Stand: 14.07.2026, 20:55 Uhr
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Der Erzeugermarkt an der Konstablerwache muss den kompletten Juli an zwei getrennte Standorte ausweichen. Die Lebensmittelstände stehen an der Hauptwache, die Gastronomiebetriebe am Roßmarkt.
Die Konstablerwache in der Frankfurter Innenstadt ist derzeit eine Baustelle. Das Pflaster ist an mehreren Stellen großflächig aufgerissen, bis zu einem Meter tief. Alles für die Kunst. Am 11. August soll über der Konstablerwache die monumentale Netzskulptur „A Sky Full of Hope“ der US-amerikanischen Künstlerin Janet Echelman schweben. Zu sehen ist davon noch nichts. Immerhin laufen die Bauarbeiten aber auch am Samstag.

Zu dieser Zeit steht das Plateau normalerweise voll mit den Ständen des Erzeugermarkts. Die müssen für die Kunst nun den kompletten Juli umziehen. Die Lebensmittelstände sind an der Hauptwache untergebracht, die Gastronomiebetriebe am Roßmarkt. Insbesondere die räumliche Trennung kommt weder bei der Kundschaft noch beim Handel gut an. „Es gibt nicht mal ein Hinweisschild, dass der Markt am Roßmarkt noch weitergeht“, beschwert sich eine Kundin an der Hauptwache. Der Obsthof Dienst, ein Familienbetrieb aus der Wetterau, schenkt auf der Konstablerwache seit vielen Jahren jeden Donnerstag und Samstag Apfelwein aus und verkauft Obst. Mit seiner Platzierung auf dem Roßmarkt ist der Betrieb nicht einverstanden. „Man findet uns nicht“, klagt die Chefin. Ausgerechnet im Juli, zur Erntezeit, wo die Kirschen verkauft werden müssten. Dabei ist der Stand nach dem ersten Wochenende nochmal umgezogen. Der Standort davor, fast schon an der Junghofstraße, sei noch schlechter gewesen.
Ein Umzug des Erzeugermarkts im Juli ist nicht neu. Bis vor zwei Jahren musste Frankfurts größter Markt jeweils an einem Termin im Juli für den Christopher Street Day umziehen. Doch den einmaligen Ausweichtermin nutzten viele Erzeugerbetriebe für eine sommerliche Auszeit und blieben der Hauptwache fern. Dadurch konnten alle interessierten Betriebe an einem Standort unterkommen.
Hauptwache für Markt nur bedingt geeignet
Bei den nun vier Wochen mit neun Terminen müssen den Umzug aber alle mitmachen. Michael Lorenz, für die Märkte verantwortlicher Prokurist bei den Hafen- und Marktbetrieben, bestätigt, dass jeder Betrieb einen Stand am Ausweichstandort zur Verfügung gestellt bekam. An der Hauptwache sei die zur Verfügung stehende Fläche aber begrenzt. Es müssten Flucht- und Rettungswege frei bleiben. Zudem sei der Boden von der Traglast her wegen der darunter befindlichen B-Ebene nicht an allen Stellen für den Marktbetrieb geeignet.
Lorenz räumt ein, der Markt sei für die Betriebe „am angestammten Platz sehr viel günstiger“. Dort sei trotz der engen räumlichen Verhältnisse „alles einchoreografiert“. Etwa die Reihenfolge, wann welcher Betrieb die Zufahrt auf das Podest der Konstablerwache für die An- und Abreise nutzt. Auch die Infrastruktur für den Strom sei dort Routinesache. „Es ist schon eine Herausforderung, den größten Markt, den wir haben, umzuziehen, aber bisher hat es ganz gut geklappt“, findet Lorenz.
Warum wird das Plateau nicht gleich ganz saniert?
Bernd Rück mit seinen „Wetterauer Kartoffeln“ hat sich mittlerweile mit seinem Ausweich-Standplatz arrangiert. Allerdings fragt er sich aber etwas ganz anderes: „Wenn man die Konstablerwache schon aufreißt, warum saniert man sie dann nicht gleich?“ Das Pflaster gleiche einem Flickenteppich. „Wenn es regnet, läuft das Wasser nicht ab.“ Das Kunstwerk lässt sich die Stadt gut zwei Millionen Euro kosten. Das ganze Podest zu sanieren, „hätte vielleicht drei Wochen länger gedauert, da hätte jeder Verständnis für gehabt“, mutmaßt Rück.
Was aber auch noch zu beweisen wäre. Denn beim Stand der Familie Dienst wird schon geargwöhnt, ob der Markt denn wirklich schon wieder am Samstag, 1. August, auf die Konstablerwache zurückkehren kann.