Russland setzt auf AfD-Sieg: Putins Beauftragter jubelt Partei kurz vor Mecklenburg-Vorpommern-Wahl zu

Kreml-Unterstützung für AfD: Putins Beauftragter mischt sich in MV-Wahl ein

Stand: 19.09.2026, 21:57 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Kirill Dmitrijew unterstützt die AfD kurz vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Er stellt Jobs, Wachstum und russisches Gas in Aussicht.

Moskau – Kurz vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern hat sich Kremlbeauftragter Kirill Dmitrijew öffentlich hinter die AfD gestellt. Der Sondergesandte von Präsident Wladimir Putin äußerte auf der Plattform X die Hoffnung auf eine Zusammenarbeit mit der Partei. „Mecklenburg-Vorpommern wird wieder aufblühen, wenn bezahlbares, zuverlässiges Nord-Stream-Gas durch gemeinsame Arbeit mit der AfD zurückkehrt“, schrieb er auf der Plattform X.

Fotomontage: AfD-Decken und Putin

Putin hat immer wieder offen seine Sympathien für die AfD geäußert. © Pool Sputnik Kremlin/Vladimir Smirnov, Jörg Carstensen/dpa

Der Beitrag war eine Reaktion auf einen Post von AfD-Co-Vorsitzender Alice Weidel. Sie hatte für Veränderung in Mecklenburg-Vorpommern geworben. Dmitrijew ergänzte: „Kein deutscher Energie- und Industriesuizid mehr.“ Er stellte dabei niedrigere Energiekosten, mehr Jobs und höheres Wachstum in Aussicht.

Über Dmitrijews öffentliche Unterstützung hinaus berichtete die Nachrichtenagentur Reuters von konkreten Plänen. Demnach soll die AfD-Führung mit Dmitrijew Gespräche über eine Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nach Deutschland vorbereiten. Als mögliche Gesprächspartner werden die AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla genannt. Ein Treffen könnte bereits im März 2027 stattfinden. Weder die AfD-Spitze noch Dmitrijew wollten sich gegenüber Reuters äußern.

In Deutschland löste der Bericht deutliche Reaktionen aus. Grünen-Politiker Michael Kellner sagte gegenüber Reuters: „Das wäre Verrat. Putin instrumentalisiert die AfD für seine eigenen Zwecke.“ CDU-Politiker Roderich Kiesewetter äußerte sich ebenfalls scharf. „Die AfD steht auf Russlands Seite und ist bereit, sowohl die Ukraine als auch Deutschland zu verraten“, sagte Kiesewetter. Er betonte, Moskau nutze Energie als Hybridwaffe. „Die Wiederinbetriebnahme von Nord Stream wäre eine Katastrophe für die europäische Sicherheit und würde Deutschland isolieren“, so Kiesewetter.

Vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: Kreml sendet Signal an die AfD

Die AfD setzt sich für eine Wiederaufnahme der Moskauer Gaslieferungen ein, damit die deutsche Wirtschaft wie vor Putins Angriff auf die Ukraine wieder preiswerte Energie aus Russland beziehen könne. Allerdings entscheidet die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern nichts Greifbares in der Frage. Die AfD ist Oppositionspartei und kann die deutsche Energiepolitik nicht direkt beeinflussen. Zudem unterliegt Russlands Pipelinegas Sanktionen in der EU.

Kirill Dmitrijew

Der Kremlbeauftragte Kirill Dmitrijew hofft, dass bald wieder russisches Gas durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream nach Deutschland fließt. (Archivbild) © Alexei Druzhinin/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Russland setzt auf ein Scheitern der Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz (CDU), auf eine mögliche Neuwahl und einen künftigen Sieg der AfD auf Bundesebene. In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September ein neuer Landtag gewählt. Die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kann sich nach letzten Umfragen vor der MV‑Wahl Hoffnung auf einen Sieg machen.

AfD hofft auf Regierungsverantwortung nach Wahl in Mecklenburg-Vorpommern

Die AfD gibt sich aber weiter optimistisch: „Wir wollen dieses Land blau machen. Lasst Euch von den Umfragewerten nicht verunsichern“, sagte Spitzenkandidat Enrico Schult einen Tag vor der Wahl in Demmin. „Wir von der AfD scharren mit Hufen, wir wollen Regierungsverantwortung übernehmen.“ Wladimir Putin würde es sicherlich freuen. Der Kremlchef hat immer wieder offen seine Sympathien für die AfD geäußert. (Quellen: dpa, Reuters) (cs)