
Ein schwarzer Pontiac, eine rote Scanner-Leuchte und ein sprechender Computer: Als „Knight Rider“ 1982 in den USA startete, war K.I.T.T. eines der ungewöhnlichsten Autos der Fernsehgeschichte. David Hasselhoff wurde als Michael Knight zum Star. Die Serie verband Action, Science-Fiction und eine damals futuristische Vorstellung vom intelligenten Auto. Tatsächlich sind einige Ideen von K.I.T.T. heute Realität. Andere blieben Fernsehen.
Ein Auto wird zum zweiten Hauptdarsteller
„Knight Rider“ startete am 26. September 1982 beim US-Sender NBC. Die Serie kam auf vier Staffeln und es entstanden 78 reguläre Episoden plus sechs Doppelfolgen, also 84 Episoden in der ursprünglichen Zählweise. Im Fernsehen wurden die Doppelfolgen jedoch häufig geteilt, weshalb auch die Zahl 90 Folgen auftaucht. Eine normale Episode „Knight Rider“ hat eine reine Laufzeit von etwa 45 bis 48 Minuten.
Im Mittelpunkt stand Michael Knight, gespielt von David Hasselhoff. Nach einem lebensgefährlichen Angriff erhält er eine neue Identität und wird für die Foundation for Law and Government (FLAG) – im Deutschen die Foundation für Recht und Verfassung – tätig. Sein wichtigster Partner ist kein Mensch. Es ist K.I.T.T., ein schwarzer Pontiac Firebird Trans Am. Die Abkürzung steht für Knight Industries Two Thousand.
K.I.T.T. verweist nicht umsonst auf 2000. Er ist weit mehr als ein besonders gut ausgestatteter Sportwagen. Er spricht, er denkt und er macht Vorschläge. Und er widerspricht Michael gelegentlich. Damit wird das Fahrzeug zu einer eigenständigen Figur der Serie. Genau diese Kombination machte „Knight Rider“ besonders. Michael Knight war der Held. K.I.T.T. war sein Partner. Das Auto hatte sogar einen eigenen Charakter.
David Hasselhoff wird mit Knight Rider zum Star
Für David Hasselhoff war die Serie ein entscheidender Karriereschritt. Der Schauspieler spielte Michael Knight in allen vier Staffeln. Die Serie wurde von 1982 bis 1986 produziert. Hasselhoff war damals noch nicht der internationale Star, zu dem er später durch Baywatch wurde. Mit Michael Knight bekam er jedoch eine Rolle, die eng mit seinem Namen verbunden blieb. Später machte er auch als Sänger Karriere bevor ein tiefer Absturz folgte.
„Knight Rider“ war nicht als realistische Polizeiserie angelegt. Sie kombinierte Action, Krimi und Science-Fiction. Michael Knight bekam Fälle, die mit normalen Ermittlungen nicht zu lösen waren. K.I.T.T. lieferte dafür die technische Unterstützung. Die beiden bildeten damit ein ungewöhnliches Ermittlerteam. Michael war der Mensch. K.I.T.T. war die Maschine. Zusammen lösten sie die Fälle.
Erst 1985 kam Knight Rider nach Deutschland
Das deutsche Publikum musste etwas länger warten. RTLplus zeigte die Serie erstmals am 28. August 1985. Damit gehören Knight Rider und das Auto K.I.T.T. auch zur frühen Geschichte des Privatfernsehens in Deutschland. Das Timing war bemerkenswert. RTL plus war erst 1984 gestartet. Sat.1 folgte ebenfalls in dieser Phase. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Haushalte mit Kabel- und Satellitenempfang.
Knight Rider passte deshalb perfekt in die neue Fernsehlandschaft. Die Serie bot spektakuläre Action. Dazu kam ein Auto, das aussah, als stamme es aus der Zukunft. In Deutschland wurde die Serie zu einem festen Bestandteil der TV-Nostalgie der 1980er. K.I.T.T. war dabei mindestens so wichtig wie Michael Knight. Millionen Kinder träumten von dem Sportwagen. Der Spielzeughersteller Kenner brachte 1983 das legendäre „Knight 2000 Turbo Booster“-Auto auf den Markt. Es gab zahlreiche ferngesteuerte K.I.T.T.-Modelle sowie Matchbox- und Hot-Wheels-Autos.
K.I.T.T. war der eigentliche Hauptdarsteller
Die Konstruktion von K.I.T.T. war für die damalige Zeit pure Science-Fiction. Das Auto konnte sprechen, Informationen analysieren und Michael mit technischen Hinweisen unterstützen. Dazu kamen Funktionen wie Navigation, Auto-Cruise, Sensoren und verschiedene Überwachungssysteme. K.I.T.T. konnte außerdem selbstständig fahren.
Aus heutiger Sicht wirken einige dieser Ideen erstaunlich vertraut. Moderne Autos können mit ihren Fahrern sprechen. Navigationssysteme berechnen Routen. Kameras und Sensoren überwachen die Umgebung. Assistenzsysteme können bremsen, lenken und beim Einparken helfen. Trotzdem wäre es falsch, K.I.T.T. einfach als Vorhersage heutiger Autotechnik zu bezeichnen. Viele seiner Fähigkeiten waren bewusst überzeichnet. K.I.T.T. sollte das Auto der Zukunft verkörpern.
Dinge, die heutige Autos noch nicht können
Eine der spektakulärsten Fähigkeiten war das selbstständige Fahren. K.I.T.T. konnte sich bewegen, während Michael nicht am Steuer saß. Das war 1982 eine reine Zukunftsvision. Heute gibt es automatisiertes und autonomes Fahren. Fahrzeuge können unter bestimmten Bedingungen selbstständig lenken, bremsen und beschleunigen. Die technischen und rechtlichen Grenzen sind allerdings deutlich enger als bei K.I.T.T.
Zu K.I.T.T.s ungewöhnlichsten Funktionen gehörte die Kommunikation über Michaels Armbanduhr. Michael konnte darüber Kontakt zu seinem Auto aufnehmen, während K.I.T.T. umgekehrt ebenfalls mit ihm kommunizieren konnte. Die Uhr war damit mehr als ein gewöhnliches Accessoire: Sie war ein mobiles Kommunikationsgerät, lange bevor Smartwatches zum Alltag gehörten. Gerade aus heutiger Sicht wirkt diese Idee erstaunlich vertraut – auch wenn die Technik in der Serie natürlich reine Science-Fiction war.
Auch die Kommunikation zwischen Mensch und Auto hat sich verändert. Sprachsteuerung gehört inzwischen bei vielen Fahrzeugen zur Ausstattung. Moderne Systeme können Navigationsziele entgegennehmen, Funktionen bedienen und Informationen ausgeben. K.I.T.T. ging trotzdem deutlich weiter. Er war nicht nur Sprachassistent. Er war Gesprächspartner, Fahrer, Ermittlungshelfer und eigenständige Figur.
Der Turbo Boost machte K.I.T.T. unbesiegbar
Zu den bekanntesten Funktionen gehörte der Turbo Boost. Auf Knopfdruck sprang K.I.T.T. über Hindernisse. Für diese Szenen wurden spezielle Stuntfahrzeuge eingesetzt. Sie unterschieden sich von den Fahrzeugen, die für Nahaufnahmen verwendet wurden. So gab es zwei spezielle „Jump Cars“ (Sprung-Autos). Diese bestanden aus ultraleichtem Fiberglas und besaßen hochentwickelte Stoßdämpfer, um die extremen Landungen nach den „Turbo Boosts“ mehrfach zu überstehen, ohne wie normale Autos in der Mitte durchzubrechen.
Obwohl die Stunt-Crew die Fahrzeuge bei den berühmten Sprüngen extrem hart beanspruchte, wurden die Pontiacs während der Produktion so gut wie nie komplett verschrottet, sondern fortlaufend repariert und modifiziert. Die Produktion verschliss im Schnitt alle zwei bis drei Episoden ein Auto so stark, dass es für normale Aufnahmen nicht mehr taugte. Laut dem Buch „Knight Rider Legacy“ wurden pro Staffel etwa vier bis neun Fahrzeuge für die normale Nutzung „ruiniert“, blieben aber als Teilespender oder für Hintergrundszenen erhalten.
Insgesamt, die genaue Zahl ist nicht bekannt, wurden etwa 23 bis 30 Pontiac Firebird Trans Am als K.I.T.T. genutzt, von denen nach dem Ende der Dreharbeiten 17 absichtlich zerstört wurden. Nur fünf originale Fahrzeuge überlebten die Produktion. Hintergrund dieser Zerstörungen ist ein berühmter Deal, den Universal Studios mit Pontiac (General Motors) schloss: Das Filmstudio kaufte günstig eine Ladung neuer Pontiacs auf, die bei einem Zugunglück im November 1982 beschädigt worden waren. Da diese Autos nicht mehr als neu verkauft werden durften, lautete die vertragliche Auflage, dass sämtliche verbliebenen Stunt- und Studiofahrzeuge nach Ende der Serie verschrottet beziehungsweise zerquetscht werden mussten.
K.A.R.R. war K.I.T.T.s gefährlicher Vorgänger
Zu den interessantesten Figuren der Serie gehörte K.A.R.R. als Gegenspieler. Die Abkürzung steht für Knight Automated Roving Robot. K.A.R.R. war der Prototyp des Projekts, aus dem K.I.T.T. hervorging. Der entscheidende Unterschied lag in seiner Programmierung. Der Bolide mit dem gelben Leuchtband war auf Selbsterhaltung programmiert. Der Schutz menschlichen Lebens hatte für ihn nicht dieselbe Priorität wie für K.I.T.T.
Der Prototyp wurde deshalb deaktiviert und eingelagert. In der ersten Staffel wird K.A.R.R. wieder aktiviert. Er wird damit zum gefährlichen Gegenstück von K.I.T.T. Das intelligente Fahrzeug ist deshalb mehr als ein einfacher Bösewicht. K.A.R.R. stellt eine interessante Frage: Was passiert, wenn ein intelligente Maschine selbstständig handeln kann, aber andere Ziele verfolgt als der Mensch? Für eine Serie aus dem Jahr 1982 war das bemerkenswert modern.
Der Super Pursuit Mode war doch ziemlich 80-er
In der vierten Staffel von Knight Rider erhielt K.I.T.T. den Super Pursuit Mode. Die Funktion sollte seine Geschwindigkeit deutlich erhöhen. Gleichzeitig veränderte sich das Aussehen des Autos. Plötzlich fuhren zusätzliche Spoiler, Lufteinlässe und Karosserieteile aus dem Trans Am. Die Verwandlung war vor allem ein visueller Effekt. Da echte, ausfahrbare Hydraulik-Karosserieteile für ein fahrbereites Auto in den 1980-er Jahren viel zu schwer und klobig gewesen wären, engagierte Universal Studios den legendären Hollywood-Autodesigner George Barris.
Er baute ein antriebsloses Chassis (das so genannte Pursuit Mockup Vehicle). Dieses Auto besaß weder Motor noch Getriebe. Stattdessen war der gesamte Innenraum vollgestopft mit klobigen hydraulischen und pneumatischen Pumpen, Schläuchen und Hebeln. Wenn Michael Knight den SPM-Knopf drückte, steuerte die Crew die ausfahrenden Flügel und Klappen über diese eingebauten Hydraulikzylinder. Da das Auto nicht fahren musste, spielte das enorme Gewicht der Mechanik keine Rolle.
Nicht das Auto fährt schneller, sondern der Film
Sobald K.I.T.T. in den Actionszenen von Knight Rider mit – vermeintlich – über 400 km/h über die Straßen raste, kam das Pursuit Drive Vehicle zum Einsatz. Bei diesem fahrbereiten Pontiac Trans Am bewegte sich gar nichts. Alle SPM-Erweiterungen waren fest mit der Karosserie verschweißt. Um das Auto für Stunts manövrierfähig und leicht zu halten, wurden die permanent ausgefahrenen Flügel aus leichtem Fiberglas und Kunststoff gefertigt.
In der Realität fuhr das Auto jedoch nicht schneller. Stattdessen wurde der Film im Studio beschleunigt. Normalerweise nimmt eine Filmkamera 24 Bilder pro Sekunde auf. Für die High-Speed-Szenen mit K.I.T.T. wurde die Kamera am Set so eingestellt, dass sie deutlich weniger Bilder pro Sekunde aufzeichnete (z. B. nur zwölf oder 18 Bilder). Wenn dieser Film danach mit der normalen Geschwindigkeit von 24 Bildern pro Sekunde im Fernsehen lief, wirkte die Fahrt des Autos doppelt so schnell, wie sie eigentlich war. Der Haken: Das sah damals schon eher lächerlich als spektakulär aus.
Warum „Knight Rider“ bis heute funktioniert
Der Erfolg von „Knight Rider“ und K.I.T.T. lässt sich deshalb nicht allein mit David Hasselhoff erklären. Auch der Pontiac Trans Am war nicht der einzige Grund. Entscheidend war die Kombination aus Held, Auto und Technik. Michael Knight hatte einen klaren Auftrag. K.I.T.T. konnte Dinge, die damals unerreichbar schienen. Gleichzeitig blieb die Serie leicht verständlich. Jede Folge bot eine abgeschlossene Geschichte. Dazu kamen Verfolgungsjagden, Stunts und technische Tricks. K.I.T.T. sorgte dabei immer wieder für Überraschungen.
Vor allem aber hatte das Auto eine Persönlichkeit. K.I.T.T. war nicht einfach ein Computer. Er war Michaels Partner. Das ist auch der Grund, warum die Serie heute mehr ist als eine Erinnerung an die 1980-er. Viele der damaligen Zukunftsideen sind inzwischen zumindest teilweise Realität. Das sprechende Auto, die Navigation, die Sensorik und das automatisierte Fahren gehören heute zur technischen Entwicklung des Automobils. Nur ein Auto wie K.I.T.T., das all diese Funktionen miteinander verbindet und dabei auch noch einen eigenen Charakter besitzt, gibt es weiterhin nur im Fernsehen.
Die wichtigsten Funktionen von K.I.T.T.
- Sprachkommunikation: K.I.T.T. konnte mit Michael Knight sprechen und auf seine Befehle reagieren.
- Künstliche Intelligenz: Das Fahrzeug wurde als eigenständig denkendes System dargestellt.
- Navigation: K.I.T.T. konnte Michael bei der Suche nach Zielen und Wegen unterstützen.
- Auto-Cruise: K.I.T.T. konnte scheinbar selbstständig fahren.
- Turbo Boost: Das Auto konnte mit Hilfe spezieller Stuntfahrzeuge über Hindernisse springen.
- Sensoren: K.I.T.T. verfügte über zahlreiche fiktive Sensor- und Analysefunktionen.
- Kommunikation: Michael konnte mit K.I.T.T. auch aus der Distanz über seine Uhr Kontakt mit K.I.T.T. aufnehmen.
- Überwachung: Das Fahrzeug konnte Situationen analysieren und Informationen über seine Umgebung liefern.
- Super Pursuit Mode: Eine zusätzliche Hochgeschwindigkeitsfunktion mit ausfahrenden Karosserieteilen.
- Silent Mode: In diesem Modusfährt K.I.T.T. mit einem leisen Motorgeräusch.
- Microjam: Die Funktion ermöglicht die Manipulation anderer elektronischer Systeme.
- Wechselkennzeichen: Die Technik versetzt K.I.T.T. ist die Lage sein Kennzeichen von KNIGHT auf KNI 667 zu wechseln, um mögliche Verfolger abzulenken.
- Enterhaken (Grappling-Hook): Damit kann sich K.I.T.T. an Bäumen, Mauern oder Gebäudevorsprüngen einhaken, um sich selbst aus Untergründen zu befreien, auf denen seine Räder keine ausreichende Bodenhaftung haben.
- Seilwinde: Mit dem Seil unterhalb der vorderen Stoßstange kann er Personen herablassen oder heraufziehen.
- Schleudersitz: Das Auto kann seine Passagiere per Schleudersitz aus dem Cockpit in die Luft befördern.
- CO2– und Öldüsen: K.I.T.T. kann aus kleinen Düsen CO2 versprühen, um zum Beispiel kleinere Brände zu löschen. Verfolger kann er mit Öl oder Rauch behindern.
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Bildquelle:
- df-knight-rider: RTL