Sturzflut im Himalaya: Drei Deutsche in Tibet vermisst

Katastrophe im Himalaya :

Auch China meldet vermisste Deutsche nach Sturzflut

30.08.2026, 07:37Lesezeit: 2 Min.

Rettungskräfte sind an diesem Sonntag auf der nepalesischen Seite im Einsatz.

Unklar ist, ob die drei nun genannten Deutschen auch auf Nepals Seite schon mitgezählt wurden. Die chinesischen Behörden erhöhen außerdem die Zahl der in Tibet bestätigten Todesopfer. Vermisst werden noch Tausende.

Unter den in China nach der Flutkatastrophe im Himalaya vermissten Ausländern sind laut chinesischen Behörden auch drei Deutsche. Das teilte die Regierung in der Autonomen Region Tibet mit, in deren Südwesten am Mittwoch eine Sturzflut den Grenzübergang Gyirong zu Nepal verwüstet hatte.

Ob sich damit die Zahl der vermissten Deutschen im Katastrophengebiet insgesamt erhöht hat oder ob es Dopplungen bei den Angaben der Behörden beider Seiten gibt, war zunächst unklar. Unter anderem befand sich eine Reisegruppe mit einem nepalesischen Veranstalter am Unglückstag noch in Tibet, um den Grenzübergang zurück nach Nepal zu überqueren, wie ein Reiseveranstalter auf Anfrage gesagt hatte.

Das Auswärtige Amt hatte bislang von einer hohen einstelligen Zahl vermisster Deutscher gesprochen. In Nepal galten noch acht Deutsche als vermisst.

Neue Zahlen aus China

Laut den neuen Angaben der chinesischen Behörden wurden in der Region an der Grenze zu Nepal inzwischen 16 Todesopfer registriert, sieben mehr als bislang genannt. 546 Menschen gelten in China als vermisst.

Zusammen mit den Zahlen aus Nepal wurden nunmehr 691 Todesopfer gezählt, fast 3000 Menschen werden noch vermisst.

Ein Klassenzimmer in Nepal zeigt Spuren der Flut.
Ein Klassenzimmer in Nepal zeigt Spuren der Flut.AFP/Manan Vatsyayana

Menschen aus 23 Ländern vermisst

Von den in Tibet Vermissten sind nach Angaben des chinesischen Senders CCTV 261 Ausländer, darunter 104 aus Nepal, 49 aus Indien, 33 aus Lettland und 18 aus den USA. „Die chinesischen Behörden haben die jeweiligen Botschaften und Konsulate dieser Länder informiert“, berichtete CCTV weiter. Im von der Sturzflut betroffenen Bezirk Gyirong seien keine ausländischen Touristen gestrandet.

Die Sturzflut hatte am Mittwoch im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet gewütet und ganze Ortschaften zerstört. Nach Einschätzung des geologischen Dienstes der USA wurde sie durch den Abbruch eines Gletschers ausgelöst.

Dieser Erklärung schlossen sich chinesische Experten nun an. Die Experten seien zu dem Schluss gekommen, dass ein Gletscher an der Südflanke des Langtang Lirung in Nepal abgebrochen sei und eine Lawine aus Eis und Gestein ausgelöst habe, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua.