Stand: 27.09.2026, 21:28 Uhr
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Die RSV-Reserve kassiert gegen Aufsteiger Karlshöfen eine 0:8-Klatsche. Im Vorfeld erleben zwei Spieler der Gastgeber bereits eine Bahn-Odyssee.
Rotenburg – Den besten Blick hatte ohne Frage Mark Maier. Weil der Trainer des Rotenburger SV II noch gesperrt war, verfolgte er die Partie seiner Kreisliga-Fußballer vom Flachdach des neuen Sportlertreffs aus. Was er von dort aus zu sehen bekam, begeisterte ihn allerdings nicht. Im Gegenteil: Nach der bisher schwächsten Saisonleistung unterlagen die Wümmestädter den Gästen des Aufsteigers TSV Karlshöfen gleich mit 0:8 (0:3). „Das habe ich noch nie als Trainer gehabt“, gestand Maier und fand: „Am Ende musst du schon mehr Gegenwehr zeigen.“
Rund um die Partie lief jedoch auch einiges gegen die Rotenburger Reserve, die erneut mit Personalnot und einer völlig veränderten Aufstellung zu kämpfen hatte. Hinzu kam, dass die beiden aus Bremen kommenden Erste-Herren-Leihgaben Samuel Porquet und Santiago Osorio eine Bahn-Odyssee erlebten. „Sie sind dann mit dem Auto gebracht worden“, berichtete der verletzte Jonas Knaak, der den Maier-Part an der Seitenlinie übernahm. Die Partie wurde deshalb zwar mit 19-minütiger Verspätung angepfiffen, Porquet schaffte es dennoch nicht rechtzeitig. Für ihn rückte Neuzugang Niklas Klindworth, der erstmals im Kader stand, gleich in die Startelf. Osorio stand bis zum Anpfiff zwar umgezogen auf dem Feld, musste sich aber, während das Spiel schon lief, noch die Schuhe zubinden. „Das bringt natürlich die ganzen Abläufe durcheinander“, merkte Maier an.
Zwei frühe Gegentore
Dementsprechend verlief der Start, denn bereits nach acht Minuten führte Karlshöfen mit 2:0. Maier monierte allerdings, dass es vor dem 1:0 ein Handspiel der Gäste gegeben hätte. Osorio foulte Gegenspieler Sven Martens im Strafraum, woraufhin Philipp Lampe den Elfmeter verwandelte (7.). Kurz nach Wiederanpfiff unterlief Außenverteidiger Leander Roßmann ein Fehler, den Michel Stolzenberg nutzte. Allmählich fanden auch die Rotenburger ins Spiel, verpassten jedoch durch Ricardo Grüpmeier (10.) und eine direkt aufs Tor gedrehte Ecke von Felix Michl (13.) den schnellen Anschlusstreffer. Einen Kopfball von Tobias Kirschke nach Michl-Ecke beförderte wiederum Hannes Schröder per Kopfball-Aufsetzer über das eigene Tor (20.). Die Gäste sorgten wiederum in der Nachspielzeit für die Vorentscheidung, als sich Jared Teetz gegen Roßmann behauptete und zum 3:0 einschob (45.+3).
In der zweiten Halbzeit entwickelte sich die Partie zu einem Waterloo für die Platzherren, bei denen nun Porquet kam. Osorio blockte zunächst noch auf der Linie einen Schuss von Stolzenberg (47.), dann aber traf erneut Teetz (53.). Auch Hannes Schröder bezwang den mehrfach parierenden Tom Knaak (56.). Bei einer weiteren Glanztat des Keepers erwischte er seinen Verteidiger Max Friesen, von dem der Ball ins eigene Tor sprang (65.). Michel Stolzenberg legte das 7:0 nach (68.), Marvin Grabau das 8:0 (88.).
Lob an Karlshöfen
„Die machen es einfach, schnell, direkt und konsequent – das gefällt mir“, lobte Maier den Konkurrenten aus dem Nordkreis, der Platz drei belegt. In Bezug auf sein Team verwies der Coach auf die kommende Trainingseinheit: „Die Mannschaft weiß, was sie am Dienstag zu tun hat.“ Dennoch fand er versöhnliche Worte: „Aus den letzten drei schwierigen Wochen ist die Punktausbeute mit sechs Zähler in Ordnung. Und dann kriegen wir lieber einmal richtig auf den Sack, als jedes Mal knapp zu verlieren.“
Rotenburger SV II: T. Knaak - Roßmann (46. Porquet), Friesen (69. Merz), Kirschke, Osorio, Kalwait, Michl, Klindworth, Özer (89. Lotz), Grüpmeier, Stripling (63. Turcanu).