Gestern, 11:59
Michele Coviello
Pegelstände des Rheins fallen weiter – Rekordtief in Köln
Der bereits extrem niedrige Wasserstand des Rheins geht im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) noch weiter zurück. In Köln wurde aktuell ein historischer Tiefstwert gemessen, wie aus Daten des Wasserstrassen- und Schifffahrtsamtes Rhein hervorgeht.
Nach der Prognose werden die Pegelstände in Köln, Düsseldorf, Emmerich und Duisburg-Ruhrort bis Freitagabend noch deutlich gegenüber den derzeitigen Werten sinken.
«Man kann es kaum glauben, was man da sieht», sagt Moritz Axt, Sprecher des Amtes. In der kommenden Woche sei ein leichter Anstieg der Pegelstände zu erwarten. «Das stellt noch keine Entspannung dar.» Die Wasserstände des Rheins in NRW blieben weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.
An den Pegeln Köln, Düsseldorf und Duisburg-Ruhrort stammen die alten historischen Tiefstwerte vor der Trockenheit in diesem Sommer vom 23. Oktober 2018. Sollte die aktuelle Prognose bis Freitagabend eintreffen, würden diese alten Tiefstwerte von 2018 um mehr als 20 Zentimeter unterschritten.
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Gestern, 08:52
Michele Coviello
Waldbrand in Deutschland: Möglichst aufs Duschen verzichten
Wegen des hohen Wasserbedarfs bei der Bekämpfung eines grossen Waldbrandes bei Rodenbach im Bundesland Hessen hat ein Wasserversorger die örtliche Bevölkerung zum Wassersparen aufgerufen.
Die Wasserreserven würden für die Brandbekämpfung benötigt, heisst es in einer Warnmeldung des Main-Kinzig-Landkreises. «Bitte verzichten Sie möglichst auf Duschen, Baden, das Bewässern von Gärten sowie wasserintensive Tätigkeiten.» Der Verbrauch solle auf «das absolut Notwendigste» reduziert werden. Mittlerweile laufe zwar wieder mehr Wasser in die Hochbehälter, als abgezapft werde, dennoch werde die Warnung vorläufig aufrechterhalten.
Der Grossbrand nahe Rodenbach hatte auf einer Waldfläche von rund 55 Hektaren gewütet, ist aber mittlerweile unter Kontrolle. Nun steht für die Feuerwehr die Bekämpfung von Glutnestern an. Am Montag waren gleich an mehreren Stellen in dem Waldstück Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde niemand.

Der Waldbrand bei Rodenbach breitete sich bis nach Bayern aus.
ImagoMontag, 10. Aug., 16:45
Elena Panagiotidis
Fast Dreiviertel Englands leiden unter Blitzdürre
Fast drei Viertel Englands sind inzwischen von Dürre betroffen. Laut Angaben der britischen Regierung herrscht auf 71,3 Prozent der Landesfläche eine sogenannte Blitzdürre – verursacht durch sehr geringe Niederschläge und hohe Temperaturen. Ende Juli war noch knapp die Hälfte Englands als Dürregebiet eingestuft worden. Rund 45 Millionen Menschen leben derzeit in einem betroffenen Gebiet, für 27 Millionen gelten Einschränkungen beim Wasserverbrauch. Grossbritannien erlebt bereits die fünfte Hitzewelle des Jahres; England und Wales verzeichneten vorläufig den trockensten Juli seit 190 Jahren. Besonders extrem ist die Lage im Südosten Englands, wo nur rund ein Prozent der üblichen Niederschlagsmenge fiel. Flüsse, Stauseen und Grundwasserstände sinken weiter, zugleich steigt die Waldbrandgefahr. Die Trockenheit setzt zudem Landwirtschaft und Tierwelt unter Druck.

Ein ausgetrockneter Teil des Hollow Pond in Leytonstone im Osten Londons. Die anhaltende Dürre betrifft neben der Hauptstadt auch weitere Teile Grossbritanniens.
Vuk Valcic / ImagoMontag, 10. Aug., 14:42
Elena Panagiotidis
Grosser Waldbrand in Andalusien breitet sich aus
Ein Waldbrand in der Provinz Huelva im Südwesten Spaniens hat sich ausgebreitet. Das Feuer wütet bereits seit Donnerstag. Die Regionalregierung von Andalusien schätzte die betroffene Fläche auf mehr als 20 000 Hektaren. Unklar ist noch, wie viel Fläche davon tatsächlich den Flammen zum Opfer gefallen ist.
Das Feuer sei derzeit «ausserhalb der Löschkapazität», sagte der andalusische Innenminister Antonio Sanz. Nicht wegen fehlender Mittel, sondern «aufgrund des extremen und unberechenbaren Verhaltens der Flammen2. Es gehe zunächst in erster Linie darum, «die Menschen zu schützen». Insgesamt 479 Personen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Menschen schauen in El Madrono bei Sevilla auf die Flammen.
Mauri Buhigas / Epa EfeMontag, 10. Aug., 09:22
Kevin Weber
Ernteausfälle in Österreich verursachen eine Milliarde Euro Schaden
Die wochenlange Dürre mit Rekordhitze hat in Österreich in der Landwirtschaft zu einem Gesamtschaden von rund einer Milliarde Euro geführt. Das hat die Österreichische Hagelversicherung als Agrar-Spezialversicherer mitgeteilt. Der Betrag könne noch steigen, wenn die Dürre über die Monatsmitte hinaus anhalte, hat es geheissen. Die jetzige Situation sei einmalig, hat der Chef der Versicherung, Kurt Weinberger, gesagt. «Wir haben ein Niederschlagsdefizit wie noch nie, wir haben Hitzetage wie noch nie, und wir haben Rekordtemperaturen wie noch nie.»
Es sei mit Ernteausfällen von durchschnittlich rund 30 Prozent zu rechnen. Besonders betroffen sei das Grünland. Bauern hätten aus Futtermangel ihre Rinder zur Notschlachtung bringen müssen, hat Weinberger gesagt. Aber auch bei Mais, Soja und Getreide sei mit erheblichen Ernteausfällen zu rechnen. Immerhin seien im Durchschnitt 60 Prozent der Flächen gegen solche Schäden versichert.
Montag, 10. Aug., 02:40
Natalie Mayroth
Juni und Juli waren in Westeuropa so warm wie noch nie
In Westeuropa ist es in den Monaten Juni und Juli so heiss gewesen wie nie zuvor in den beiden Sommermonaten. Die Durchschnittstemperatur in der Region, zu der auch die Schweiz und Deutschland zählen, hat in dem Zeitraum 21,62 Grad betragen, wie der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus in Bonn mitgeteilt hat. Damit hat sie 2,79 Grad über dem langjährigen Juni-Mittel von 1991 bis 2020 gelegen.
Allerdings verweist Copernicus auf ein ausgeprägtes Temperaturgefälle von West- nach Osteuropa und Skandinavien, wo es wesentlich kühler gewesen ist.
Sonntag, 9. Aug., 18:05
Elena Panagiotidis
Hunderte fliehen vor Waldbrand im Südwesten Spaniens
Knapp 500 Menschen sind wegen eines Waldbrandes im Südwesten Spaniens in Sicherheit gebracht worden. Das am Donnerstag ausgebrochene Feuer habe bislang in der Provinz Huelva rund 8000 Hektaren erfasst, teilte die Regionalregierung von Andalusien mit. Die Zahl der Evakuierten sei in den vergangenen Stunden leicht auf 474 gestiegen. Derzeit seien aber keine Ortschaften unmittelbar gefährdet, hiess es.
Die Flammen hätten sich in den vergangenen Tagen auch wegen starker Winde schnell ausgebreitet, sagte der andalusische Innenminister Antonio Sanz. Heute sei man etwas optimistischer. Bei der Bekämpfung habe man auch dank besserer Wetterbedingungen Erfolge erzielt. Der südliche Teil des Brandes sei inzwischen unter Kontrolle.

Die Waldbrandsaison in Spanien verläuft in diesem Jahr ungewöhnlich heftig. Zurzeit sind vor allem die Menschen im Südwesten des Landes beunruhigt.
Mauri Buhigas / Epa Efe / EPA EFEIn der Nähe der Kleinstadt Niebla, rund 60 Kilometer westlich von Sevilla, kämpfen rund 500 Einsatzkräfte im hügeligen Waldgebiet weiter gegen die Flammen. Sie werden zeitweilig von bis zu 26 Löschflugzeugen und Helikoptern unterstützt.
Samstag, 8. Aug., 09:51
Jacqueline Lipp
Touristen und Einheimische wegen Waldbrand am Gardasee evakuiert
Wegen eines grossen Waldbrands am Gardasee sind mehr als 200 Personen evakuiert worden, darunter zahlreiche Touristen. Das Feuer brennt nach Angaben der Feuerwehr auf dem Gebiet der Gemeinde Tignale am Westufer von Italiens grösstem See.
Der Brand in den Bergen oberhalb des Ufers verbreitete sich laut der Feuerwehr am Freitagabend sowie in der Nacht rasant. Auch am Vormittag waren noch zahlreiche Einsatzkräfte bemüht, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, zunächst allerdings ohne Erfolg.
Italien leidet seit Wochen unter einer Hitzewelle mit Temperaturen von teils mehr als 40 Grad. In fast allen Grossstädten gilt wegen akuter Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung aktuell Alarmstufe Rot.
Samstag, 8. Aug., 09:20
Jacqueline Lipp
Armee-Helikopter versorgen Alpbetriebe mit Wasser
Die Trockenheit wird für viele Alpbetriebe zum Problem. Im Kanton Freiburg etwa ist Bauern auf mehreren schlecht erreichbaren Alpen das Wasser ausgegangen. Die Behörden baten deshalb diese Woche die Armee um Hilfe. Von Mittwoch bis Freitag standen Helikopter vom Typ Super Puma im Einsatz und lieferten insgesamt etwa 100 000 Liter Wasser zu den Alprindern.

Ein mit Wasser gefüllter Behälter schwebt an einem Helikopterseil über der Alp Le Combi. Wegen der anhaltenden Trockenheit werden abgelegene Alpen im Kanton Freiburg aus der Luft mit Wasser versorgt.
Dominic Nahr / NZZFreitag, 7. Aug., 11:01
Lucia Grassi
Niedrigwasser der Donau gibt tote Wehrmachtssoldaten frei
Das Niedrigwasser der Donau hat in Budapest die Überreste von zwei Wehrmachtssoldaten, ein Motorrad und Tellerminen freigegeben.
Mitarbeiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hätten die Gebeine der Soldaten exhumiert, teilte der Volksbund mit. Wegen der entdeckten 35 Tellerminen zur Panzerabwehr sei auch der Kampfmittelräumdienst im Einsatz gewesen.
Hitze und Trockenheit führten zu einem Rekord-Tiefstand der Donau. Dieser hat auch den Verkehr der Flusskreuzfahrtschiffe auf dem Budapester Abschnitt des Stromes zum Erliegen gebracht.