Stand: 23.09.2026, 13:44 Uhr
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Die CDU rutscht in NRW erstmals seit 2022 unter 30 Prozent – und ausgerechnet in Merz‘ Heimatland sind nur noch 11 Prozent mit ihm zufrieden. Das färbt auch auf Wüst ab.
Düsseldorf – Die CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst verliert in Nordrhein-Westfalen weiter an Rückhalt. Laut einer neuen Forsa-Umfrage im Auftrag des Kölner Stadt-Anzeigers käme die Partei bei einer Landtagswahl derzeit nur noch auf 29 Prozent – und rutscht damit erstmals seit 2022 unter die Marke von 30 Prozent.

Gleichzeitig wächst der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz: Nach den jüngsten Wahlniederlagen der CDU in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wird Wüst bundesweit als potenzieller Nachfolger im Kanzleramt gehandelt.
Bei potenzieller Landtagswahl: Schwarz-Grün hält Mehrheit – doch AfD viermal stärker als 2022
Trotz der Verluste der CDU würde die aktuelle Koalition aus CDU und Grünen ihre Mehrheit im Düsseldorfer Landtag knapp behalten. Die Grünen legten im Vergleich zur vorangegangenen Forsa-Erhebung vom April um einen Prozentpunkt zu und kämen nun auf 18 Prozent. Die CDU verlor im selben Zeitraum drei Punkte. Andere Zweierbündnisse ohne Beteiligung der AfD wären laut Umfrage nicht möglich.
Die AfD käme auf 22 Prozent und wäre damit rund viermal so stark wie bei der Landtagswahl 2022, als sie nur 5,4 Prozent erreichte. Die SPD würde mit 14 Prozent auf dem vierten Platz landen – ein deutlicher Absturz gegenüber ihrem Ergebnis von 26,7 Prozent im Jahr 2022. Die Linke käme auf 8 Prozent und würde damit zum ersten Mal seit 2012 wieder in den Landtag einziehen, während die FDP mit 3 Prozent den Einzug ins Landesparlament verpassen würde. Die nächste Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ist für den 25. April 2027 angesetzt.
| Partei | Prozente (Vergleich zum April) |
| CDU | 29 (-3) |
| AfD | 22 (+2) |
| Grüne | 18 (+1) |
| SPD | 14 (0) |
| Linke | 8 (+2) |
| FDP | 3 (0) |
Für die Umfrage wurden zwischen dem 7. und 18. September 1030 Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen befragt. Das Institut gibt eine statistische Fehlertoleranz von plus/minus 2,5 Prozentpunkten an. Wahlumfragen spiegeln grundsätzlich nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.
Umfrage zeigt: Merz-Effekt übt sich auch auf Wüst-CDU in NRW aus
Den deutlichen Unterschied zwischen Landes- und Bundesergebnis der CDU erklärt Forsa-Gründer Manfred Güllner vor allem mit der Unzufriedenheit über Bundeskanzler Friedrich Merz. Mit dem Politiker aus dem Sauerland sind der Umfrage zufolge nur noch 11 Prozent der NRW-Wähler zufrieden, 87 Prozent äußerten sich hingegen unzufrieden. Damit werde Merz in seinem Heimat-Bundesland noch kritischer beurteilt als im Bundesdurchschnitt, betonte Güllner im Kölner Stadt-Anzeiger. Selbst unter CDU-Anhängern äußerten sich nur 36 Prozent zufrieden mit dem Kanzler, 64 Prozent zeigten sich unzufrieden.
Wüst beliebter als Merz – aber kein öffentliches Interesse am Kanzleramt
Der Kontrast zu Wüst ist deutlich: 46 Prozent der Befragten zeigten sich mit dem Ministerpräsidenten zufrieden, nur 37 Prozent äußerten sich unzufrieden. Wüst wird regelmäßig als potenzieller Nachfolger von Merz im Kanzleramt gehandelt. Der NRW-Regierungschef wies solche Spekulationen jedoch zurück. „Wir brauchen eine stabile Bundesregierung“, sagte Wüst zuletzt der Rheinischen Post und bekräftigte, dass er Ministerpräsident bleiben wolle. Die acht CDU-Ministerpräsidenten hätten Merz bereits mit einer gemeinsamen Erklärung Rückendeckung gegeben.
Auf die Frage, ob er – ähnlich wie die CDU in Sachsen-Anhalt – im Landtagswahlkampf auf Auftritte von Merz verzichten wolle, hielt sich Wüst allerdings bedeckt. Seine schwarz-grüne Landesregierung habe so viel Arbeit, dass er sich gerade nicht mit Wahlkampfstrategie beschäftige, sagte er. Ähnlich äußerte sich CDU-Vize Karl-Josef Laumann: „Ich glaube aber nicht, dass es jetzt eine Lösung ist, den Kanzler auszutauschen, sondern die Antwort muss sein: Wir brauchen die Reformen, die erarbeitet worden sind.“ Merz selbst hatte nach den Wahlniederlagen angekündigt, seinen Reformkurs fortsetzen zu wollen. (Quellen: Kölner Stadt-Anzeiger, dpa, AFP, Rheinische Post) (nak)