Russland und die Ukraine wollen nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Das teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit, ohne weitere Details zu nennen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf X, dass ein deeskalierender Schritt mit Blick auf kritische Infrastruktur „ein erster Schritt in Richtung Frieden“ sein könnte. „Der Krieg muss beendet werden.“
Allerdings müssten die Partner der Ukraine über eine Vereinbarung mit Russland sicherstellen, dass Russland ukrainische Energieanlagen, Infrastruktur und Lebensmittelversorgungswege nicht mehr angreife, schrieb Selenskyj. Die Ukraine sei nicht davon überzeugt, dass Russland bereit sei, sich an eine solche Vereinbarung zu halten. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.
Die Ukraine flog in den vergangenen Monaten schwere Angriffe gegen die russische Erdöl-Industrie und sorgte damit zeitweise für Engpässe auf dem Treibstoffmarkt in Russland. Moskau antwortete mit gezielten Angriffen auf Anlagen in der Ukraine und nahm auch einzelne Tankstellen ins Visier. Im Schwarzen Meer haben die Kriegsgegner jeweils Ziele der anderen Seite angegriffen.
Selenskyj will mit Trump sprechen
Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Selenskyj erst am Vortag aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. „Er muss aufhören, die Dieselversorgung in Russland lahmzulegen“, sagte Trump in Doonbeg an der irischen Westküste vor Journalisten. Trump ließ dabei außen vor, dass die jüngste Energiekrise erst durch den US-Krieg gegen den Iran und die Situation in der Straße von Hormus ausgelöst wurde.

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Selenskyj hatte zuvor erklärt, er wolle sich am 20. oder 21. September in New York mit Trump treffen, um mit ihm über Feuerpausen auf dem Meer sowie für Energieanlagen zu sprechen. „Wir sind offen für eine entsprechende Feuerpause in den Bereichen Seeverkehr und Energie“, sagte er im ukrainischen Fernsehen. Er werde all das mit dem US-Präsidenten besprechen, sofern es mit dessen Plänen übereinstimme und es Selenskyj gelinge, nach New York zu fliegen. (dpa)