Julia Simic und Patrick Ittrich exklusiv über das Finale und die Schiedsrichter bei der WM
Stand: 18.07.2026, 13:56 Uhr
Julia Simic und Patrick Ittrich waren am Samstag zu Gast in „Die WM-WG“. Der Fokus lag auf den Schiedsrichterleistungen bei der WM.
München – Einen Tag vor dem WM

... das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien: „Beide stehen zurecht im Finale. Wir sehen dort die beiden besten und formstärksten Mannschaften. Ich glaube, die Argentinier haben etwas unheimlich Gefährliches für andere Mannschaften: Sie haben diese Mentalität bewiesen. Sie können Rückstände aufholen. Sie sind nicht totzukriegen.“
... Lionel Messis WM: „Er hat mich total überrascht. Wir haben ja alle gedacht: Okay, Fußballspielen kann der noch, aber wie kommt er physisch durch diese WM? Aber er hat jetzt schon sieben Spiele im Tank. Das ist unfassbar, diese Leistung und welchen Wert er für diese Mannschaft hat. Gerade wenn sie wütend werden, dann ist er am gefährlichsten. Und die ganze Mannschaft auch.“
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... Spanien: „Spanien hat erst ein Gegentor bekommen. Man denkt, die Spanier sind die Offensivspieler und haben die Freude, nach vorne zu spielen. Aber auch die leben von ihrer stabilen Defensive und gewinnen so auch ihre Spiele.“
... den VAR während der WM: „Ich glaube, es ist wichtig, dass die Schiedsrichter das Gefühl haben: Wir haben immer noch das Spiel im Griff und dürfen entscheiden und sollen auch entscheiden. Das ist ja auch das Ziel des VAR, dass er den Schiedsrichter nicht in seiner Autorität oder Entscheidungsfindung beeinträchtigt. Aber ich habe schon das Gefühl, dass dieses Entscheidungsmomentum fehlt.“
... Donald Trumps Kritik an Thomas Tuchel: „Ich glaube, Thomas Tuchel denkt dazu nicht mehr so viel. Er wurde ja auch hundertfach gefragt, was passiert ist nach der 1:0-Führung aus englischer Sicht. Warum er dieses Spiel so vercoacht hat, und ich muss meinen Hut davor ziehen, wie ruhig und klar er es gemacht hat. Ich finde, er hat das souverän abmoderiert.“
... das Spiel um Platz drei: „Ich habe es einmal erlebt in einer U20-WM als Spielerin. Da haben wir es noch gewonnen, da dachte ich: Cool, dass es dieses Spiel gab. Ich finde, man sollte den emotionalen Zugang zu diesem Spiel finden. Das werden sie hoffentlich geschafft haben. Ich glaube, sobald der Ball rollt, ist es okay. Kylian Mbappe will vielleicht Torschützenkönig werden, auch Harry Kane und Bellingham. Also es gibt vielleicht noch individuelle Preise zu vergeben.“
Patrick Ittrich exklusiv in „Die WM-WG“ über...
... das WM-Finale: „Ich habe ja vorher auf Argentinien getippt. Also wird es wohl Spanien (lacht). Nein, ernsthaft: Ich habe mir gedacht, die können es noch einmal schaffen. Es wäre dann erst das dritte Mal in der WM-Geschichte, dass eine Mannschaft den Titel verteidigt. Die haben einfach die Mentalität, diese Spiele zu entscheiden.“
... seine Zukunft nach seinem Karriereende als Schiedsrichter: „Das wird natürlich ganz eng getaktet zu Hause abgesprochen. Wir haben ja nur Auswärtsspiele als Schiedsrichter. Dann muss man schon mal schauen, dass man danach vielleicht zurückfährt. Aber ich möchte dem Fußball erhalten bleiben, mir bringt das Spaß. Mir bringen auch die Fernsehtätigkeiten Spaß. Deswegen kann es sein, dass es dahingehend weitergeht, aber es ist noch nichts klar.“
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... die kontroversen VAR-Entscheidungen bei der WM: „Jede Situation steht für sich, man kann das nicht über einen Kamm scheren. Das Seil – ganz ehrlich, ich habe immer noch nicht erkannt, ob es berührt wurde. Und am Ende ist es regeltechnisch auch astrein gelöst worden. Die haben es nicht erkannt, dann wird es weiterlaufen gelassen. Dann gibt es auch keinen Grund, da regeltechnisch reinzugehen.“
... die Trinkpausen bei der WM: „Es macht Sinn, und das sollte auch wirklich dann im Ermessen des Schiedsrichters liegen, zu sagen: Pass auf, wir haben heute 30 Grad oder wir haben 25 Grad, das ist eine Schwüle, jetzt machen wir ein Hydration Break. Aber das wird ja offiziell noch dazu benutzt, um Werbepausen einzublenden. Das wäre ja dann nicht mehr ein Hydration Break, das wäre ein Technical Break.“
... die Kapitänsregel während der WM: „Ich habe das Gefühl, das ist ausgesetzt zur WM. Dass auf einmal zehn, zwölf Leute gefühlt um mich herumstehen: Das fand ich wirklich gruselig, und ist auch dann für den Amateurfußball einfach kein gutes Vorbild.“
... die Ansetzung von Slavko Vincic für das WM-Finale: „Vincic ist ein Top-Schiedsrichter, ein Top-drei-Schiedsrichter Europas. Das ist natürlich komplett nachvollziehbar, dass er das Finale pfeift. Natürlich bist du da aufgeregt, aber er weiß es auch zu nehmen. Der hat das Champions-League-Finale gepfiffen, hat die ganzen dicken Spiele in der Champions League gepfiffen. Aber klar, bist du da aufgeregt, das steht außer Frage.“
... Bastian Dankerts Rolle als Videoschiedsrichter im WM-Finale: „Bastian Dankert hat, glaube ich, jedes große Finale in den vergangenen Jahren als Videoassistent gemacht. Olympia, Klub-WM, er war im WM-Team 22 als Ersatz-Referee-Assistant, Champions League, Europa League, alles. Er ist der gefragteste Videoassistent der Welt.“ (hgag)