Das Wichtigste in Kürze
- Die Polizei sucht nach einem 48-Jährigen, der für Sabotage-Akte an Umspannwerken in NRW und Brandenburg verantwortlich sein soll.
- Beim Hambacher Forst wurde ein Fahrzeug gefunden, dass dem Mann gehören soll, Einsatzkräfte suchen mit einem Polizeihund nach Spuren.
- Bei einer Pressekonferenz sprachen NRW-Innenminister Reul und Bundesinnenminister Dobrindt von "Klimaextremismus" und einer "hohen Bedrohungslage".
20:47 Uhr: LKA sichert Spuren im Lkw
Am Hambacher Forst ist es bald dunkel, doch für die Beamten ist der Arbeitstag noch lange nicht beendet. Mitarbeiter des LKA sichern jetzt Spuren im mutmaßlichen Lkw des Umspannwerk-Saboteurs.
20:19 Uhr: Noch viel Polizei vor Ort, aber Einsatz wird bald beendet
Unsere Reporterin Sophia Naim berichtet aus Niederzier am Hambacher Forst: Noch ist viel Polizei vor Ort. Ein Pressesprecher der Polizei Köln sagt: Der Einsatz wird hier wohl gleich eingestellt, die Fahndung geht aber weiter.
Die Polizei vermutet den mutmaßlichen Täter Daniel V. nicht mehr in der Gegend, die Fahndung gehe in der Nacht an anderen Orten weiter. Das SEK war mit Spürhund im Hambacher Forst im Einsatz, konnte aber keine Person finden. Das Fahrzeug werde wahrscheinlich abgeschleppt. Das Landeskriminalamt wird aber noch am Abend Spuren sichern.
20:03 Uhr: Möglicherweise weitere Sabotage-Versuche in Sachsen
Einem Medienbericht zufolge sind am Freitag auch in Sachsen Sprengvorrichtungen nahe Umspannwerken entdeckt worden. Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, wurden entsprechende Vorrichtungen nahe zweier Anlagen im Landkreis Görlitz gefunden. Die Polizei bestätigte einen größeren Einsatz in der Region, machte zunächst aber keine weiteren Angaben. Der MDR berichtete unterdessen von einer Suchaktion von Einsatzkräften in einem Waldstück bei Schleife im Landkreis Görlitz nahe der Grenze zu Brandenburg. Ob der Einsatz mit den Ermittlungen zu den jüngsten Sabotageakten an Stromleitungen zusammenhängt, ließ die Polizei demnach offen.
19:20 Uhr: Polizei durchsucht Auto und Wald mit Spürhund
Nach Informationen unserer Reporterin vor Ort hat die Polizei das verdächtige Fahrzeug mithilfe eines Spürhunds untersucht. Nun setzen die Beamten mit dem Hund die Suche im angrenzenden Hambacher Forst fort.
18:59 Uhr: Pressekonferenz von Reul und Dobrindt - "Hohe Bedrohungslage"
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach bei seinem Besuch in Düsseldorf von einer "hohen Bedrohungslage". Diese Bedrohungen kämen "nicht nur aus einer Richtung", sondern würden aus vielen verschiedenen Richtungen auf uns einwirken, so Dobrindt bei dem gemeinsamen Pressestatement mit NRW-Innenminister Reul. Was Dobrindt und Reul noch gesagt haben: hier die Zusammenfassung und die ganze Pressekonferenz im Video.
Hier unsere Zusammenfassung der Aussagen:
18:47 Uhr: Verdächtiger mutmaßlich zu Fuß unterwegs, sagt Reul
Nach dem SEK-Einsatz in Niederzier im Kreis Düren sagte NRW-Innenminister Reul, der Mann sei jetzt vermutlich zu Fuß unterwegs und werde nicht weit kommen. Ein Spezialeinsatzkommando hatte ein Fahrzeug beim Hambacher Forst gestürmt. Der Mann habe sich aber nicht in dem Wagen befunden. Jetzt werde das Fahrzeug auf Spuren durchsucht.
18:33 Uhr: Reiche betont - "Energieversorgung ist sicher"
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht die Angriffe auf die Energieversorgung in NRW und Brandenburg als Angriffe auf die Einwohner. "Wer auf Stromleitungen zielt, zielt auf die Bürgerinnen und Bürger", sagte sie einer Mitteilung zufolge.
Reiche betonte außerdem: "Die Energieversorgung in Deutschland ist sicher. Es kam zu keinen Ausfällen für einzelne Haushalte. Das zeigt, dass wir mit unseren hohen Sicherheitsstandards ein resilientes System aufgebaut haben."
Die Vorfälle machten laut der Ministerin aber auch deutlich, wie wichtig es sei, die Widerstandsfähigkeit der Energieversorgung zu stärken.
18:10 Uhr: Präzisierung zum SEK-Einsatz
Der Zugriff auf den auffälligen Laster erfolgte im Ort Niederzier im Kreis Düren, nahe des Hambacher Forsts, aber nicht im Wald selbst.
17:52 Uhr: Reul bestätigt Einsatz beim Hambacher Forst
Im Interview mit dem WDR hat NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) den SEK-Einsatz in der Nähe vom Hambacher Forst noch einmal bestätigt.
17:34 Uhr: Pressekonferenz beendet
Die Pressekonferenz von Reul und Dobrindt ist beendet.
17:33 Uhr: SEK-Zugriff am Hambacher Forst
Es war nur am Ende der PK kurz Thema, aber währenddessen wurde bekannt: Nach WDR-Informationen gab es einen SEK-Zugriff am Hambacher Forst. Demnach näherten sich schwer bewaffnete Männer des Spezialeinsatzkommandos einem auffälligen Laster und stürmten ihn. Doch ohne Erfolg – der gesuchte Tatverdächtige ist nicht da. Der Zugriff erfolgte direkt in der Nähe des bekannten und lange umkämpften Braunkohletagebaus Hambacher Forst zwischen Aachen und Köln in Nordrhein-Westfalen. Ob der Verdächtige hier noch weitere Anschläge geplant hat, ist unklar. Denn er will ja laut Bekennerschreiben genau fossile Energieformen bekämpfen. Dazu gehört Braunkohle.
17:29 Uhr: "Wir müssen mit weiteren Anschlagsszenarien rechnen"
Aus Sicht von Bundesinnenminister Dobrindt muss in Deutschland mit weiteren Anschlagsszenarien gerechnet werden. Er sprach sich auch dafür aus, dass Unternehmen befähigt werden müssten, selbst Drohnen abzuwehren. Daneben müssten die Sicherheitsbehörden sowohl personell als auch technisch gestärkt werden.
17:27 Uhr: Dobrindt: Wir müssen von Klimaaktivisten ausgehen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) geht davon aus, dass hinter den Anschlägen auf Umspannwerke Klimaaktivisten stecken.
17:24 Uhr: Unklar, ob der Mann alleine gehandelt hat
Laut Innenminister Reul ist unklar, ob der Mann alleine oder gemeinsam mit anderen gehandelt hat. Geprüft werde auch, ob es einen Zusammenhang mit dem Anschlag auf ein Umschlagwerk in Brandenburg gab. Wer wie der oder die Täter kritische Infrastruktur angreife, könne dies mit nichts rechtfertigen. Zugleich räumte Reul ein, dass die kritische Infrastruktur besser geschützt werden müsse.
17:19 Uhr: Sprengstoffverdächtige Stoffe in der Wohnung des 48-Jährigen in Gevelsberg gefunden
Die Polizei fahndet nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) unter Hochdruck nach dem 48-jährigen Mann aus Gevelsberg, der sich in Bekennerschreiben selbst zu Anschlägen auf Umspannwerke bekannt hat. Der Mann ist noch nicht gefunden, in seiner Wohnung entdeckten die Ermittler aber sprengstoffverdächtige Stoffe.
17:15 Uhr: Die Pressekonferenz geht los
17:06 Uhr: Der Beginn verzögert sich offenbar etwas
16:55 Uhr: Die Pressekonferenz soll um 17 Uhr losgehen
Im Zusammenhang mit den Anschlägen auf Umspannwerke in Dormagen und Bergheim sowie in Jänschwalde (Brandenburg) ist die Polizei in NRW am Freitag zu mehreren Einsätzen ausgerückt. Zuvor waren Schreiben aufgetaucht, in denen sich ein Mann zu den Sabotageaktionen bekannte. Das Haus in Gevelsberg, in dem der mutmaßliche Verfasser gemeldet ist, wurde durchsucht.