Kickers Offenbach dreimal ohne Sieg: „Die Leichtigkeit ist nicht mehr da"

Stand: 11.10.2026, 19:38 Uhr

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09.10.2026, xjhx, Fussball Regionalliga Suedwest, Kickers Offenbach - FC 08 Homburg v.l. Maximilian Schmid (Offenbacher Kickers) celebrate the goal, Der Torjubel zum 2:2

Spätes Glück: Maximilian Schmid (2. v. links) feiert sein Tor zum 2:2. Links: Vorlagengeber Jan Becker. © Jan Huebner/Jan Hübner

Die Offenbacher Kickers stecken in ihrer ersten Ergebniskrise der Saison. Ein Tor in der 87. Minute rettete dem OFC zumindest ein 2:2 gegen den FC Homburg.

Offenbach – Die Offenbacher Kickers haben zum ersten Mal in dieser Saison eine Ergebniskrise. Nach dem 2:2 (1:1) gegen den FC Homburg ist der Tabellendritte der Fußball-Regionalliga Südwest zum dritten Mal in Folge ohne Sieg geblieben, zum zweiten Mal gelang dem zuvor am Bieberer Berg makellosen OFC kein Heimdreier. Der beste Offenbacher, Maximilian Schmid (87.), verhinderte mit seinem sechsten Saisontor, dass die Kickers die dritte Niederlage in Folge verarbeiten mussten.

Entsprechend erleichtert war Trainer Mark Zimmermann. „Ich bin happy, dass sich die Jungs gegen die Niederlage wehren und noch belohnt haben.“ Maximilian Wolfram, der bei seinem Comeback nach muskulärer Verletzung nervenstark für das 1:0 per Strafstoß gesorgt hatte (33.), nachdem er zwei Minuten zuvor noch vom Punkt an Torwart Weyand gescheitert war, hob die Bedeutung der Aufholjagd hervor: „Es war ein Punkt für die Moral.“ Doch die Themen, die aktuell dafür sorgen, dass Offenbach zwar als Dritter noch immer in der Spitzengruppe mitmischt, aber eben nicht mehr so erfolgreich agiert wie zu Beginn der Saison, benennen alle Beteiligten ziemlich deutlich.

„Wir verteidigen zu schlampig“, ärgert sich Wolfram. Der beim 1:2 durch Nicolas Andermatt (68.) ebenfalls Teil einer Fehlerkette war, die ihren Anfang hinten links nahm, wo Ronny Marcos und Robin Krauße Vorlagengeber Nicolas Jörg nur begleiteten statt zu attackieren. Auch das 1:1 war ein Musterbeispiel dafür, warum der OFC in fünf der letzten sechs Spiele mindestens zwei Gegentore kassierte. Tim Steinmetz wurde von Kristjan Arh Cesen und Dominik Crljenec nicht entschlossen genug an seiner Maßflanke gehindert. In der Mitte stimmte die Zuordnung nicht. Torschütze Marc Ehrhart durfte am Fünfmeterraum freistehend einköpfen (38.). „Wenn wir im tiefen Block verteidigen, muss ich in der Box am Mann sein und um die Box Druck auf den Ball kriegen“, ärgert sich Zimmermann, Der OFC-Coach hat registriert, dass die Passivität auch eine Kopfsache sein könnte nach den jüngsten Resultaten. „Es kann schon sein, dass mancher erst mal Safety first spielt.“

Auf der Suche nach Gründen für die verlustig gegangene Selbstverständlichkeit der ersten fünf Saisonspiele hat Zimmermann zwei Faktoren ausgemacht. „Die Leichtigkeit ist nicht mehr so da, die Spieler spüren, dass sie etwas zu verlieren haben“, erklärt er und ergänzt: „Uns fehlen fünf Prozent Energie.“ Das lässt sich auch an einzelnen Akteuren sehen. Ein Benedikt von Hagen müht sich zwar weiterhin, bleibt ein Anker als Zielspieler im Angriff. Doch die Leichtigkeit und Frische, die der von Hessenligist Rot-Weiß Walldorf gekommene 23-Jährige an den Tag legte, bekommt er aktuell nicht auf den Platz. Hier mal ein ungenaues Zuspiel, dort mal eine falsche Entscheidung. Nichts Besorgniserregendes, eher Verständliches sogar. Gleiches gilt für Bastian Frölich. Der 26-Jährige hatte anfangs als Abwehrchef ausgeholfen, auf seiner etatmäßigen rechten Innenverteidigerseite streut er nun immer mal wieder Fehler ein. „Es fehlt an der Klarheit“, analysiert Zimmermann.

Das Bemühen aber sieht der OFC-Trainer, weshalb er auch das Entscheidende hervorhob: „Die Mannschaft hat Moral bewiesen.“ Für Maximilian Schmid, der gegen Homburg die meisten Torschüsse abgab und spät für seinen unermüdlichen Eifer mit dem Ausgleich, den die eingewechselten Keanu Staude per Freistoß und Jan Becker per Ablage eingeleitet hatten, belohnt wurde, war das 2:2 mental wichtig: „Es zeigt, was für einen Charakter wir im Team haben.“

Und wie kommt der OFC aus der Mini-Ergebniskrise wieder raus? „Wir müssen es einfach immer wieder probieren“, fordert Zimmermann. Mit mehr Mut und weniger Passivität. Die nächste Gelegenheit dazu besteht am Freitag beim seit sechs Spielen ungeschlagenen SV Sandhausen.