Stand: 30.08.2026, 21:24 Uhr
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Die Weitspringerin des Königsteiner LV hängt ihre Spikes an den Nagel. Rund 100 Gäste feiern am Olympiastützpunkt in Frankfurt mit ihr.
Frankfurt – Zu ihrer Verabschiedung am Olympiastützpunkt in Niederrad erwies ihr auch Malaika Mihambo die Ehre: Maryse Luzolo hat ihre Spikes an den berühmten Nagel gehängt. Die Weitspringerin des Königsteiner LV hat ihre Karriere als Leistungssportlerin beendet. „Nein, es war keine spontane Entscheidung. Der Entschluss dazu ist langsam in mir gereift“, verriet die Bundeskader-Athletin am Freitagabend, „bereits im Winter hatte ich ihn mit meinem engsten Umfeld besprochen. Nach vielen Jahren Leistungssport beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Natürlich blicke ich schon mit einer Portion Wehmut zurück, aber die Zukunft wird sicher auch spannend und hält neue und andere Herausforderungen bereit.“

An die 100 Freunde, Verwandte, Sportkollegen, Unterstützer und Funktionäre dürften es gewesen sein, die zum „Goodbye“ gekommen waren. Unter den Gästen befanden sich mit Melanie Zecha, Markus Oerter, Jürgen Sammelt und Philipp Schlesinger all jene Trainer, die Maryse Luzolo auf ihrem Weg in die internationale Spitze gefördert, gefordert und begleitet haben. Als dann das Büfett eröffnet war, tauchte als Überraschungsgast Mihambo auf. „Für mich eine Selbstverständlichkeit, Maryse Tschüss zu sagen. Schließlich kennen wir uns seit der U18-Jugend und haben bei vielen großen Wettkämpfen das Zimmer geteilt. Daraus hat sich eine Freundschaft entwickelt“, verriet die zweifache Weltmeisterin und Olympiasiegerin.
Zu den sportlichen Höhepunkten während Luzolos 15 Jahre Leistungssport, darunter zwölf im Trikot des Königsteiner LV, gehören die Olympia-Teilnahme in Tokio, der WM-Start in Budapest sowie die Heim-EM in München. Hinzu kommen noch einige weitere Starts im Nationaltrikot, wie etwa bei Hallen- oder Team-Europameisterschaften. Bei der U20-Weltmeisterschaft in Eugene (2014) holte sie als Dritte auch eine internationale Medaille. Als Bestweite sind für die KLVlerin starke 6,84 Meter aus dem Jahr 2023 in die Statistiken eingegangen. Die stets fröhliche Athletin, die ihre ersten leichtathletischen Schritte als Schülerin beim TSV Bonames gegangen war, lernte auch die Schattenseite des Sports kennen. Drei Tage nach dem Gewinn des DM-Titels mit einem 6,57-Meter-Satz in der U23 kam es in Frankfurt durch ein falsch eingestelltes Trainingsgerät zu einer massiven Verletzung am linken Knie mit mehreren Rissen an den Kreuzbändern und Gelenkkapseln. Einige Operationen und monatelange Reha-Maßnahmen waren nötig, um überhaupt wieder am normalen Leben teilnehmen zu können. Mit eiserner Energie, unbändigem Willen und intensivster Unterstützung durch das persönliche Umfeld gelang die Rückkehr in den Leistungssport inklusive Olympia und WM.
„Eine Ära geht zu Ende. Im Sport und natürlich auch bei uns im KLV. Maryse war und ist eine Athletin mit enormem Vorbildcharakter. Für uns als Verein stand es nie infrage, sie auch in den schwersten Monaten und Jahren ihrer Karriere weiter konsequent zu unterstützen. Umso mehr haben wir uns natürlich über ihre Rückkehr auf die internationale Bühne gefreut“, sagte KLV-Chefin Judith Wagemans.
Als letzten Wettkampf hatte Luzolo vor Ort einen kleinen Dreikampf (Standweitsprung, Kugelstoßen, Pendelstaffel) organisiert, an dem neben Freunden und Trainern auch die EM-Teilnehmer Marius Karges (Diskus), Sophia Junk (Sprint) und Vanessa Grimm (Siebenkampf) teilnahmen.