Der Bus sollte um 8 Uhr fahren. Am 24. August sollte er drei vierte Klassen der Norderstedter Grundschule Immenhorst nach Dagebüll zur Fähre nach Föhr bringen. Doch die 73 Kinder, sechs Lehrer und eine Schulbegleitung warteten auf dem Parkplatz vom Pins-Bowling-Restaurant am Glashütter Damm bis 8.45 Uhr vergeblich. „Der bestellte Bus kam nicht“, sagt Andrea Giehring, Schulleiterin der Grundschule Immenhorst.

„Eine Klassenfahrt ist ein ganz besonderes Erlebnis für die Kinder. Sie haben sich lange darauf gefreut. Als der Bus nicht kam, war lange nicht klar, ob wir überhaupt noch loskommen“, sagt Giehring.
Nachfrage eine Woche vor Abfahrt

Drei vierte Klassen aus Norderstedt waren im August auf Klassenfahrt auf Föhr. Die Anreise verzögerte sich. © dpa | Carsten Rehder
Eine Woche vor der Abfahrt habe eine Lehrerin beim Busunternehmen nachgefragt, ob ein Doppeldeckerbus oder zwei Busse kämen, so Giehring. Das habe das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt selbst nicht gewusst.
Als der Bus am Abfahrtstag nicht zur verabredeten Zeit kam, rief eine Klassenlehrerin beim Busunternehmen an, berichtet Giehring. Es liege ein Kommunikationsproblem vor, habe es dort geheißen. „Sie wurde vertröstet. Irgendwann war das Unternehmen nicht mehr erreichbar“, sagt die Schulleiterin.
Eltern treiben Ersatzbusse nach Föhr auf
Dass die Schüler dennoch Richtung Nordsee starten konnten, war zwei Personen aus der Elternschaft zu verdanken. Sie griffen zum Telefon und riefen mehrere Busunternehmen an. Kurzfristig trieben sie so zwei Ersatzbusse auf. Damit konnte die Klassenfahrt gegen 10 Uhr, rund zwei Stunden später als geplant, in Richtung Dagebüll beginnen.
Von dort ging es weiter mit der Fähre. Auf der Insel brachte ein Bus eines anderen Unternehmens die Klassen zur Jugendherberge in Wyk auf Föhr. „Das klappte reibungslos“, sagt Giehring.
Das Engagement der Eltern freut Giehring. „Großartig, wie die Eltern sich verhalten haben! Sie haben besonnen und ruhig reagiert.“ Statt sauer zu sein, hätten sie überlegt, was man tun könne.
4800 Euro für Ersatzbusse
Die zusätzlichen Busse kosteten 4800 Euro, berichtet die Schulleiterin. Die Summe kam zum Budget der Klassenfahrt hinzu. Die Eltern sollten nicht zusätzlich zahlen. Also sprang der Schulverein ein und legte das Geld aus.
Der Verein unterstützt die ganze Schule. Welche Folgen die ausgelegte Summe für ihn hat, ist unklar. Denn jetzt ist offen ist, ob der Schulverein die 4800 Euro für die Ersatzbusse wiederbekommt.
Der Vorstand wollte selbst keine Stellung zu dem Vorfall nehmen und verwies auf die Schulleitung. Die zeigte sich sehr dankbar: „Ein Glück, dass wir so einen tollen Schulverein haben“, sagt Giehring.
Schule zahlte Busfahrt im Voraus
Die Fahrt mit dem Busunternehmen hatte die Schule wie üblich im Voraus bezahlt. Eine Summe nennt die Schulleiterin nicht. Die Rückfahrt von Dagebüll nach Norderstedt stornierte die Schule kurzfristig. Stattdessen buchte sie andere Busse.
Eine Frist zur Rückzahlung der im Voraus gezahlten Summe ließ die Firma nach Angaben Giehrings verstreichen. Die Schule prüfe jetzt juristische Schritte. Auf Anfrage des Hamburger Abendblatts wollte sich das Unternehmen nicht zu dem Vorfall äußern.
Die Schule prüfe, wie sich solche Probleme bei künftigen Klassenfahrten vermeiden lassen, sagte die Schulleiterin. „Die Klassenfahrt nach Föhr war trotzdem für alle ein sehr schönes Erlebnis“, berichtet Giehring. „Auch wenn der Anfang schwierig war.“