Wende um neue Preis-Regel für Restaurants in Kroatien – was Urlauber jetzt wissen müssen

Kroatien verschiebt vorerst umstrittene Restaurant-Preisregel – womit Urlauber jetzt rechnen müssen

Stand: 29.09.2026, 21:52 Uhr

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Nur Tage vor der geplanten Einführung macht Zagreb einen Rückzieher: Die viel diskutierte Regelung für Restaurants und Geschäfte wird gestoppt, vorerst.

Zagreb – Kroatiens Gastronomen und Einzelhändler können aufatmen. Die Regierung in Zagreb hat die für den 1. Oktober 2026 geplante Einführung verschärfter Preisvorschriften zurückgezogen. Restaurants und Geschäfte sollten ursprünglich verpflichtet werden, neben dem aktuellen Preis einen historischen Vergleichspreis anzugeben und Preislisten online zu veröffentlichen.

Eine Strandpromenade in Supetar (Kroatien), daneben die abfotografierte Speisekarte eines Restaurants.

Restaurants und Geschäfte in Kroatien müssen vorerst keine Ankerpreise auf Speisekarten ausweisen – die Regierung hat die geplante Regelung gestoppt. © Imago/Facebook

Wirtschaftsminister Ante Šušnjar verkündete am Montag die Kehrtwende. Er habe in den vergangenen Tagen intensiv auf die Einwände von Händlern, Gastronomen und Unternehmern gehört. „Wenn sich herausstellt, dass wir eine Lösung zu weitreichend angelegt oder nicht genug Zeit für ihre Umsetzung gelassen haben, ist es verantwortungsvoll, dies zu korrigieren“, schrieb Šušnjar auf der Plattform X. Seine fast 20-jährige Erfahrung als Unternehmer habe ihm gezeigt, welchen zusätzlichen Verwaltungsaufwand, welche Systemumstellungen und Kosten neue Vorschriften verursachen können.

Kroatien kippt Ankerpreis-Pläne: Neue Regeln erst ab November 2026

Die sogenannten Ankerpreise sollten ursprünglich flächendeckend in der Gastronomie und im Einzelhandel gelten. Verbraucher hätten auf einen Blick sehen sollen, wie sich Preise für Produkte oder Dienstleistungen über die Zeit verändert haben. Zusätzlich war eine Pflicht zur digitalen Veröffentlichung aktueller Preislisten vorgesehen.

Gastronomen zeigten sich empört über die geplante Maßnahme. Experten warnten vor praktischen Umsetzungsproblemen und einem Durcheinander an den Tischen. Der Minister erklärt: „In den vergangenen Tagen habe ich aufmerksam die Reaktionen von Handwerkern, Unternehmern und Händlern verfolgt, die ab dem 1. Oktober die neuen Ankerpreis-Regeln hätten umsetzen müssen.“

Der Aufschub bedeutet jedoch keine endgültige Absage an das Vorhaben. Šušnjar kündigte an, die Regierung wolle nun einen dauerhaften Rahmen mit vernünftigen Ausnahmeregelungen erarbeiten. Für November 2026 sind neue Vorschriften geplant, die Basispreise und Preislistenveröffentlichungen betreffen. Dabei sollen administrative Anforderungen wegfallen, die Verbrauchern keinen echten Nutzen bringen.

Bei Verstößen gegen die ursprünglich vorgesehenen Regeln hätten Betriebe mit Sanktionen bis zu 30.000 Euro rechnen müssen. Die Maßnahme sollte nach Angaben der Regierung Transparenz für Touristen und einheimische Konsumenten schaffen.

Für Verbraucher bedeutet das vorerst, dass sie beim Einkaufen und in der Gastronomie zunächst weiterhin ohne verpflichtenden Preisvergleich auskommen müssen, langfristig aber ab November mit klareren, praxistauglicheren Regeln zur Preistransparenz rechnen können, die laut Šušnjar echten Nutzen statt bloßer Bürokratie bringen sollen. Quellen: x.com (bk)