Musical
Im Vorbote zum kommenden Musical „Salon Rosie“ von Peter Plate und Ulf Leo Sommer tauchen viele Promis auf – von Helga Hahnemann bis Iris Berben.
18.09.2026, 14:18 Uhr
3 Min
Erich und Margot Honecker (Archivbild), die im neuen Peter-Plate-Lied Hausverbot im Friseursalon der Musical-Protagonistin erhält.
© Imago
„Wir sind am Leben“ ist ein riesiger Berliner Musical-Erfolg. Mehr als 100.000 Tickets haben Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Joshua Lange bislang schon für ihr Musiktheaterstück übers Nachwende-Berlin verkaufen können – das sie seit März im Charlottenburger Stage Theater des Westens spielen lassen.
Am 30. Oktober feiert am selben Ort bald schon ein Spin-Off-Musical des Komponistentrios seine Weltpremiere: „Salon Rosie“ erzählt die Vorgeschichte der beim Publikum besonders beliebten Friseurmeisterin Rosie, gespielt von Steffi Irmen. Als Vorbote erscheint jetzt die Single mit dem Titel „Helmut Kohl“, samt neckischer Referenz auf seine „blühenden Landschaften“.
Das Lied ist ein Duett: Neben Rosie taucht in „Helmut Kohl“ als Gesangspartnerin auch deren ungleiche Zwillingsschwester Gabi auf, gespielt von Kathi Damerow. Gabi war in der DDR ein Schlagerstar, doch ist sie inzwischen zum Zeitpunkt des Musicalhandlung fast vergessen.
Bei Schunkel-Country-Pop-Vibes versichern die beiden Schwestern einander wagemutig, dass sie es nun im Westen reißen werden: Rosie plant, von ihrem Berliner Friseursalon Ableger in „Sylt, Paris und Wuppertal“ zu eröffnen. Gabi hingegen verspricht sich eine Karriere in Kalifornien: „Während du hier schuftest / werd ich nach L.A. zieh’n.“
Mit der DDR will man nichts mehr zu tun haben
Besonders in sich haben es die Namen, die im Song fallen: Die Promis aus dem Westen stünden Schlange bei ihr, prahlt Friseurmeisterin Rosie. So haben die einst großen Namen aus der Deutschen Demokratischen Republik in Rosies Terminkalender das Nachsehen.
„Für Helga Hahnemann fehlt mir die Zeit / Mit der Berben bin ich jetzt auf du und du“, verkündet Rosie stolz. Mit der DDR will sie ganz offenkundig nichts mehr zu tun haben – und auch nicht mit deren Personal: „Margot Honecker hat Hausverbot / doch Hannelore Kohl kam schon wieder gestern rein.“ Man bindet sich ganz offenkundig lieber an den Westen, sehr euphorisch – und will mit dem abgeschafften Land nichts mehr zu schaffen haben.
„Berlin war eine Blase, in der sich alles schnell mischte“
Interessant ist, dass die beiden Komponisten Peter Plate und Ulf Leo Sommer selber Ost- und Westperspektive mitbringen: Plate kam aus Braunschweig, Sommer aus Jena – bevor sie dann beide nach Berlin zogen, wo sie sich ineinander verliebten.
Wobei, so Plate Anfang 2026 im Interview mit der Berliner Zeitung, die Ost-West-Unterschiede unter den beiden rasch vergessen worden seien: „Während über ‚Besser-Wessis‘ und ‚Jammer-Ossis‘ geschrieben wurde, haben wir einfach gelebt.“ – „Berlin war eine Blase, in der sich alles schnell mischte“, so Sommer. „Erst Jahre später in München habe ich gemerkt, dass es in anderen Bereichen noch eine Kluft gab.“
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