Stand: 18.09.2026, 14:16 Uhr

Acht Erkrankungen und drei Todesfälle werfen eine beunruhigende Frage auf: Wie sicher ist Frankfurt vor Malaria?
Darum geht es
Seit Juli dieses Jahres sind rund um den Frankfurter Flughafen acht Menschen an Malaria erkrankt, drei von ihnen starben. Zunächst waren sechs Flughafenmitarbeiter betroffen. Später kamen zwei Anwohner aus dem Frankfurter Stadtteil Schwanheim hinzu, die weder am Flughafen arbeiteten, noch in einem Malaria-Gebiet gewesen waren. Das Gesundheitsamt geht von eingeschleppten Anopheles-Mücken als Ursache aus. Gleichzeitig stuft es das Risiko für die Bevölkerung als sehr gering ein.
Wie kamen die Malaria-Erreger nach Frankfurt?
Im Juli erkrankten sechs Flughafenmitarbeiter. Sie hatten sich offenbar am Arbeitsplatz infiziert, da sie selbst nicht in einem Malaria-Gebiet gewesen waren. Das Robert Koch-Institut bestätigte den Ausbruch und nannte den Zeitraum vom 4. bis 6. Juli als mögliche Erkrankungsphase.
Acht Infektionen und drei Todesfälle seit Sommer 2026
Zwei der sechs Flughafenmitarbeiter starben. Der erste Todesfall ereignete sich bereits Anfang Juli, der zweite im August.
Im September traten zwei weitere Fälle auf. Betroffen waren Bewohner aus Schwanheim. Sie hatten weder am Flughafen gearbeitet, noch waren sie zuvor in einem Malaria-Gebiet gewesen. Einer von ihnen starb, wie das Frankfurter Gesundheitsamt am 17. September mitteilte.
Wie groß ist das Risiko für Anwohner in Frankfurt?
Das Frankfurter Gesundheitsamt schätzt die Gefahr für die Bevölkerung als sehr gering ein. Amtsleiter Peter Tinnemann bezeichnete das Geschehen als außergewöhnlich selten: Eine direkte Übertragung von Malaria von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Trotz der aktuellen Fälle wurden nach Angaben der Behörde keine weiteren Verdachtsfälle in Schwanheim bekannt.
Malaria kann zu Beginn einer gewöhnlichen Grippe ähneln
Besonders wichtig bei einer Infektion mit Malaria ist eine schnelle Diagnose. Einer der ersten Todesfälle wurde erst nach dem Tod des Patienten als Malaria erkannt. Die Erkrankung kann anfangs Beschwerden verursachen, die auch einen grippalen Effekt begleiten. Dadurch besteht die Gefahr, dass sie zunächst nicht erkannt wird.
Wie weit können sich Mücken vom Flughafen entfernen?
Normalerweise legen Anopheles-Mücken Entfernungen von etwa ein bis zwei Kilometern zurück. Bei günstigen Windverhältnissen können sie jedoch deutlich weiter fliegen. Der Tropenmediziner Benno Kreuels vom Bernhard-Nocht-Institut schätzt die mögliche Entfernung auf bis zu zehn Kilometer.
Wind und transportiertes Gepäck als weiteres Risiko
Die beiden Fälle in Schwanheim wurden rund fünf Kilometer vom Flughafen entfernt festgestellt. Neben dem Flug selbst kommen weitere Wege infrage: Mücken können beispielsweise in Koffern oder Frachtgut transportiert werden und erst am Zielort herauskommen. Dadurch lässt sich im Einzelfall nur schwer feststellen, wo genau eine infizierte Mücke einen Menschen gestochen hat.
Warum häufen sich solche Fälle gerade jetzt?
Malariafälle am Frankfurter Flughafen sind zwar schon früher aufgetreten, jedoch sehr selten. Zwischen 1990 und 2010 wurde lediglich ein Fall registriert. In den folgenden zwölf Jahren waren es fünf. Der Tropenmediziner Kreuels sieht im zunehmenden Flugverkehr aus Regionen mit hoher Malaria-Verbreitung einen möglichen Grund für die steigende Zahl eingeschleppter Fälle.
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Zunehmender Flugverkehr und heiße Sommer als mögliche Faktoren
Auch höhere Temperaturen können eine Rolle spielen. Heiße Sommer können die Überlebensbedingungen für eingeschleppte Mücken verbessern. Die Vorschriften für die Desinfektion von Flugzeugen sehen daher vor, deren Wirksamkeit regelmäßig zu überprüfen. Ob dies am Frankfurter Flughafen zuverlässig geschehen ist, ist bislang unklar.
Wie erkennen Ärzte einen Malariafall rechtzeitig?
Zu den typischen Symptomen zählen unter anderem Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Dadurch kann die Erkrankung zunächst wie ein grippaler Infekt wirken. Das Frankfurter Gesundheitsamt hat Ärztinnen und Ärzte im Rhein-Main-Gebiet ausdrücklich dazu aufgefordert, bei Fieber mit unklarer Ursache auch ohne Auslandsreise einen Malaria-Fall in Betracht zu ziehen.
Ein Schnelltest kann Hinweise auf eine Malaria-Infektion liefern. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, ist sie behandelbar. Bei Rückfragen hat die Stadt Frankfurt die Hotline 069/212-30030 eingerichtet.