Ein angeblicher Geekbench-Test zum Apple M6 Pro sorgt mit Rekordwerten für Aufsehen. Doch ausgerechnet der Geekbench-Gründer zweifelt an der Echtheit des Eintrags - und auch Apples mutmaßliche Chipstrategie spricht dagegen.

WinFuture / KI
Angeblicher M6-Pro-Benchmark sorgt für Zweifel
Ein angeblicher Geekbench-Eintrag zu Apples noch nicht vorgestelltem M6 Pro hat für Aufmerksamkeit gesorgt. Die darin genannten Werte lägen über denen eines M5 Max mit 18 CPU-Kernen. Der Gründer von Geekbench hält das Ergebnis laut wccftech jedoch offenbar für nicht glaubwürdig.
In der Benchmark-Datenbank erschien ein System mit der Bezeichnung M6 Pro. Genannt wurden ein Single-Core-Wert von fast 5.000 Punkten sowie eine hohe Mehrkernleistung. Damit würde der Chip ein aktuelles Spitzenmodell der Apple-Prozessorfamilie übertreffen.
Entwickler sieht Unstimmigkeiten
John Poole, Gründer des Benchmark-Anbieters Geekbench, erklärte gegenüber MacRumors, bei dem Eintrag seien "interne Unstimmigkeiten" aufgefallen. Technische Details nannte er nicht.
Benchmark-Datenbanken enthalten neben Messungen von Herstellern auch Ergebnisse von Nutzern. Modellbezeichnungen und Systemdaten können falsch hinterlegt oder manipuliert werden. Hohe Werte allein belegen weder die Existenz eines Chips noch dessen spätere Leistung.
Auch die Produktstrategie passt nicht
Bloomberg hatte bereits im Juni berichtet, Apple wolle bei den leistungsstärkeren Mac-Chips auf M6-Pro- und M6-Max-Varianten verzichten. Demnach könnte auf einen regulären M6 direkt eine M7-Familie mit M7 Pro, M7 Max und M7 Ultra folgen.
Ein M6 Pro wäre damit zwar nicht ausgeschlossen. Apple äußert sich grundsätzlich nicht zu unveröffentlichten Produkten. Der Eintrag widerspricht, wenn man das bedenkt, den bisherigen Berichten.
Technische Details sind kein Beweis
Die angegebenen Kerndaten wirken teilweise plausibel. Eine höhere Taktfrequenz als beim M5 Max wäre bei einer neuen Prozessorgeneration möglich. Auch eine hohe Zahl an CPU-Kernen schließt einen Pro-Chip nicht aus. Die Angaben sind dennoch nicht bestätigt. Realistisch wirkende Daten können sich an Erwartungen aus früheren Chipgenerationen orientieren. Der Eintrag löste vor allem Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken und unter Apple-Beobachtern aus. Seine technische Grundlage bleibt unklar.
Der angebliche M6-Pro-Benchmark ist ein unbestätigter Datenbankeintrag und sollte nicht als gesicherter Leak gelten. Apple hat einen M6 Pro bislang nicht vorgestellt, unabhängige Tests gibt es nicht. Die Einschätzung von Geekbench-Gründer Poole und Berichte über einen möglichen Verzicht auf M6-Pro- und M6-Max-Modelle sprechen gegen eine vorschnelle Bewertung der Werte.
Leistungsdaten werden erst belastbar, wenn Apple neue Hardware vorstellt und unabhängige Tests vorliegen.
Wie schätzt ihr den angeblichen M6-Pro-Benchmark ein: spannender Vorgeschmack auf kommende Macs oder ein Beispiel dafür, wie vorsichtig man mit angeblichen Leaks umgehen sollte? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.
Zusammenfassung
- Ein angeblicher Geekbench-Eintrag für Apples M6 Pro sorgt für Zweifel
- Die dort genannten Werte übertreffen sogar den aktuellen M5-Max-Chip
- Der Geekbench-Gründer John Poole sieht dabei interne Unstimmigkeiten
- Einträge in Benchmark-Datenbanken lassen sich recht leicht fälschen
- Apple plant laut früheren Gerüchten womöglich gar kein M6-Pro-Modell
- Belastbare Leistungsdaten gibt es erst nach offiziellen Hardware-Tests
Siehe auch:
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