nacht wurden mehrere Explosionen rund um Keschm gemeldet.

Angaben dazu, wer für den Angriff verantwortlich sein könnte, machte Tejmuri nicht.

Bastian Hartig

Bastian Hartig

Schiff in der Straße von Hormus von Geschoss getroffen

In der Straße von Hormus ist ein Schiff von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Das berichtet die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt, UKMTO. Ob bei dem Beschuss Menschen zu Schaden gekommen sind und wie schwer das Schiff beschädigt wurde, wisse man nicht, hieß es.

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