Stand: 09.08.2026, 17:55 Uhr
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Der KSV Hessen Kassel hat sein erstes Saisonspiel gegen Eintracht Frankfurt II gewonnen. Frankfurts Torhüter Amil Siljevic sah bereits in der 5. Minute die Rote Karte. Danach wurde es ein ungefährdeter Erfolg.
Kassel – Das war einfacher als im Vorfeld erwartet. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel hat mit dem 3:0 (2:0) gegen Aufsteiger Eintracht Frankfurt II einen perfekten Start in die Saison hingelegt. Der personell dezimierte, kleine Kader der Gastgeber zeigte einen engagierten und überzeugenden Auftritt. Vor 3255 Zuschauern im Auestadion spielte den Gastgebern allerdings ein früher Platzverweis in die Karten. Das Spiel in Stichpunkten.
Der Auftakt
Der schon viel Entscheidendes hatte. Denn: Zunächst gab eine frühe Großchance durch Leon Damer schnell die Richtung vor. Der Schuss des Kasseler Neuzugangs wurde in letzter Sekunde zur Ecke abgeblockt. Die spielentscheidende Situation folgte dann in der 5. Minute. Jan Dahlke zog Richtung Strafraum, wo ihm Torhüter Amil Siljevic entgegenstürmte, Dahlkes Schuss mit der Hand abwehrte. Außerhalb des Strafraums! Klar, das bedeutet: Platzverweis! „Schlechter kannst du nicht starten. Unser ganzer Plan ist früh über den Haufen geworfen worden“, sagte Gäste-Trainer Patrick Glöckner später. Allerdings galt auch: Der KSV spielte seine Überzahl dann richtig gut aus, entschied das Spiel bereits vor der Pause.
Der Elfmeter
Ein Feldspieler musste vom Feld, Emil Möhler stand bei der Eintracht nun zwischen den Pfosten. Die Gastgeber waren sofort hoch überlegen, erspielten sich immer wieder gute Chancen. Pech, dass ein Freistoß von Adrian Bravo Sanchez am Pfosten landete (8.). Der KSV spielte richtig gut. Einziges Manko: Der letzte Ball landete zunächst meist beim Gegner. Dann aber zog Sercan Sararer in den Strafraum, wurde zu Fall gebracht. Kein böses Foul, aber unstrittig ein Elfmeter. Sararer trat selbst an, verlud Möhler und erzielte die Führung (30.).
Der Sturmlauf
Dem 1:0 folgte die stärkste Phase der Löwen. Frankfurt konnte sich kaum noch befreien. Es hätte zur Pause locker 3:0 oder 4:0 stehen können. Aber Jan Dahlke traf nach Vorarbeit von Bravo Sanchez das Außennetz (35.) und später nach einer der vielen schönen Flanken von Nael Najjar mit einem Kopfball die Latte (41.). Zumindest das 2:0 gab es aber. In der 36. Minute erzielte es mit Nick Rothweiler ein Neuzugang. Es war eine sehenswerte Direktabnahme nach einer ebenso sehenswerten Flanke von wem? Na klar, von Najjar.
Die zweite Hälfte
„Ich habe in der Pause gewarnt, nicht nachzulassen und auf das 3:0 zu gehen. Wenn es schlecht läuft, kassierst du aus dem Nichts ein Gegentor und kommst plötzlich ins Grübeln.“ Die Warnung von Löwen-Trainer René Klingbeil kam an bei seiner Mannschaft. Der KSV spielt nicht mehr so druckvoll wie zuvor, was angesichts der Temperaturen auch kein Wunder war. Aber er ließ praktisch nichts zu, auch nicht, als die Frankfurter etwas mutiger nach vorn spielen wollten. Ein abgeblockter Schuss von Bravo Sanchez hätte bereits das 3:0 bringen können (57.). Was hier noch fehlte, holte Jan Dahlke dann nach. In der 77. Minute nutzte er die Vorarbeit der beiden eingewechselten Emre Böyükata und Joel Richter zur endgültigen Entscheidung.
Der Torhüter
Jonas Nickisch würde nach seiner Verletzung beim Test gegen Schalke fehlen. Das war klar. Nicht ganz klar war, wem Klingbeil nun vertrauen würde. Der Löwen-Trainer entschied sich für Finn Sauer. Der 19-Jährige war bereits gegen den Bundesligisten eingewechselt worden, hatte gute Szenen, aber wackelte auch bei zwei Gegentoren. Klingbeils Vertrauen wurde gerechtfertigt. Sauer bekam natürlich wenig zu tun, wirkte in den Situationen, die er lösen musste, aber unaufgeregt und sicher. „Er hat bis 12 Uhr noch gearbeitet und dann eine stabile Leistung abgeliefert. Das verdient Respekt“, lobte Klingbeil.
Der Trainer
Für René Klingbeil war das 3:0 ein besonderer Sieg, denn: „Ich bin ein junger Trainer, aber das war heute mein erster Sieg in einem Auftaktspiel.“ Zum Spiel sagte er: „Wir sind sofort gut reingekommen. Wir wissen, dass wir guten Fußball spielen können, aber heute bin ich richtig stolz, was meine Mannschaft alles auf die Platte gelegt hat. Ich freue mich für Nael Najjar, aber auch wie Maurice Springfeld durchgehalten hat und was Emre Böyukata an Metern gemacht hat, verdient Respekt.“