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Kriminalitätsstatistik für Homburg 2.695 Straftaten wurden 2025 statistisch erfasst – aber gibt es auch Besserung?
Homburg · In Homburg wurden 2025 etwas mehr Straftaten registriert als im Jahr zuvor. Besonders stark stieg laut Kriminalitätsstatistik die Zahl der Wohnungseinbrüche. Welche Trends sich zudem abzeichnen.
21.08.2026 , 14:00 Uhr
Präsentation der Kriminalitätsstatistik (v. l.): Christian Karlowatz, Reiner Hartz, Michael Forster (CDU) und Simone Müller-Orschekowski.
Foto: Stefan Holzhauser
Am Donnerstag haben die Stadtverwaltung Homburg sowie die Polizeiinspektion (PI) im Homburger Rathaus auf einer Pressekonferenz die polizeiliche Kriminalitätsstatistik für 2025 vorgestellt. Oberbürgermeister Michael Forster (CDU) durfte dabei von der PI Homburg den Polizeirat Reiner Hartz sowie den stellvertretenden Dienststellenleiter und Polizeihauptkommissar Christian Karlowatz begrüßen. Auch die Leiterin der Ortspolizeibehörde, Simone Müller-Orschekowski, war vor Ort und beteiligte sich an der Diskussionsrunde. „Es gibt diese objektiven Zahlen, die dann mit dem subjektiven Empfinden der Bürgerinnen und Bürger zu vergleichen sind“, sagte Forster. Auch Hartz ging noch einmal darauf ein, dass die objektive Lage und das subjektive Empfinden der Bürger oft völlig unterschiedlich seien.
„Die PI Homburg wurde 2024 umstrukturiert – und zwar im Rahmen einer Umstrukturierung der gesamten saarländischen Polizei. Einige Kriminalitätsfelder in der Bekämpfung bei der Polizei im Saarland wurden komplett umstrukturiert. Dies hat auf Homburg Auswirkungen, etwa auf das Themenfeld Internetkriminalität“, sagte Hartz. Dieses werde inzwischen saarlandweit und nicht mehr von den Kollegen vor Ort bearbeitet. Oft würden die Täter von Callcentern im Ausland aus agieren.
Die PI Homburg ist zuständig für die Kreisstadt Homburg, die Städte Bexbach und Blieskastel sowie die Gemeinden Kirkel, Mandelbachtal und Gersheim – und damit auf einer Fläche von rund 368 Quadratkilometern für die Sicherheit von ungefähr 110.000 Einwohnern. In die Kriminalstatistik fließen Jahr für Jahr nur die der Polizei bekannt gewordenen Sachverhalte ein. Delikte, die beispielsweise aus Gründen von Scham nicht angezeigt wurden, sind daher nicht statistisch erfasst. Aufgeführt sind indes folgende Details: Art und Zahl der erfassten Straftaten, Tatort und Tatzeit, Opfer und Schäden, Aufklärungsergebnisse sowie Alter, Geschlecht und Nationalität von Tatverdächtigen.
Die Sicherheitslage im Saarland wurde in einer Präsentation aufgeschlüsselt.
Foto: Stefan Holzhauser
5.508.559 Straftaten wurden 2025 deutschlandweit registriert
Und dann ging es mit ganz vielen Zahlen los. In Deutschland wurden im Jahr 2025 5.508.559 Straftaten registriert, von denen 57,9 Prozent aufgeklärt werden konnten. Das waren 5,6 Prozent weniger Straftaten als im Jahr 2024. Die Aufklärungsrate ging um 0,1 Prozent zurück. Seit April 2024 ist ein weiterer Rückgang der Rauschgiftkriminalität feststellbar und ein um 28 Prozent deutlicher Rückgang ausländerrechtlicher Verstöße. Es gibt allerdings einen nochmaligen Anstieg bei tatverdächtigen Kindern und Jugendlichen. Die Zahlen bezüglich der Rauschgiftkriminalität seien auf die Neufassung des Cannabiskonsumgesetzes von April 2024 zurückzuführen, wo nun mehr legalisiert wurde. „Die tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen werden immer jünger. Es geht dabei um Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und auch Mobbing – sowohl im Freizeitverhalten als auch in der Schule“, erklärte Hartz.
Die Kriminalität im Saarland
In Bezug auf das Saarland wurden folgende Zahlen veröffentlicht: Registrierte Straftaten (66.372, +1,2 Prozent), Häufigkeitszahl (6.558, +1,4 Prozent), ermittelte Tatverdächtige (29.493, +2,4 Prozent) und die Aufklärungsquote (62,3 Prozent, +1,1 Prozent). Die Straftaten gegen das Leben haben mit 49 (+25,6 Prozent) extrem zugenommen – einen deutlichen Rückgang gab es dagegen beim Tatmittel Messer (263, -17,6 Prozent). Erfreulich: Aufgrund der vielen Berichte in der Öffentlichkeit und auch aufgrund des Nachfragens von Bankmitarbeitern beim Abheben hoher Geldsummen (Enkeltrick, Schockanrufe und beispielsweise auch falsche Polizisten) gingen die Straftaten zum Nachteil älterer Menschen auf 945 (-51,1 Prozent) deutlich zurück.
Doch gibt es negative Tendenzen in Sachen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (489, +9,6 Prozent) sowie Gewalt gegen Polizeibeschäftigte (ebenfalls 489, +10,8 Prozent). Den höchsten Anstieg von Straftaten gab es (mit +6,3 Prozent) im Kreis Merzig-Wadern. Insgesamt führt weiterhin der Regionalverband Saarbrücken mit 30.280 (+3,6 Prozent) die Tabelle in Sachen Straftaten auf Landkreisebene an.
Im Saarpfalz-Kreis gab es mit 6.723 Fällen 283 Fälle und somit +4,4 Prozent mehr als 2024. Im Saarpfalz-Kreis wurden somit 10,1 Prozent der registrierten saarländischen Straftaten begangen. Und dann wurde es für Forster besonders spannend, als die Zahlen für Homburg veröffentlicht wurden: Es waren im Jahr 2025 mit 2.695 etwas mehr als 2024 (2.640). Homburg belegt damit in der Gesamtstatistik der saarländischen Städte und Gemeinden Rang elf – negativer Spitzenreiter ist Saarbrücken vor Lebach und Neunkirchen. Bexbach ist 25., Blieskastel 37., Kirkel 39., Gersheim 44. und Mandelbachtal 52.
Die Wohnungseinbrüche sind in Homburg mit 75 zu 45 Fällen 2024 deutlich gestiegen – besonders gefährdet sind dabei Einwohner in der Innenstadt. Die Körperverletzungsdelikte sind mit 236 leicht zurückgegangen, die gefährlichen Körperverletzungsdelikte (74) leicht gestiegen. In Sachen Sachbeschädigung gab es mit 99 Taten an Kraftfahrzeugen 14 mehr als 2024. Raubdelikte (sieben gegenüber acht) gab es geringfügig weniger, Taschendiebstähle (75/65) aber mehr. Rauschgiftdelikte (66/72) nahmen ab. In Homburg gab es bei Verkehrsunfällen vier Tote. Vor Ort wurde noch einmal darauf hingewiesen, wie wichtig die Zusammenarbeit der Polizei mit kommunalen Behörden sei. (skm/loz)