Kind in Italien stirbt: Tödliche Infektion im Kindergarten soll sich über Wickeltische verbreitet haben
Stand: 24.07.2026, 13:04 Uhr
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Insgesamt ein Dutzend Fälle traten in einer Schule in Tropea auf. Von den vier eingelieferten Kindern sind drei wieder entlassen worden.
Ein anderthalb Jahre alter Junge ist im Krankenhaus von Catanzaro gestorben. Weitere vier Kinder, die dieselbe Kita in Tropea wie das kleine Opfer besuchen, wurden laut Gesundheitsbehörden mit ähnlichen Symptomen, möglicherweise auf ein Bakterium zurückzuführen, ins Krankenhaus eingeliefert. Drei von ihnen sind bereits entlassen worden, eines wird noch in Catanzaro behandelt. Auf den ersten Blick deutet vieles auf eine gemeinsame Ursache der Erkrankungen hin.
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Dieser Artikel von Redazione online entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.
Tropea ist eine italienische Gemeinde in der kalabrischen Provinz Vibo Valentia. Zu dem Vorfall hat die Staatsanwaltschaft von Vibo Valentia ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Eltern hatten Anzeige bei der Polizei erstattet, und die Krankenakte des Jungen ist beschlagnahmt worden. Die Justizbehörden haben außerdem die Obduktion angeordnet und dafür auch die Sicherstellung des Leichnams verfügt. Die Ermittler wollen rekonstruieren, wie und wo sich die Kinder infiziert haben könnten.
Die Fälle traten in einer privaten Kindertagesstätte, der „Family baby school“, in der kalabrischen Küstenstadt auf; die ersten Erkrankungen wurden am 17. Juli registriert. Insgesamt sollen rund ein Dutzend Kinder Symptome unterschiedlicher Schwere entwickelt haben. Die Häufung der gastroenterologischen Beschwerden löste bei den Eltern große Besorgnis aus und lenkte den Fokus auf mögliche Hygienemängel in der Einrichtung.

Chronologie des Falls und Gesundheitszustand der Kinder
Der verstorbene Junge war zunächst im Krankenhaus von Vibo Valentia aufgenommen worden und am 21. Juli in ernstem Zustand nach Catanzaro verlegt worden, wo er schließlich verstarb. Alle betroffenen Kinder, die in ein Krankenhaus eingeliefert wurden, wiesen Symptome einer gastrointestinalen Kontamination auf, darunter starke Durchfälle und Erbrechen. Die Ärzte prüfen nun, ob ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Fällen besteht und ob ein bestimmter Erreger verantwortlich ist.
Die Kita im Mittelpunkt des Falls wurde vorübergehend geschlossen – eine Entscheidung der Leitung, die den Familien eine entsprechende Mitteilung zukommen ließ: „In Anbetracht der Häufung verschiedener gastroenterologischer Episoden und der besonderen Schwere, die einige Fälle angenommen haben, hat die Leitung ausschließlich vorsorglich und zum Schutz der Gesundheit der Kinder, ihrer Familien und des Personals die vorübergehende Aussetzung der Bildungs- und Schulaktivitäten beschlossen“, informierte die Einrichtung. Die Schließung soll zunächst so lange dauern, bis Klarheit über Ursache und Umfang des Ausbruchs besteht.
Verdacht auf spezifisches Bakterium und Ermittlungen
Laut Berichten lokaler Medien wird die Infektion auf ein Bakterium zurückgeführt, das sich über die Wickelkommoden verbreitet haben soll, die in der Einrichtung zum Wechseln und Reinigen der Kinder genutzt werden. Als mögliche Ursache des Ausbruchs gilt ein bestimmter Bakterienstamm, das Clostridium difficile. Dieser Erreger ist dafür bekannt, schwere Darminfektionen auszulösen, insbesondere wenn Hygienestandards nicht eingehalten oder Desinfektionsmaßnahmen unzureichend sind.
Am Nachmittag ordnete die Staatsanwaltschaft von Vibo Valentia an, die Kita „Family baby school“ zu versiegeln, und übertrug die Obduktion des verstorbenen Kindes Spezialisten der Universität Magna Graecia in Catanzaro. Die Untersuchung soll klären, ob Clostridium difficile tatsächlich die Todesursache war oder ob andere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Die Ergebnisse der Obduktion werden für die weiteren strafrechtlichen und sanitären Maßnahmen entscheidend sein.
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