Mann wird auf der Autobahn von Lkw erfasst und weggeschleudert – er fährt schwerverletzt zur Arbeit

Stand: 17.07.2026, 18:20 Uhr

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Auf der A3 in Köln wurde ein 51-Jähriger von einem Lkw erfasst und schwer verletzt. Trotzdem fuhr er danach weiter zu seinem Arbeitsplatz. Erst dort erkannten Kollegen den Ernst der Lage.

Köln – Auf der A3 in Köln wird ein 51-Jähriger am frühen Freitagmorgen, 17. Juli, von einem Lkw erfasst, mehrere Meter durch die Luft geschleudert und schwer verletzt – und fährt anschließend zur Arbeit. Erst dort, als er seinen Kollegen von dem Vorfall berichtete, riefen diese den Rettungsdienst, wie die Polizei mitteilte. Der Mann wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Krankenwagen im Einsatz

Die Kollegen riefen einen Krankenwagen. (Symbolbild) © Monika Skolimowska/dpa

Der Unfall ereignete sich gegen 5.30 Uhr auf dem Seitenstreifen der Autobahn in Fahrtrichtung Frankfurt. Der 51-Jährige war wegen einer Panne liegen geblieben und hatte den Motorraum seines Wagens untersucht. Als er auf der Fahrerseite wieder einsteigen wollte, erfasste ihn ein vorbeifahrender Lastwagen und schleuderte ihn mehrere Meter vor sein eigenes Fahrzeug. Der 51-Jährige verlor kurzzeitig das Bewusstsein. Der unbekannte Lkw-Fahrer setzte laut Polizei die Fahrt fort, ohne sich um den Verunglückten zu kümmern.

Lkw erfasst Mann auf A3 – er fährt trotzdem zur Arbeit

Als der 51-Jährige wieder zu sich kam, fuhr er – mutmaßlich unter Schock und noch mit seiner Warnweste bekleidet – zu seinem Arbeitsplatz. Dass er schwer verletzt war, schien ihm in diesem Moment nicht bewusst zu sein. Seine Kollegen erkannten den Ernst der Lage und alarmierten den Rettungsdienst. Der Mann wurde daraufhin in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei sucht nach dem geflüchteten Lkw-Fahrer.

So kurios das Verhalten des Mannes auch anmuten mag, so natürlich ist es nur. Bei einem psychischen Schock schaltet der menschliche Körper in eine Art Notfallmodus – bekannte und bewährte Handlungsmuster werden abgespult, äußere Gegebenheiten partiell komplett verdrängt. Hervorgerufen wird so ein Zustand in der Regel durch plötzliche, belastende Ereignisse wie einen Unfall, einen Todesfall oder eine Gewalttat. Die Symptome können dabei von Fall zu Fall unterschiedlich sein:

  • völlige Teilnahmslosigkeit
  • extremes Zittern
  • panische Angst
  • Weinen
  • scheinbare Gefühllosigkeit

Schock nach A3-Unfall: Verletzter verdrängt seine Symptome

Wer den Verdacht hat, dass eine Person unter Schock steht, sollte diese auf keinen Fall alleinlassen und ruhig und in kurzen Sätzen mit ihr sprechen. Nach einer entsprechenden Erstversorgung sollte umgehend der Notruf unter der 112 gewählt werden – so wie es auch die Kollegen des verletzten Mannes vorbildlich taten. (maho/dpa)