KI-Zwang bei Epic: Kein Code mehr per Hand - Entwickler entsetzt

Epic Games hat ein bisher unangekündigtes Projekt mit Disney-Figuren verschoben. Das Studio weist seine Entwickler an, bei der Produktion massiv auf künstliche Intelligenz (KI) zu setzen. Hand­geschriebener Code soll künftig der Vergangenheit angehören.

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  • Epic Games verschiebt einen geplanten Shooter rund um Disney-Charaktere
  • Das Studio möchte den Titel künftig primär mit künstlicher Intelligenz bauen
  • Grafiken und Quellcode sollen künftig vollständig mithilfe von KI entstehen
  • Beschäftigte äußerten deutliche Sorgen wegen möglicher Fehler im KI-Material
  • Chef Tim Sweeney verteidigte den Kurs und bestreitet reinen Personalabbau
  • Die Partnerschaft mit Disney startete 2024 mit einer Milliardeninvestition

KI-Fokus verzögert Disney-Shooter

Epic Games hat die Veröffentlichung eines noch unangekündigten Shooters verschoben, der Charaktere aus den Universen von Marvel und Star Wars zusammenführen soll. Das eigentlich für März 2027 geplante Projekt hat derzeit keinen neuen Veröffentlichungstermin. Bisher schritt die Entwicklung des Titels offenbar langsamer voran als erwartet, da der Personalaufwand und die Zeitplanung unterschätzt wurden. Nun plant das Studio, das Spiel primär mit Hilfe von künstlicher Intelligenz fertigzustellen.

Die Entwickler wurden angewiesen, auf ein Produktionsmodell umzustellen, bei dem KI-Werkzeuge den Großteil der Arbeit übernehmen. Der interne Plan sieht vor, dass Angestellte die von der KI generierten Inhalte überwachen und steuern. In einer Nachricht der Projektleitung hieß es, dass es keinen handgeschriebenen Code mehr geben soll. Auch die Grafiken sollen vollständig durch KI-gestützte Arbeitsabläufe entstehen.


Entwickler reagieren besorgt

Wie Bloomberg berichtet, zeigten sich einige Angestellte während einer Videokonferenz Anfang Oktober schockiert über die Ankündigung. Teile der Belegschaft äußerten Bedenken darüber, wie man Fehler beheben solle, die durch die KI-generierten Inhalte entstehen. Epic-Chef Tim Sweeney verteidigte den Schritt auf der Plattform X und erklärte, dass das Ziel nicht sei, die gleiche Arbeit mit weniger Personal zu erledigen. Vielmehr sollen die Teams umfangreichere Inhalte erschaffen können.

Die Neuausrichtung folgt auf Entlassungen im Frühjahr, bei denen Epic Games rund 1000 Stellen abgebaut hatte. Begründet wurde das unter anderem mit sinkenden Umsätzen beim Zugpferd Fortnite. Das nun verzögerte Spiel ist Teil einer weitreichenden Partnerschaft mit Disney. Der Unterhaltungskonzern hatte 2024 rund 1,5 Milliarden Dollar (etwa 1,34 Milliarden Euro) in Epic Games investiert, um ein gemeinsames Spiele-Universum aufzubauen.

Der verstärkte Einsatz generativer KI wird in der Spieleindustrie weiterhin kontrovers diskutiert. Laut einer Branchenumfrage befürchtet mehr als die Hälfte der Entwickler negative Auswirkungen der Technologie auf die Branche. Zwar nutzt bereits über ein Drittel der Angestellten solche Werkzeuge, allerdings meist für Recherchen und Programmierung statt für die direkte Erstellung von Grafiken und Endprodukten.

Können Spiele, die primär von einer KI generiert wurden, qualitativ mit "handgemachten" Titeln mithalten? Wie steht ihr zu dem Kurs von Epic Games? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

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