Kolumne Unsere Woche: „Dahämm ist am schönsten“ – Warum das „Hotel Mama“ für das Saarland auch eine Chance sein kann

  1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Kolumnen

Kolumne Unsere Woche „Dahämm ist am schönsten“ – Warum das „Hotel Mama“ für das Saarland auch eine Chance sein kann

Kolumne · Nirgendwo bleiben junge Menschen länger bei den Eltern zu Hause, als im Saarland. Das liegt aber nicht immer an Bequemlichkeit – und kann für die Region mitunter auch eine Chance sein, wie unser Autor findet.

16.10.2026 , 19:14 Uhr

 Nirgendwo bleiben junge Menschen länger bei den Eltern zu Hause, als im Saarland. Doch das muss nicht immer schlecht sein.

Nirgendwo bleiben junge Menschen länger bei den Eltern zu Hause, als im Saarland. Doch das muss nicht immer schlecht sein.

Foto: dpa/Silvia Marks

„Dahämm“ ist es bekanntlich ja immer noch am schönsten. Nur was ist, wenn ein eigenes „Dahämm“ für immer weniger Menschen erschwinglich wird? Mehr als ein Fünftel ihres Nettoeinkommens müssen Alleinstehende im Saarland im Schnitt für die Warmmiete hinblättern, wie eine neue Studie vor Kurzem erst gezeigt hat. Und wer sich tatsächlich trotz steigender Bau- und Materialkosten ein Eigenheim noch leisten will, der sucht nicht selten vergeblich nach einem freien Bauplatz. Wen wundert es da also, dass im bundesweiten Vergleich junge Saarländer so lange bei „Hotel Mama“ eingecheckt bleiben, wie sonst nirgendwo?

44 Bilder

Bilder des Tages – die interessantesten Fotos aus aller Welt

44 Bilder

Foto: AFP/SAEED KHAN

„Dahämm“ muss man sich leisten können

In Saarlouis dürfte deswegen zuletzt so manches heimlich entnervtes Elternteil jedoch einen Hauch von Hoffnung verspürt haben. Immerhin sollen auf der größten Baustelle der Kreisstadt 67 neue Mietwohnungen bis Ende 2027 entstehen. Und sogar noch als bezahlbarer Wohnraum! Da sind die Koffer für den viel zu großen Nesthocker doch innerlich schon längst gepackt und die erste Monatsmiete überwiesen.

Mit „Hotel Mama“ gegen den demografischen Kollaps

Auf der anderen Seite kann man sich im Saarland eigentlich auch glücklich schätzen, wenn junge Menschen es hierzulande nicht allzu eilig haben, die heimischen vier Wände zu verlassen. Denn die Zukunftsprognose für unsere Region ist alles andere als rosig: Bis 2045 immer weniger Einwohner, und die, die bleiben, sind zu alledem im Schnitt dann noch deutlich älter als jetzt.

Wir sollten also nicht zu vorschnell über diejenigen urteilen, die scheinbar einen Langzeit-Urlaub bei „Hotel Mama“ gebucht haben. Sie könnten am Ende ein nicht unwesentlicher Grund dafür sein, dass der demografische Wandel im Saarland nicht mit der Wucht zuschlagen wird, wie es momentan die Experten voraussagen.