Klingbeils Frühstart-Rente für Kinder ab sechs Jahren: So viel können Eltern selbst dazu zahlen
Stand: 25.07.2026, 17:54 Uhr
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Die Bundesregierung will Kindern von sechs bis 18 Jahren monatlich zehn Euro ins Vorsorgedepot zahlen. Gewerkschaften zweifeln am Effekt.
München – Mit der Frühstart-Rente für Kinder will die Bundesregierung „mehr Chancengleichheit“ schaffen, sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Heute hängt das viel zu oft davon ab, ob die Eltern hohe Einkommen oder Vermögen haben.“ Diese Ungleichheit setze sich oft bis ins Alter fort.

Der SPD-Politiker hat nun einen entsprechenden Gesetzentwurf in die Ressortabstimmung gegeben. Dieser sieht vor, künftig für jedes Kind zwischen sechs und 18 Jahren zehn Euro im Monat in ein persönliches, zertifiziertes Altersvorsorgedepot einzuzahlen. Das Geld bleibt bis zum 65. Lebensjahr gebunden und soll steuerfrei angelegt werden.
Klingbeils Frühstart-Rente: Zehn Euro pro Monat für jedes Kind
Einen Antrag sollen Eltern nicht stellen müssen: Die Förderung werde automatisch über den Anbieter des Vorsorgedepots beantragt, zitierte die Nachrichtenagentur AFP aus dem Entwurf. Voraussetzung sei, dass die Kinder einen Wohnsitz in Deutschland nachweisen.
Vorgesehen ist ein Start mit Rückwirkung zum 1. Januar 2026 – zunächst für den Geburtsjahrgang 2020. Ab 2027 soll dann Jahr für Jahr jeweils der neue Jahrgang der Sechsjährigen dazukommen. Für den Bund wären das laut Entwurf zunächst 198 Millionen Euro pro Jahr, bis 2030 sollen die Ausgaben auf 411 Millionen Euro steigen.
Auch für ältere Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollen zwar Verträge abgeschlossen werden können. Der staatliche Zuschuss gilt dann aber nicht. Das Depot sollen Eltern bei einem privaten Anbieter ihrer Wahl eröffnen können. Zusätzlich können sie Geld einzahlen – bis zu 6.840 Euro pro Jahr. Gerade Familien mit geringerem Einkommen oder mehreren Kindern dürften solche Summen aber kaum stemmen können. Das Finanzministerium hat durchgerechnet, was dabei herauskommen würde:
- Ohne Zuzahlung: Mit 18 rund 2.200 Euro, mit 65 rund 53.000 Euro.
- 10 Euro monatlich von den Eltern: Mit 18 rund 4.400 Euro, mit 65 rund 107.000 Euro.
- 50 Euro monatlich von den Eltern: Mit 65 bis zu 320.000 Euro.
Frühstart-Rente für Kinder: Wenn kein Depot eröffnet wird, soll das Geld nicht verfallen
Was aber passiert, wenn Eltern kein eigenes Depot anlegen? Die Förderung soll dann nicht verfallen. Stattdessen ist vorgesehen, dass das Geld in ein neu geschaffenes Sondervermögen des Bundes fließt. Dieses soll die Bundesbank verwalten und breit gestreut am Kapitalmarkt investieren. Das angesparte Vermögen könnten die Betroffenen spätestens bis zum 25. Lebensjahr in einen eigenen Altersvorsorgevertrag übertragen.
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Gleichzeitig soll das Depot Kindern und Eltern zeigen, wie Kapitalmarktmechanismen funktionieren – als frühe Finanzbildung. Ab Volljährigkeit soll ein nahtloser Übergang in das neue, staatlich geförderte Altersvorsorgedepot für Erwachsene möglich sein, das die Riester-Rente ablösen soll. Das Gesetzgebungsverfahren soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, damit die Frühstartrente zum 1. Januar 2027 in Kraft treten kann.
Gegenwind kommt vom Deutschen Gewerkschaftsbund. „Die Wirkung ist aufgrund der Größenordnung des individuellen Sparbetrags für Versicherte sehr bescheiden. Bei zehn Euro Monatsbeitrag kommt selbst bei 60 Jahren Ansparen bestenfalls eine Rente von rund 30 Euro brutto heraus“, sagte Anja Piel, Vorstandsmitglied des DGB, schon im vergangenen Jahr zum Münchner Merkur von Ippen.Media. (Quellen: dpa, AFP) (kas)