„Das stimmt uns misstrauisch“: Mehrere Brände gleichzeitig in Rom – Behörden wittern kriminellen Plan

Stand: 31.08.2026, 13:35 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

In Rom brechen gleichzeitig mehrere Brände aus – mit demselben Muster. Behörden hegen den Verdacht auf Brandstiftung und einen kriminellen Plan.

Rom – Weitere drei Brandherde brechen gleichzeitig aus, diesmal in Montesacro, zwischen dem Parco delle Valli und dem Naturschutzgebiet der Aniene. In den vergangenen Tagen hatte es bereits Flammen im Viertel Trullo im Stadtteil Portuense, in Magliana gegeben, mehrere Feuerherde, die sich auch dort im Abstand von wenigen Minuten entzündet hatten und den gesamten Bereich in Schwierigkeiten brachten. Dasselbe Vorgehen wie gestern, nur auf der anderen Seite der Stadt, „und das stimmt uns misstrauisch“, sagt Paolo Marchionne, Präsident des III. Municipio – Montesacro.

Content-Partner

Dieser Artikel von Redazione Roma entstand in Kooperation mit Corriere della Sera

All diese Elemente lassen vermuten, dass – angesichts des Notstands, der vor allem im August enorme Probleme für die gesamte Stadt verursacht hat – die Brände durch menschliche Hand ausgelöst worden sein könnten. Es ist der Schatten der Brandstiftung, wenn nicht sogar der Verdacht eines kriminellen Plans. Gestern in Montesacro begannen die Flammen nur wenige Meter von der Ponte delle Valli entfernt gegen 15 Uhr zu lodern, auf dem Höhepunkt der Hitze und mit einem günstigen Lüftchen, also unter idealen Bedingungen. Sofort stieg eine Säule schwarzen Rauchs auf, die kilometerweit sichtbar war.

Feuerwehrleute und Rettungskräfte bekämpfen einen Waldbrand

In Rom brechen gleichzeitig mehrere Brände aus – mit demselben Muster. Behörden hegen den Verdacht auf Brandstiftung und einen kriminellen Plan. (Symbolbild) © dpa/LaPresse | Francesco Benvenuti

In Brand geraten sind die Bäume des großen Parks, der die Aniene umschließt und das Gebiet von Conca d’Oro mit dem Fluss verbindet. Doch der Auslöser liegt im Unterholz, genauer in der Ansammlung von Abfällen, die neben der üblichen Baracken-Siedlung liegen geblieben sind, die sich trotz systematischer Räumungsaktionen immer wieder neu bildet, um Verzweifelte auf der Suche nach einer Unterkunft aufzunehmen. Plastik, Holz, Papier, aber auch Zelte aus synthetischem Gewebe und Decken haben sich in kürzester Zeit in Fackeln verwandelt. Während auf der anderen Seite des Parks, auf Höhe der Via Val Trompia, wo die Feuerwehr eingreifen konnte, zwei weitere Brände ausbrechen, die nicht allzu weit voneinander entfernt sind.

Verdacht auf Strategie und Bedrohung sensibler Strukturen

Nahe genug allerdings, um den Verdacht auf eine Strategie zu erhärten. Die nahezu sichere Bestätigung folgt kurze Zeit später in wenigen Hundert Metern Entfernung. Der rote Faden ist erneut die Aniene, doch dieses Mal lodern die Flammen mitten im Naturschutzgebiet. Dies liegt zwischen der Via Monte Nevoso und der Ponte Nomentano, auf einer mehrere Hektar großen Fläche, die dem gesamten Verlauf des Flusses folgt und das Viertel mit Pietralata verbindet. Dort, wo es bereits am 19. August einen Schwelbrand gegeben hatte, versetzt das Feuer die Anwohner in Angst – wegen der Rauchdecke, die es aufsteigen lässt, und der Hitzewelle, die die schwüle Augustluft weiter anheizt.

Vor allem aber versetzt es die Feuerwehr in Schrecken, weil der Brand zwei gefährdete Anlagen erreicht, die sich am Ende der Viale Gottardo, Ecke Via Monte Nevoso, befinden und mit ihrer Rückseite direkt auf das Grün des Naturschutzgebiets blicken. In Reichweite liegen das Staatliche Polygrafische Institut der Münzprägeanstalt, das über ein komplexes Hydrantensystem und zahlreiche entzündliche Materialien verfügt, sowie ein riesiger Depotbereich. In diesem stellt die Atac zahlreiche Busse unter, mit Diesellagern und Stapeln elektrischer Batterien (etwa der Linie 90), die unter dem Druck der großen Hitze noch gravierendere Schäden verursachen könnten. Auch am Gardasee hatte es zuletzt einen Großbrand gegeben.

Stundenlanger Einsatz der Feuerwehr und Verkehrschaos

„Es handelt sich um anspruchsvolle Brände“, fügt Marchionne mit einer gewissen Besorgnis hinzu, während die von den Anrufen der Anwohner alarmierte Feuerwehr stundenlang daran arbeitet, die drei offenen Brandfronten zu löschen. Vier, wenn man auch den Brandherd berücksichtigt, der in der Via della Torre dei Tucci in Fonte Nuova entstanden ist. In Conca d’Oro sind neben den Feuerwehrteams auch freiwillige Helfer des Zivilschutzes im Einsatz: Von Beginn an konzentriert man sich auf die Eindämmung der Flammen, vor allem dort, wo sie die Wohnhäuser bedrohen.

Für die Einsatzmaßnahmen sperrt die Stadtpolizei den Bereich von der Piazza Conca d’Oro bis zur Via Pellagrosa und leitet den Verkehr über die Via Pellagrosa um. Gleichzeitig wird der Platz vor dem Atac-Depot und dem Polygrafischen Institut in der Viale Gottardo für den Autoverkehr gesperrt. Schließlich kommt die Lage wieder unter Kontrolle, auch wenn es dafür sogar einen Hubschrauber brauchte, um die Flammen zu löschen. Ein Déjà-vu für alle, die in der Nähe der Aniene wohnen: Im Juni hat das Feuer bereits einen großen Teil der Grünflächen am Flussufer in Prati Fiscali unterhalb der Anschlussstelle zur Salaria in Asche gelegt. So viele Hinweise auf einmal: das Bild einer Probe aufs Exempel. Bei einem Waldbrand in Norditalien hatte es vor wenigen Tagen auch unter der Erde gelodert.