Lieber die Blase zusammenkneifen: Das ist der schlimmste Rastplatz des Ostens

Es gibt diesen Moment auf der Langstrecke, in dem der Kaffee von der letzten Pause die Regie übernimmt. Blinker raus, Schild verspricht Erlösung.

Und dann steht man vor einer Tür, hinter der es nach 1994 riecht.

Der ADAC hat 50 unbewirtschaftete Rastplätze getestet. Ostdeutschland kommt dabei erstaunlich glimpflich davon. Was vor allem etwas über den Rest der Republik verrät.

Rodablick, der Letzte des Ostens

Den Titel „schlechtester Rastplatz Ostdeutschlands“ holt sich Rodablick an der A4 in Thüringen. Gesamtnote: mangelhaft.

Dahinter folgen Rödertal, ebenfalls A4, und Mölenbarg Süd an der A20 in Mecklenburg-Vorpommern. Beide immerhin „ausreichend“ – jene Note, mit der man in der Schule weiterkam, ohne dass irgendwer stolz war.

Das Elend beginnt auf dem Klo

Sauberkeit ist für Autofahrer das wichtigste Kriterium. Und ausgerechnet dort holen 62 Prozent der Plätze ein „mangelhaft“ oder schlechter.

Toiletten waren gesperrt. Papier fehlte, Seife ebenfalls. Handtrockner pusteten ins Nichts.

Fast jeder zweite fällt durch

46 Prozent aller getesteten Rastplätze rasseln durch die Prüfung. Der Anteil der guten Anlagen ist von 40 auf 18 Prozent geschrumpft, ein „sehr gut“ hat der ADAC diesmal an niemanden vergeben.

Und der Osten? Kein einziger Platz landet in der Kategorie „sehr mangelhaft“. Die wahren Katastrophen stehen woanders.

Zwei Spielplätze. Auf 50 Rastplätzen.

Frischwasser für Wohnmobile: auf keiner einzigen Anlage. Stellplätze für Gespanne und Camper: oft Fehlanzeige.

Beim Sicherheitsgefühl kritisiert der ADAC dunkle Parkflächen und Toilettenhäuser, die von der Fahrbahn aus niemand einsehen kann. Auf jedem fünften Rastplatz fehlt eine Notrufeinrichtung.

Was das für die Sommerreise heißt

Wer im Stau steht und auf das nächste blaue Schild hofft, sollte die Erwartungen tief hängen. Der kurze Halt kann schneller zur Zumutung werden, als der Kaffee wirkt.

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