Stand: 03.09.2026, 19:57 Uhr
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11.000 Stellen weg in nur einem halben Jahr: Bayerns Metall- und Elektroindustrie kämpft mit sinkender Produktion und wegbrechenden Aufträgen. Jetzt fordern Arbeitgeber einen moderaten Tarifabschluss.
München – Bayerns wichtigster Industriezweig steckt tief in der Krise: In der ersten Jahreshälfte 2026 hat die Metall- und Elektroindustrie (M+E) im Freistaat rund 11.000 Stellen gestrichen. Das geht aus Zahlen hervor, die die Arbeitgeberverbände bayme und vbm veröffentlicht haben. Damit sank die Zahl der Beschäftigten in der Branche auf noch 836.000.

Seit 2024 bereits 35.000 Jobs verloren – Produktion weiter rückläufig
Seit Anfang 2024 hat die M+E-Branche in Bayern damit insgesamt mehr als 35.000 Arbeitsplätze abgebaut, wie bayme und vbm mitteilten. Grund dafür sind anhaltende Rückgänge bei Umsatz und Auftragseingang. Besonders düster sind die Aussichten laut den Verbänden im Automobilsektor sowie bei Herstellern elektrischer Ausrüstungen – dort drohen weitere Einschnitte. Auch für die kommenden Monate rechnen die Arbeitgeberverbände mit einer Fortsetzung dieses Trends. Eine Trendwende ist aus Sicht der Branche nicht in Sicht.
Auch bei der Produktion zeigt die Kurve nach unten: Im zweiten Quartal 2026 lag die M+E-Produktion in Bayern erneut unter dem Vorjahresniveau – um 3,4 Prozent, wie bayme und vbm berichteten. Die Branche kämpft damit seit Jahren mit strukturellen Problemen.
Ein kleiner Lichtblick kommt aus der Gesamtwirtschaft: Nach dem Ende des ersten Halbjahres verbesserte sich die Stimmung in der deutschen Industrie laut Ifo-Geschäftsklimaindex im Juli und August. Ob davon auch die bayerische M+E-Branche profitieren kann, bleibt abzuwarten.
Tarifverhandlungen starten – Arbeitgeber fordern Zurückhaltung
Im September beginnen die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Die Arbeitgeberverbände bayme und vbm nutzten ihre Mitteilung, um einen klaren Appell an die IG Metall zu richten: Sie fordern einen moderaten Tarifabschluss. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betonte: „Gemeinsames Ziel muss es sein, die wohlstandsvernichtende Deindustrialisierung zu stoppen und den Grundstein für eine nachhaltige und dauerhafte Reindustrialisierung zu legen.“ (Quelle: dpa) (res)