Wie viel Strom frisst ein KI‑Agent? Klimaforscher zeigt überraschende Zahlen

Seitdem immer mehr Rechenzentren für KI gebaut werden, gibt es vermehrt Sorgen, dass die Server und Tools zu viel Strom verbrauchen würden. Expert:innen rechnen deshalb häufiger vor, wie viel Energie KI eigentlich benötigt, und die Unternehmen dahinter versuchen, diesen Wert häufiger schönzureden. Der Klimaforscher Zeke Hausfather hat jetzt erneut eine Rechnung für KI aufgestellt. Allerdings hat er dabei KI-Agenten statt herkömmlicher Chatbots für die Stromabrechnung ins Visier genommen.

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Wie viel Strom verbrauchen KI-Agenten wirklich?

Hausfather arbeitet als Klimaforscher bei Stripe sowie Berkeley Earth und schrieb in der Vergangenheit schon für die New York Times über die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf den Planeten. In seiner Analyse schreibt er, dass Sam Altman einst aussagte, dass eine normale Anfrage bei ChatGPT in etwa 0,34 Wattstunden verbrauchen würde. Das gilt auch für normale Chatbot-Aktivitäten. Seitdem die Tools aber agentische Fertigkeiten besitzen, ist der Stromverbrauch stark angewachsen.

Als Grundlage für die folgenden Daten hat Hausfather das Paper „An open framework for AI Emissions Measurement“ von Watershed sowie das Paper „How Do AI Agents Spend Your Money?“ genutzt. Mit den Werten hat er seine KI-Nutzung bei Stripe über acht Wochen lang gemessen. Er hat in dieser Zeit 1.138 Prompts in Claude Code eingegeben. Dadurch wurden mehr als 14.000 Anfragen an das Modell gestellt und 3,2 Milliarden Token generiert.

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Hausfather geht davon aus, dass er in dieser Zeit in etwa 170 Kilowattstunden verbraucht hat. Je nach Methodik und anhand der getroffenen Annahmen geht er von einem Toleranzbereich zwischen 70 und 330 Kilowattstunden aus. Pro Prompt verbraucht der KI-Agent von Anthropic damit im Schnitt 150 Wattstunden. Der Klimaforscher betont, dass der genaue Wert nur schwer festzulegen ist. Denn ein Prompt ist im Grunde nur der Start einer Anfrage. Wie aufwendig und ressourcenfordernd diese ist, wird dabei nicht gemessen.

Der Klimaforscher geht ebenfalls davon aus, dass er zu den Power-User:innen gehört, die Claude Code deutlich mehr abverlangen als andere. Im Schnitt sollen „reguläre“ User:innen pro Claude-Code-Session 0,2 bis 1,2 Kilowattstunden verbrauchen. Ein typischer Arbeitstag für Hausfather verbraucht hingegen 1,2 bis 5,9 Kilowattstunden.

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Was der KI-Stromverbrauch für uns bedeutet

Sollte dieser Verbrauch über ein komplettes Jahr stabil bleiben, wären das etwa 1,1 Megawattstunden nur für Hausfathers KI‑Nutzung. Das ist etwa ein Zehntel des Wertes, den ein durchschnittlicher amerikanischer Haushalt im Jahr verbraucht. Der Verbrauch zieht dann noch 370 Kilogramm CO₂ nach sich. Das ist mehr als ein Trockner im Jahr produziert (262 Kilogramm) und etwas weniger als ein E-Auto, das ein Jahr lang in Kalifornien unterwegs ist (686 Kilogramm).

Hausfather ruft allerdings nicht dazu auf, die KI-Agenten einfach fallenzulassen. Stattdessen sollten sich User:innen darauf konzentrieren, das richtige KI-Modell auszuwählen: „Es gibt einen großen Unterschied, ob man fünf Agenten parallel aufwendige Forschungsarbeiten erledigen lässt oder dasselbe tut, um eine Wette in der Kneipe zu klären. […] Simple Aufgaben an kleine Modelle zu geben, verbraucht etwa fünf bis sieben Mal weniger Energie pro Token, als immer das Frontier-Model zu nehmen.“

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Das ist aber nur eine Seite der Klimabelastung. Zudem müssen die Unternehmen hinter den Rechenzentren laut Hausfather tätig werden, um die Emissionen und den Stromverbrauch zu reduzieren. Sie sollten auf erneuerbare Energie setzen und ihre Datenzentren in Gebieten bauen, in denen die Emissionen ohnehin schon gering ausfallen.

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