Katar zum Iran-Krieg: Verhandlungen, noch keine Einigung

Online seit heute, 13.55 Uhr

Die Vermittlungsbemühungen zur Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran dauern nach Angaben Katars weiter an. Eine Einigung gebe es zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, heute in der Hauptstadt Doha. Er sprach aber von laufenden diplomatischen Bemühungen, die „bereits weit fortgeschritten“ seien.

Die Vermittler arbeiteten daran, die unterschiedlichen Standpunkte zusammenzuführen. „Es werden ständig Entwürfe ausgetauscht“, so Ansari.

Mit Blick auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus sei bisher keine Einigung erzielt worden. Das könne sich demnächst aber ändern. Der Schwerpunkt liege nun darauf, eine Eskalation zu verhindern und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu erreichen, sagte er weiter. Katar vermittelt unter anderem neben Pakistan im Konflikt zwischen dem Iran und den USA.

Peseschkian: Keine Ausweitung des Krieges angestrebt

Der Iran verteidigt nach den Worten seines Präsidenten Massud Peseschkian seine Grenzen. Sein Land strebe aber keine Ausweitung des Krieges an, erklärte Peseschkian staatlichen iranischen Medien zufolge.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, es seien Verhandlungen mit dem Iran über eine Beilegung des Konfliktes im Gange. Zugleich sprach Trump von einer „letzten Chance“ für die Führung in Teheran. Der Iran wies die Darstellung zurück. Demzufolge fänden derzeit keine direkten Verhandlungen mit den USA statt. Die einzigen laufenden Gespräche seien die mit Oman über die Verwaltung der Straße von Hormus.

Bericht: Iran will Kontrolle über einlaufende Schiffe

Hier fordert der Iran offenbar die Kontrolle über den einlaufenden Schiffsverkehr. Zudem verlange Teheran Einblick in den auslaufenden Verkehr und die Möglichkeit, bei Bedarf einzugreifen, wie eine für den Iran an den Verhandlungen mit Oman beteiligte Person laut Reuters sagte.

Die Meerenge am Persischen Golf ist für die internationale Schifffahrt überaus wichtig, insbesondere für den Transport von Erdöl und Gas. Die USA und Israel hatten am 28. Februar den Iran angegriffen. Seither gab es mehrfach Gespräche und Feuerpausen, beendet ist der Krieg aber keineswegs.

Kpler: Schifffahrt weiter unter Druck

Aufgrund anhaltender Spannungen im Nahen Osten ist der Schiffsverkehr in den Meerengen in der Region weiterhin unter Druck. Die Straße von Hormus haben gestern lediglich neun Schiffe passiert, wie aus Informationen des Datenanbieters Kpler hervorgeht, die der dpa vorliegen.

In der vergangenen Woche hätten täglich im Schnitt etwa 16 Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman durchfahren.