"Alles richtig gemacht": Wie ein Tumor-Patient gerade noch rechtzeitig operiert wurde

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Krebspräventions-Woche Rechtzeitig operiert - dank Krebs-Früherkennung

Stefan Weil aus Frankfurt hatte Glück im Unglück: Bei einer Vorsorgeuntersuchung wurde bei ihm ein Tumor entdeckt. Dank der Früherkennung konnte der Patient rechtzeitig behandelt werden. Seine Ärzte sehen das als Beleg dafür, wie wichtig Krebsvorsorge ist.

Ein Mann beobachtet im Deutschen Krebsforschungszentrum auf einem Monitor das Querschnittsbild einer Prostata.

Rechtzeitige Krebsvorsorge kann Leben retten (Symbolbild). Bild © picture alliance/dpa | Uwe Anspach

Es ist Zeit für die Nachsorge – ein halbes Jahr nach der Operation. Eine Ultraschalluntersuchung im Universitätsklinikum Frankfurt soll zeigen, wie es im Bauch von Stefan Weil aussieht. Dafür hat der Patient auf einer Liege Platz genommen. Gastroenterologe Jörg Trojan fordert ihn auf, die Luft anzuhalten, während er ihm mit der Ultraschallsonde über den Bauch fährt.

"Das war die Region, wo der Tumor saß," sagt er und zeigt auf den Monitor. "Aber wir gucken uns jetzt die Leber und die Umgebung an." Das seien besonders gefährdete Organe. Doch der Arzt gibt schnell Entwarnung: "Gott sei Dank ist alles unauffällig", sagt er. "Da sehen wir keine Veränderungen."

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03:17 Min.|Jutta Nieswand

Bild © Jutta Nieswand (hr)| zur Audio-Einzelseite

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Mehr als 55.000 Darmkrebserkrankungen pro Jahr

Patient Stefan Weil kann aufatmen. Er erinnert sich noch gut, wie das vor rund einem halben Jahr war, als bei einer Darmspiegelung ein sogenannter Polyp entdeckt wurde: Eine Vorwölbung in der Darmschleimhaut – mit Verdacht auf einen Tumor. "Man ist natürlich zuerst geschockt", erzählt Weil. "Mein Vater hatte Krebs - es gibt also eine erbliche Vorlast." Deshalb sei er für das Thema sehr sensibilisiert gewesen.

Laut Deutscher Krebshilfe gibt es bundesweit mehr als 55.000 Darmkrebserkrankungen pro Jahr. Das Gefährliche daran: Meist zeigten Tumore im Vorstadium keine Symptome, sondern erst wenn sie weiter fortgeschritten seien. Dann könne es zu Durchfall, Blut im Stuhl oder gar einem Darmverschluss kommen, erklärt Gastroenterologe Trojan.

Umso wichtiger sei es, sich frühzeitig untersuchen zu lassen, wie das Patient Stefan Weil getan hat. "Der Tumor war gerade am Kippen," erklärt Trojan. "Er war gerade noch zwischen gutartig und bösartig". In dieser Situation habe man rechtzeitig verhindert, dass sich der Tumor weiter ausbreitet. Indem er zur Früherkennung ging, habe der Patient alles richtig gemacht.

Ein Mann in grauem Hemd steht im Foyer eines Krankenhauses.

Stefan Weil konnte dank Krebs-Früherkennung rechtzeitig behandelt werden. Bild © Jutta Nieswand (hr)

Viele Untersuchungen zahlt die Krankenkasse

Damit noch mehr Menschen zur Vorsorge gehen, findet gerade die bundesweite Krebspräventionswoche unter dem Motto "Lass mal checken" statt. Sie wird von mehreren Verbänden veranstaltet und soll darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, sich frühzeitig untersuchen zu lassen.

Je früher eine Krebserkrankung entdeckt wird, desto erfolgreicher und schonender lässt sie sich behandeln. Für die häufigsten Krebsarten gibt es Untersuchungen, die von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden. Dazu gehört auch die Darmspiegelung, um Darmkrebs zu erkennen.

Weitere Informationen

Angebote zur Krebsvorsorge

Mehrere Krebsarten können dank Vorsorgeuntersuchungen mittlerweile frühzeitig erkannt werden. Einen Überblick über wichtige Vorsorgeuntersuchungen bietet das Bundesgesundheitsministerium an. Dazu gehört etwa die Hautkrebsuntersuchung beim Hautarzt.

Für Frauen ist die Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs wichtig. Das Brustkrebsrisiko versucht man zu senken, indem Frauen sich bei Gynäkologen untersuchen lassen, ihre Brust aber auch selbst regelmäßig abtasten. Männer sollten ab einem Alter von 45 Jahren ihre Prostata beim Urologen untersuchen lassen.

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Roboter unterstützt bei der OP

Im Uniklinikum Frankfurt ist Patient Stefan Weil gerade noch rechtzeitig operiert worden, bevor der Krebs ausgebrochen ist. Und das ganz modern mit dem "Da-Vinci-Operationssystem". Es handelt sich dabei um einen minimalinvasiven Eingriff, bei dem ein Roboter assistiert. Dabei werden nur noch mehrere kleinere Schnitte am Bauch gemacht, wie Chirurg Armin Wiegering erklärt.

"Wir gucken mit einer Kamera und arbeiten mit mehreren Zangen im Bauch", erzählt er. "Die Zangen werden in dem Fall durch mich gesteuert, an einer Konsole." So hat er auch bei Stefan Weil ganz schonend den Tumor und einen Teil des Darmes darum herum entfernen können. Im Uniklinikum würden im Jahr etwa 100 Tumorfälle behandelt, sagt Wiegering.

Mehr auf Ernährung und Bewegung achten

Ein halbes Jahr nach der Operation geht es Patient Stefan Weil gut. Dennoch muss er jetzt etwas mehr auf sich achten, betont sein Arzt Jörg Trojan: Es gehe vor allem darum, sich ausgewogener zu ernähren und sich mehr zu bewegen. Auch regelmäßige medizinische Check-ups gehören dazu.

Die guten Vorsätze einzuhalten, sei nicht immer leicht, gibt Weil zu. "Auch wenn man am Anfang sehr strebsam alles beachtet hat, kehrt schnell wieder Normalität ein". Zum Beispiel habe er im Krankenhaus zunächst zehn Kilogramm abgenommen - mittlerweile aber wieder vier Kilogramm zugelegt. "Aber das macht nix."