Migros-Revolution? Regionalgenossenschaften könnten zu einer einzigen fusioniert werden

Aktualisiert20. September 2026, 09:26

RegionalgenossenschaftenMigros prüft historischen Bruch mit Duttweilers Erbe

Die Migros könnte vor einem historischen Umbau stehen: Zur Debatte steht, die zehn Regionalgenossenschaften zusammenzulegen – womöglich sogar zu einer einzigen.

Jonas Bucher

Darum gehts

  • Die Migros prüft eine grundlegende Strukturreform: Die zehn Regionalgenossenschaften könnten auf drei oder sogar eine einzige zusammengelegt werden.
  • Migros-Chef Mario Irminger soll laut «NZZ am Sonntag» die Variante mit nur einer Genossenschaft für die ganze Schweiz bevorzugen.
  • Rund 2,3 Millionen Genossenschafter müssten bei einer Fusion wohl abstimmen – nötig wäre eine Zweidrittelmehrheit.

Die Migros prüft offenbar einen grundlegenden Umbau. Die zehn Regionalgenossenschaften könnten zusammengelegt oder sogar durch eine einzige Genossenschaft ersetzt werden, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Entschieden sei noch nichts.

Die heutige Struktur geht auf Gründer Gottlieb Duttweiler zurück: Er hatte 1941 bewusst starke Regionen und eine schwächere Zentrale geschaffen. Inzwischen führt das Modell jedoch zu Doppelspurigkeiten und langen Entscheidungswegen.

Nur noch drei Genossenschaften?

Laut der «NZZ am Sonntag» werden derzeit verschiedene Varianten geprüft. Denkbar sei eine Reduktion von zehn auf drei Genossenschaften für die West-, Zentral- und Ostschweiz. Auch eine einzige Genossenschaft für die ganze Schweiz werde geprüft. Migros-Chef Mario Irminger soll diese Lösung bevorzugen. Eine Einigung sei laut einer Quelle nicht mehr weit entfernt.

Die Migros hat die Arbeiten auf Anfrage nicht bestritten und auf ihre Strategie «Vision 2035» verwiesen. Diese sieht mehr Effizienz und eine einfachere Organisation vor, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Einen Entscheid gibt es derzeit aber nicht.

Millionen Genossenschafter könnten mitreden

Eine Neuorganisation wäre kompliziert. Für die Abschaffung oder Fusion einer Genossenschaft ist grundsätzlich eine Urabstimmung nötig. Dafür braucht es eine Zweidrittelmehrheit. Damit könnten die rund 2,3 Millionen Migros-Genossenschafter mitentscheiden.

Nach Informationen der «NZZ am Sonntag» wird deshalb auch geprüft, ob sich die Reform ohne Urabstimmung umsetzen liesse. Ein solcher Schritt wäre allerdings heikel.

Welche Migros-Struktur fändest du am übersichtlichsten?

Eine Genossenschaft für die ganze Schweiz.

Drei Genossenschaften für West-, Zentral- und Ostschweiz.

Die heutige regionale Aufteilung sollte bleiben.

Ich finde, die Migros sollte ganz anders organisiert werden.

Ich kann das nicht beurteilen.

Grösserer Stellenabbau könnte folgen

Eine Zusammenlegung könnte zudem Folgen für die Beschäftigten haben. Würden bisher mehrfach vorhandene Strukturen abgebaut, könnte es zu einem grösseren Stellenabbau kommen.

Für die Migros wäre der Umbau historisch: Die regionalen Genossenschaften gehören seit mehr als 80 Jahren zum Kern des Unternehmens.

Jonas Bucher

Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.

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