Liegt Modschtaba Chamenei im Sterben?
Abgetauchter Obermullah gibt Rätsel auf
Um das geistige Oberhaupt des Irans kursieren viele unterschiedliche Gerüchte. Modschtaba Chamenei zeigt sich weiterhin nicht in der Öffentlichkeit. Nun kommen Gerüchte auf, dass er todkrank sei. Welche Theorien zum Obermullah derzeit kursieren.
Publiziert: 19:12 Uhr
Darum gehts
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- Irans Oberster Führer Chamenei bleibt verschwunden, befördert aber Militärs am Montag
- Spekulationen über kritische Gesundheit, CIA und Mossad suchen ihn
- Video zeigt Chamenei gesund, doch Aufnahme stammt aus früheren Jahren
Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk
Am Montag ernannte der Oberste Führer des Irans, Modschtaba Chamenei (56), General Ali Abdollahi zum neuen Stabschef der iranischen Streitkräfte. Zudem beförderte er Ahmad Wahidi zum Oberbefehlshaber der mächtigen Revolutionsgarde (IRGC). Der Personalwechsel wurde ohne grosse Zeremonie verkündet. Von einem öffentlichen Auftritt sah Chamenei abermals ab. Versteckt er sich aus Angst vor Angriffen – oder ist er schwer krank?
Schon vor seinem Amtsantritt im März tauchte der Obermullah unter und meldet sich seither nur noch schriftlich oder über hohe Regierungsbeamte bei seinem Volk und seinen Verhandlungspartnern. Nach dem US-israelischen Angriff am 28. Februar, bei dem sein Vorgänger und Vater Ali Chamenei (†81) getötet wurde, soll er sich komplett abgeschottet haben. Sogar bei der Beisetzung seines Vaters am 6. Juli sorgte er mit Abwesenheit für Aufsehen.
Liegt Chamenei im Sterben?
Wie die britische «Times» berichtete, versuchen sowohl die CIA als auch der Mossad, Chamenei mit modernster Technik aufzuspüren. Dieser befinde sich jedoch höchstwahrscheinlich an einem unterirdischen Ort, nutze keine elektronischen Geräte und melde sich nur über ein Netzwerk von Kurieren, die seine handgeschriebenen Zettelchen weitergeben – grossteils ohne selbst zu wissen, von wem die Notizen kommen.
Nicht nur um seinen Verbleib wird spekuliert. Seit der Operation Epic Fury, bei der sich Chamenei Verletzungen zugezogen haben soll, ist unbekannt, wie es wirklich um seine Gesundheit steht. In den vergangenen Wochen häuften sich Gerüchte, dass er sich in einem kritischen Zustand befinden würde. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es jedoch bislang nicht.
Seine Abwesenheit lässt auch innere Kreise zweifeln
Unter anderem das iranische Exilmedium «Iran Wire» berichtete vergangene Woche, dass der Oberste Führer seit seinem Untertauchen kein Kabinettsmitglied mehr getroffen habe und dass er Gerüchten zufolge demnächst aus gesundheitlichen Gründen sterben könnte. Bei dem Bericht beruft sich das Medium auf zwei regierungsnahe Quellen. Auch dass der iranische Präsident Massud Peseschkian (71) am vergangenen Mittwoch im staatlichen Fernsehen angab, dass die Kommunikation mit Chamenei derzeit sehr schwierig sei, gab Anlass zu Spekulationen.
Dieser solle sich zuvor laut «Iran International» im Mai mit Chamenei auf dem Rücksitz eines Fahrzeugs in Teheran getroffen haben. Mitarbeitern aus dem Präsidentenbüro zufolge habe Peseschkian nach dem kurzen Gespräch im Dunkeln daran gezweifelt, dass er tatsächlich dem Obermullah gegenübergesessen habe. Offiziell berichtete der Präsident jedoch von einem zweieinhalbstündigen Gespräch in herzlicher Atmosphäre.
Plötzlich soll er bei bester Gesundheit sein
Am Montag berichtete Peseschkian nun von einem erneuten Treffen mit Chamenei. Er gab nicht an, wann das rund siebenstündige Gespräch über die Situation im Iran stattgefunden hat. Körperlich soll sich Chamenei jedoch in einem völlig gesunden Zustand befunden haben.
Die halbamtliche Nachrichtenagentur Mehr veröffentlichte zudem bereits am Sonntag ein mysteriöses Video, das den Obersten Führer ohne sichtbare Narben in einem Kreis von jungen Männern zeigt – dabei handelt es sich jedoch laut mehreren Medienberichten um eine jahrealte Aufnahme.