Stand: 24.07.2026, 17:36 Uhr
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Das Netzwerk Hammerschmiede kritisiert die Entwicklung auf dem Henschelareal in Kassel. Der Verein bot an, als Hauptmieter die Verwaltung der Einzelmietverträgen zu übernehmen.
Rothenditmold – Mit Verwunderung nimmt das Netzwerk Hammerschmiede als Vertretung der Kulturschaffenden auf dem Henschelareal die Aussagen von Projektentwickler Markus Vogel im HNA-Interview vom 20. Juli 2026 zur Kenntnis. Während öffentlich betont wird, Kunst, Kultur und Handwerk seien ein wichtiger Bestandteil des zukünftigen Henschelareals, sprechen die tatsächlichen Entwicklungen eine andere Sprache, heißt es in einer Pressemitteilung des Netzwerks.
Die Mitglieder des Netzwerkes kritisieren die „drastischen Mieterhöhungen“ als Bedrohung für die Kulturszene auf dem Henschelareal. Zudem kritisieren sie den aktuellen Zustand der Räume. Die Mietsteigerungen würden dafür sorgen, dass Räume nicht weiter gemietet werden können. Die Mitglieder sehen das angesichts dessen, dass in Kassel alternative Räume fehlen, als Problem.
Im Interview argumentiere Markus Vogel, künftig könne man keine 60 Einzelmietverträge mehr verwalten. Dieses Argument wirkt für die Mitglieder des Netzwerks vorgeschoben. Der Eigentümer habe dieses Modell aus ihrer Sicht selbst gewählt und mit den ausgesprochenen Änderungskündigungen sowie den angebotenen Neuverträgen gerade erst bekräftigt.
Auf den Wunsch des Eigentümers, künftig einen Hauptmieter als Ansprechpartner zu haben, habe das Netzwerk Hammerschmiede erklärt, diese Aufgabe einschließlich der Verwaltung und Betreuung eines künftig für die Kulturschaffenden ertüchtigten Gebäudes übernehmen zu wollen. Die Kulturkonzeption der Stadt Kassel formuliert das Ziel, kulturelle Produktionsorte langfristig zu erhalten und bezahlbare Ateliers, Werkstätten und Proberäume zu sichern. Genau daran müsse sich die Entwicklung des Henschel-Areals messen lassen, so die Mitglieder.
Der Verein Netzwerk Hammerschmiede unterstütze die Entwicklung des Henschelareals zu einem lebendigen und offenen Stadtquartier. Doch dieses Ziel werde aus Sicht des Vereins nur erreicht, wenn die Menschen, die das Gelände über Jahrzehnte geprägt haben, auch künftig dort arbeiten können. „Wer diese Strukturen durch wirtschaftlichen Druck zerstöre, gefährde die kulturelle Identität des gesamten Areals und schadet dem Stadtteil“, so die Meinung der Mieter. Man fordere deshalb Eigentümer und Stadt Kassel auf, endlich verbindliche Zusagen zum dauerhaften Erhalt bezahlbarer Kulturflächen zu machen.