Mehr Verkehrssicherheit für Moosburgs Schüler: Stadtrat beschließt Einführung von digitalen Schulwegplänen

Stand: 09.10.2026, 08:00 Uhr

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„Und jetzt rüber mit euch“: Bauerschmitt lässt eine Traube Schüler und Eltern über die Straße. Er erlebt, wie er selbst sagt, eine hohe Wertschätzung für sein Ehrenamt.

Schülerlotsen regeln den Verkehr für die Moosburger Schüler, so wie hier Heiko Bauerschmitt an der Industriestraße. © rl

Der Moosburger Stadtrat hat mit 12:7 Stimmen zugestimmt, digitale Schulwegpläne ein Jahr lang zu testen. Staatliche Förderungen gibt es dafür nicht.

Moosburg – Um die Verkehrssicherheit für Moosburgs Schüler zu verbessern, möchte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen digitale Schulwegpläne erstellen. „Schulwegpläne sind ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der objektiven und der subjektiven Sicherheit auf den Schulwegen“, heißt es im Grünen-Antrag, der dem Moosburger Stadtrat in der jüngsten Sitzung vorlag.

Konkret bedeutet dies: Über eine interaktive Webseite sollen Eltern Empfehlungen erhalten, welcher Schulweg am sichersten für ihr Kind ist und wie mögliche Gefahrenstellen vermieden werden können. In den digitalen Plänen kann auch auf Übergänge, Schülerlotsen, Baustellen, Sperrungen sowie hochfrequentierte Schulwege hingewiesen werden. „Der Vorteil der digitalen Pläne ist: Man ist immer aktuell und muss nicht dauernd ein Papiermonster umarbeiten, wenn sich was ändert“, sagte Grünen-Stadtrat Michael Stanglmaier.

Bei der Erstellung werden laut Mitteilung der Grünen „relevante Akteure“ mitwirken – etwa Lehrer, Elternbeiräte, Schülerverwaltung, Jugendparlament, Polizei, Schulweghelfer, Stadtverwaltung und betroffene Anwohner. Sie alle sollen „vorhandene Schwachstellen bei den Schulwegen analysieren und Verbesserungsmöglichkeiten erarbeiten“, heißt es im Grünen-Antrag. „Gefüttert“ werde die Plattform laut Sabine Wiesheu von der örtlichen Straßenverkehrsbehörde von den Mitarbeitern der Stadt – in Zusammenarbeit mit der Fachfirma, die hinter dem Konzept steckt.

Nicht ganz überzeugt von diesem Angebot zeigte sich Josef Sixt (FW): „Wer ist das Klientel von diesem Schulwegplan?“, fragte er und stellte die Überlegung in den Raum: „Pro Schulkind schaut man sich den Schulweg einmal an und dann bleibt es doch so, wie es ist. Genauso, wenn es in die weiterführende Schule geht: Man schaut sich den Weg einmal für die neue Schule an, und dann geht man die nächsten fünf oder sechs Jahre den gleichen Schulweg.“ Er gab zu bedenken: „Ich weiß nicht, ob der Nutzerkreis so groß ist.“ Mehr noch: „Ich habe das Gefühl, wir erarbeiten das, und dann bleibt es irgendwo in der Pipeline hängen.“

Nutzer dieser digitalen Pläne sollen laut Michael Stanglmaier nicht nur Kinder, Eltern und die Schule sein, sondern auch die Stadt Moosburg. „Wir können im Schulwegplan hochfrequentierte Radwege eintragen und dann dort rechtssicher Tempo 30 während der Öffnungszeiten der Schulen anordnen“, sagte er auf FT-Nachfrage. „Zudem hat die Kommune auch Einsicht in die hinterlegten Verkehrsdaten, wie die Geschwindigkeitsverteilung, und kann daraus gezielt Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit ableiten.“

Was in der Stadtratssitzung nicht öffentlich gesagt oder nachgefragt wurde: Die Kosten für die digitalen Schulwegpläne liegen laut Stanglmaier pro Jahr bei 1800 Euro netto – staatliche Förderungen dafür gibt es laut Stadtverwaltung nicht.

Obwohl es bereits kostenfreies Online-Kartenmaterial etwa über „BayernAtlas“ oder „OpenStreetMap“ gibt, sind diese offenbar für solche Zwecke nicht ausreichend: Laut Stadt würden unter anderem etwa Baustellen und Sperrungen bei den Routenplanern nicht eingetragen.

Über die Einführung eines digitalen Schulwegplans hätten sich die Rektoren der Moosburger Schulen „insgesamt positiv“ geäußert, berichtete Bürgermeister Maximilian Mader. Auch die Verwaltung sieht das Angebot „grundsätzlich sinnvoll“, allerdings müsse es „einfach zu handhaben“ sein.

Letztlich stimmte der Stadtrat zu, einen digitalen Schulwegplan von einer Fachfirma probeweise für ein Jahr erstellen zu lassen – mit 12:7 Stimmen. Auch Josef Sixt stimmte dafür. Jedoch: „Sollten die Klickzahlen nicht stimmen, ist er wieder weg“ – dessen wollte sich Thomas Grundner (FW) sicher sein.