Kreuzfahrt-Absagen aktuell Havarie auf dem Rhein – diese Routen von Aida, Mein Schiff & Co. fallen aus
Update · Aktuell haben zahlreiche Reedereien mit Widrigkeiten zu kämpfen. Vor allem die Lage auf Flüssen ist prekär. Welche Kreuzfahrten fallen aus oder werden geändert?
18.07.2026 , 12:35 Uhr
Der Rhein hat starkes Niedrigwasser – einzelne Routen mussten geändert werden, ein Schiff ist sogar havariert.
Foto: IMAGO/onw-images/IMAGO/Philipp André
Gleich mehrere Kreuzfahrten laufen aktuell alles andere als geplant. Reedereien streichen Reisen, ändern Routen oder dürfen teilweise nicht einmal anlegen. Für Flusskreuzfahrten ist die Lage besonders dramatisch. Donau und Rhein haben Niedrigwasser. Unser Überblick zeigt, welche Reisen von Aida, „Mein Schiff“, MSC, Costa, Viva und Co. aktuell abgesagt oder geändert wurden.
Zahlreiche Routen von namhaften Anbietern sind betroffen.
Besonders betroffen sind aktuell folgende Reedereien:
- Aida,
- Tui Cruises mit der „Mein Schiff“-Flotte,
- MSC,
- Costa,
- und Phoenix Reisen.
Die wichtigsten Absagen und Änderungen finden Sie hier im Überblick. Der Artikel wird regelmäßig aktualisiert.
Aktuelle Kreuzfahrt-Absagen im Überblick
Folgende Reedereien haben die Orient-Saison 2026 / 2027 wegen der unsicheren Lage im Persischen Golf bereits abgesagt:
- Aida Cruises
- „Mein Schiff“ Flow
- MSC World Europe
- Explora II
- Costa Smeralda
Aida hat sogar eine weitreichendere Entscheidung getroffen und auch die Saison 2027 / 2028 in dem Zielgebiet abgesagt. Zudem sagte Aida auch alle Transreisen mit der Aidaperla rund um die Kanaren und Afrika für den Herbst 2027 und 2028 ab und in Nordeuropa sind zwei Routen betroffen:
- Kurzreise nach Niederlande & Belgien ab Hamburg (30. Oktober bis zum 4. November 2027)
- Kurzreise nach Niederlande & Belgien ab Hamburg (30. Oktober bis zum 4. November 2027)
Aktuell wurden zudem einige Routen geändert. Hiervon sind folgende Schiffe betroffen:
- „Thurgau Gold“ – ein Hotelschiff aus der Schweiz – lief im Rhein auf den Grund und musste geborgen werden
- MS Aurelia (Phoenix Reisen) änderte die Rheinroute wegen Niedrigwasser
- Aidaperla strich bei der Norwegenrundfahrt den Hafen Nordfjordeid aufgrund eines beschädigten Anlegers
- „Mein Schiff“ Relax konnte aufgrund von Witterungsbedingungen Stockholm nicht anfahren, die Route wurde nach Riga umgeleitet
- Aidamar fuhr bei der Ostseerundfahrt Karlskrona wegen des Wetters nicht an
- Viva Enjoy konnte ihre Donau-Kreuzfahrt nicht antreten
Havarie in Bonn – Hotelschiff geht im Rhein auf den Grund
18. Juli: Wie der WDR berichtet, kam es im Laufe dieser Woche zu einer regelrechten Havarie auf dem Rhein. Ein auf Grund gelaufenes Hotelschiff musste geborgen werden. Die „Thurgau Gold“ musste durch einen Schlepper in die Mitte des Rheins gezogen werden und konnte von dort aus wieder fahren.
Am Donnerstagmorgen war das Schiff beim Anlegen auf Grund gelaufen und Passagiere mussten mehrere Stunden auf dem Schiff verharren, bis es weitergehen konnte. Mittlerweile ist das Schiff weiter nach Köln gefahren. Ein Leck konnte nicht festgestellt werden.
„Viva Enjoy“: Komplettabsage der Donaukreufahrt
16. Juli: Die für den gestrigen Mittwoche geplante Donaukreuzfahrt zwischen Wien und Budapest musste komplett abgesagt werden. Der Grund: in der Donau ist zu wenig Wasser. Die Niedrigwasserlage ist so dramatisch, dass nicht einmal eine alternative Route eine Option gewesen sei. Flussreedereien vor allem an Rhein und Donau hoffen auf baldige Niederschläge, damit sich die Situation entspannt.
„MS Aurelia“ muss Route wegen Niedrigwasser ändern
13. Juli: Wegen niedriger Pegelstände auf dem Rhein hat Phoenix Reisen die Route der „MS Aurelia“ kurzfristig angepasst. Das Flusskreuzfahrtschiff kann einzelne Rheinabschnitte derzeit nicht wie geplant passieren.
Statt der ursprünglich vorgesehenen Route mit Stopps unter anderem in Rüdesheim, Straßburg, Basel und Mainz führt die Reise nun über die Mosel. Auf dem geänderten Fahrplan stehen unter anderem Braubach, Cochem, Schweich bei Trier, Bernkastel-Kues, Winningen und Bonn. Die Passage durch das Mittelrheintal mit der Loreley entfällt.
Betroffene Gäste sollen ein Bordguthaben erhalten. Zusätzlich ist für Neubuchungen ein Preisnachlass vorgesehen.
Aidaperla: Norwegen-Hafen entfällt kurzfristig
7. Juli: Auch bei Aida gab es eine kurzfristige Änderung. Die „Aidaperla“ konnte auf ihrer Norwegen-Kreuzfahrt den geplanten Halt in Nordfjordeid nicht durchführen. Grund ist ein beschädigter Kreuzfahrtanleger.
Da der sogenannte Seawalk nicht rechtzeitig repariert werden konnte, war ein Landgang nicht möglich. Die „Aidaperla“ führt keine eigenen Tenderboote mit, mit denen Passagiere vom Schiff an Land gebracht werden könnten.
Statt des Hafenaufenthalts unternimmt das Schiff eine Panoramafahrt durch den Nordfjord und den Innvikfjord. Anschließend soll die Reise planmäßig fortgesetzt werden.
„Mein Schiff“ Relax ändert Ostsee-Route
6. Juli: Die „Mein Schiff Relax“ musste ihre aktuelle Ostsee-Kreuzfahrt ebenfalls anpassen. Der geplante Anlauf in Stockholm konnte wegen der Wetterbedingungen nicht stattfinden.
Nach Angaben aus der Branche war die sichere Passage durch die Schären vor Stockholm nicht möglich. Tui Cruises organisierte kurzfristig einen Ersatzhalt in Riga. Anschließend setzte das Schiff seine Reise in Richtung Kopenhagen fort.
Aidamar kehrt früher nach Warnemünde zurück
2. Juli: Die „Aidamar“ hat auf einer Ostsee-Kurzreise den geplanten Hafen Karlskrona gestrichen. Grund waren schlechte Wetterprognosen, die keinen sicheren Tenderbetrieb zuließen.
Statt des Aufenthalts in Schweden nahm das Schiff früher Kurs auf Warnemünde. Für die Gäste bedeutete die Änderung einen zusätzlichen Seetag und eine frühere Rückkehr in den Ausgangshafen.
Aida streicht Orient-Kreuzfahrten 2027/28
Aida Cruises hat die geplante Orient-Saison im Winter 2027/2028 abgesagt. Die Reederei begründet die Entscheidung mit der weiterhin unsicheren Lage im Nahen Osten.
Betroffen sind die geplanten Orient-Reisen sowie mehrere damit verbundene Transreisen. Als Ersatz sollen andere Fahrtgebiete angeboten werden. Betroffene Gäste werden von der Reederei informiert.
Auch „Mein Schiff“, MSC und Costa sagen Orient-Reisen ab
Die Sicherheitslage im Nahen Osten wirkt sich weiterhin stark auf die Kreuzfahrtbranche aus. Mehrere Reedereien planen vorerst keine Reisen in die Golfregion.
Tui Cruises hat die Orient-Saison 2026/27 mit der „Mein Schiff“ Flow gestrichen. Auch MSC Cruises, Costa und weitere Anbieter haben Orient-Kreuzfahrten abgesagt oder aus dem Programm genommen.
Hintergrund ist die unsichere Lage rund um den Nahen Osten und die wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus. Für Reedereien sind Routen in der Region dadurch schwer planbar.
Was wurde aus den früheren „Mein Schiff“-Absagen?
Bereits im Frühjahr waren die „Mein Schiff 4“ und die „Mein Schiff 5“ von erheblichen Fahrplanproblemen betroffen. Beide Schiffe befanden sich zeitweise im Persischen Golf und wurden eigentlich für den Start der Mittelmeer-Saison erwartet.
Tui Cruises musste deshalb mehrere Mittelmeer-Reisen absagen oder verschieben. Später konnten einzelne Fahrten im Mittelmeerraum doch wieder stattfinden, nachdem die Schiffe Kurs in Richtung Europa nehmen konnten.
Für Reisende zeigt der Fall: Auch bereits gestrichene Kreuzfahrten können in Ausnahmefällen wieder aufgenommen werden, wenn sich die Lage kurzfristig verbessert. Verbindlich ist aber immer die direkte Information der Reederei.
Warum werden Kreuzfahrten abgesagt oder geändert?
Kreuzfahrten können aus verschiedenen Gründen kurzfristig ausfallen oder umgeplant werden. Häufige Ursachen sind:
- politische Konflikte oder Sicherheitslagen
- Unwetter oder starker Wind
- Niedrigwasser bei Flusskreuzfahrten
- technische Probleme am Schiff
- Streiks in Häfen
- beschädigte Hafenanlagen
- medizinische Notfälle an Bord
- Einschränkungen im Flugverkehr
- fehlende Lotsen oder Tenderbedingungen
Nicht jede Änderung bedeutet automatisch, dass eine ganze Reise ausfällt. Häufig wird nur ein Hafen gestrichen, durch einen anderen ersetzt oder durch einen zusätzlichen Seetag kompensiert.
Was sollten betroffene Kreuzfahrtgäste jetzt tun?
Wer eine Kreuzfahrt gebucht hat, sollte regelmäßig prüfen, ob es neue Informationen der Reederei gibt. Wichtig sind vor allem:
- Kundenkonto der Reederei kontrollieren
- E-Mails und SMS des Veranstalters prüfen
- Reisebüro oder Buchungsportal kontaktieren
- gebuchte Ausflüge überprüfen
- Flugzeiten und Transfers kontrollieren
- Erstattungs- und Umbuchungsangebote dokumentieren
- keine vorschnelle Eigenstornierung vornehmen
In vielen Fällen informieren Reedereien betroffene Gäste direkt. Bei Pauschalreisen können auch Reiseveranstalter oder Reisebüros zuständig sein.
FAQ: Kreuzfahrt-Absagen aktuell
Welche Kreuzfahrten sind aktuell abgesagt?
Aktuell betroffen sind unter anderem Orient-Kreuzfahrten mehrerer Reedereien sowie einzelne Reisen oder Routenänderungen bei Aida, „Mein Schiff“, Phoenix Reisen und weiteren Anbietern.
Warum fallen Kreuzfahrten aus?
Gründe können politische Konflikte, Wetter, Niedrigwasser, technische Probleme, Streiks oder gesperrte Hafenanlagen sein.
Bekomme ich Geld zurück, wenn meine Kreuzfahrt abgesagt wird?
Das hängt vom jeweiligen Fall ab. Wird eine Reise vollständig abgesagt, informieren Reedereien in der Regel über Erstattung, Umbuchung oder Gutscheinangebote.
Was passiert, wenn nur ein Hafen gestrichen wird?
Dann findet die Kreuzfahrt meist trotzdem statt. Oft wird ein Ersatzhafen angelaufen, ein zusätzlicher Seetag eingelegt oder die Liegezeit in einem anderen Hafen verlängert.
Wo sehe ich, ob meine Reise betroffen ist?
Reisende sollten die Website der Reederei, ihr Kundenkonto, E-Mails des Veranstalters und Hinweise des Reisebüros prüfen. Maßgeblich ist die direkte Information des Anbieters.