Mainhausen: Opposition spricht sich für einzigen Kandidaten aus

Stand: 11.08.2026, 06:00 Uhr

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Luftbild Mainhausen Mainflingen Rathaus August 2025

Den Blick über Mainhausen hat der aktuelle Rathauschef und einzige Kandidat zur Bürgermeisterwahl, Frank Simon. Die Mainhäuser Parteien betonen die gute Zusammenarbeit mit dem Sozialdemokraten. © Häsler, Axel

Bei der Bürgermeisterwahl in Mainhausen tritt nur Amtsinhaber Frank Simon (SPD) an. Grüne, CDU, FDP, UWG und AfD stellen niemanden auf – und loben stattdessen seine Arbeit.

Mainhausen – Der Bürgermeisterwahlzettel fällt dieses Mal sehr kurz aus. Denn es steht nur ein einziger Kandidat auf der Liste: Frank Simon, Sozialdemokrat und amtierender Bürgermeister, will weitere sechs Jahre im Rathaus Chef sein. Die weiteren Parteien verzichten auf einen eigenen Kandidaten. Wir haben Grüne, CDU, AfD, UWG und FDP gefragt, weshalb sie keinen eigenen Kandidaten aufgestellt und welche Anforderungen sie an Simon haben. Die Antworten folgen in der Reihenfolge der Sitzverteilung.

Sie haben Fragen?

Unsere Redaktion möchte im Vorfeld der Bürgermeisterwahl am 30. August unseren Lesern ermöglichen, dem amtierenden Bürgermeister und einzigen Kandidaten, Frank Simon (SPD), Fragen zu stellen. Bitte senden Sie uns Ihre Frage bis Montag, 17. August, per E-Mail an [email protected]. Sollten Sie einer Partei oder einer Organisation angehören, nennen Sie uns diese bitte ebenfalls – ganz im Sinne der Transparenz.

Frank Simon ist der einzige Kandidat für die bevorstehende Bürgermeisterwahl in Mainhausen. Warum hat Ihre Partei keinen eigenen Kandidaten aufgestellt?

Grüne: Aufgrund der Größe unseres Ortsverbandes und der sehr eingeschränkten personellen Möglichkeiten, haben wir uns dafür entschieden, keinen eigenen Kandidaten für die anstehende Bürgermeisterwahl aufzustellen.

CDU: Die CDU Mainhausen stellt keinen Kandidaten auf, nur um einen Kandidaten zu haben. Da es uns immer um unsere Gemeinde und ihre Bürger geht, braucht es einen Kandidaten, der sowohl die Chance auf Erfolg, als auch die Kompetenz bietet, den Herausforderungen als Mainhausens Bürgermeister zu begegnen.

AfD: Da wir keine realistischen Erfolgschancen haben, wollten wir davon absehen.

UWG: Die UWG hat als kleine Wählergemeinschaft in den vergangenen 20 Jahren mehr Bürgermeisterkandidaten aufgestellt als die großen Parteien zusammen. Bei dieser Wahl war ein eigener Kandidat aufgrund der Arbeit von Frank Simon nicht notwendig.

FDP: Da wir ein kleiner Verband sind, ergibt ein eigener Kandidat nur Sinn, wenn eine echte Chance auf einen Wahlsieg besteht. Aktuell sehen wir jedoch keine Wechselstimmung in Mainhausen. Aufgrund der aktuellen Finanzlage unserer Kommune halten wir zudem Konstanz an der Verwaltungsspitze für angebracht.

Wie bewerten Sie die bisherige Arbeit von Herrn Simon als Bürgermeister?

Grüne: Die bisherige Arbeit von Herrn Simon ist sehr positiv zu sehen. Er arbeitet mit viel Engagement für die Gemeinde und hat sich in die vielfältigen Themen der Verwaltung der Gemeinde Mainhausen gut eingearbeitet. Er ist in vielen Themen ein sehr gut vorbereiteter Verwaltungschef. Antworten auf Anfragen erfolgen fundiert und sehr zeitnah. Er ist für alle im Parlament vertretenen Parteien ein guter Ansprechpartner, der zuhört und im Rahmen seiner Möglichkeiten auch handelt.

CDU: Der Bürgermeister gibt sich seit seinem Amtsantritt sehr bürgernah. Er ist für Parteien wie auch für Bürger praktisch immer zu erreichen und setzt sich für die vielfältigen Themen der Bürger auch persönlich ein. Die Zusammenarbeit gestaltet sich deshalb stets kooperativ.

AfD: In der kurzen Zeit, die wir als Fraktion aktiv sind, haben wir den Eindruck, dass Herr Simon sein Amt mit Engagement ausführt. Allerdings treibt Herr Simon auch engagiert das Projekt Neubaugebiet Zellhausen voran, was wir in keiner Weise gutheißen können.

UWG: Durchaus positiv. Gerade der Informationsfluss zu den Fraktionen hat sich im Vergleich zu früher deutlich verbessert, als Informationen exklusiv an die SPD und die Medien gingen. Das merkt man schon daran, dass weitaus weniger Anfragen gestellt werden. Auch menschlich ist der Umgang sehr angenehm.

FDP: Bürgermeister Simon macht seine Sache gut. Er ist bürgernah und kommunikativ stark. Zudem versucht er, alle Fraktionen in Entscheidungen einzubinden. Dabei profitiert er auch vom Ältestenrat, der nach der Kommunalwahl 2021 auf Anregung von CDU, Grünen, UWG und FDP neu geschaffen wurde.

Wie wünschen Sie sich die künftige Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister?

Grüne: Wir wünschen uns, dass die zukünftige Zusammenarbeit weiterhin offen und konstruktiv zum Wohl der Gemeinde verläuft.

CDU: Wir erwarten, dass der Bürgermeister die Parteien in Fragen der Gemeinde stets direkt einbezieht und informiert. Unsere Wähler haben einen Anspruch auf Sichtbarkeit und Vertretung in der Gemeindevertretung, und verdienen Transparenz über die Aktivitäten des Gemeindevorstandes.

AfD: Die Zusammenarbeit kann so bleiben, wie sie ist.

UWG: Wir hoffen, dass er seinem bisherigen Stil treu bleibt und sich nicht zu sehr von der SPD vereinnahmen lässt. Wir gehen deshalb davon aus, dass es nur ein Ausrutscher war, dass die neuesten Entwicklungen zu Jugendspielfeld und TGZ-Gelände schon in der Zeitung standen, bevor die Fraktionen informiert wurden.

FDP: Wir wünschen uns auch weiterhin eine offene Kommunikation mit den gemeindlichen Gremien. Missstände – ob finanzieller, baulicher oder verwaltungstechnischer Natur – sollten so früh und so transparent wie möglich aufgedeckt werden. Bei der Lösungsfindung sollten alle Gremien eingebunden werden.

Was sollte Herr Simon nach einer Wiederwahl als Erstes angehen?

Grüne: Klimaanpassungsmaßnahmen, Hitzeaktionsplan, (…) Wasserstrategie (…), nachhaltige Bauleitplanung priorisieren (…), erneuerbare Energie (…). Die Herausforderung für unsere Gemeinde und auch den Bürgermeister wird sein, dass viele Projekte von der Finanzierung abhängen und Mainhausen nur einen extrem engen Spielraum hat – hier verweisen wir auf das Konnexitätsprinzip –: Gemeinden und Bürgermeister brauchen dringend mehr Geld, um Projekte vor Ort angehen zu können.

CDU: Der Bürgermeister sollte konkret die finanzielle Situation der Gemeinde auf den Prüfstand stellen. Ein Weiter-so ist praktisch nicht möglich. Weitere Schulden sollten den jungen Mainhäusern nicht aufgebürdet werden. Stattdessen müssen Ideen her, wie beispielsweise neue Gewerbeansiedlung generiert werden kann.

AfD: Das größte Problem, das wir in Mainhausen haben, sind die Finanzen, und natürlich wird das sein Tätigkeitsschwerpunkt sein.

UWG: Angesichts des Wassernotstandes, der dieses Jahr verhängt wurde, sollten die Planungen für das Neubaugebiet Zellhausen-Süd noch einmal überprüft werden. Die UWG hat das Projekt schon immer abgelehnt, und es wäre nicht das erste Mal, dass mit Verzögerung eingesehen wird, dass wir recht hatten.

FDP: Wie viele Kommunen steht auch Mainhausen finanziell mit dem Rücken zur Wand. Als Bürgermeister und Verwaltungschef wird er unpopuläre Entscheidungen treffen müssen. Es gilt, nicht nur auf die Landes-/Bundespolitik zu schimpfen, sondern auch vor Ort jede Ein- und Ausgabeposition genau zu betrachten.