Mimco Capital will sich von Objekt trennen: Hallplatz-Galerie ist für 12 Millionen zu haben

Mimco Capital will sich von Objekt trennen Hallplatz-Galerie ist für 12 Millionen zu haben

Zweibrücken · Der aktuelle Eigentümer Mimco Capital möchte sich von der Hallplatz-Galerie trennen. Kaufpreis: fast exakt 12 Millionen Euro. Es handele sich um eine „erfolgreiche Galerie“ in einer Altstadt mit viel Aufenthaltsqualität.

16.10.2026 , 00:54 Uhr

„Erfolgreiche Galerie als Investmentgelegenheit“: Auf Immo Scout24 steht die Hallplatz-Galerie für knapp zwölf Millionen Euro zum Verkauf.

Foto: PM-Screenshot von Immo Scout24

Die Hallplatz-Galerie in Zweibrücken soll erneut den Eigentümer wechseln. 34 Jahre alt ist diese Einkaufsadresse – in ihrer wechselvollen Geschichte gab es wiederholte Eigentümerwechsel.

Aktuell gehört sie dem Unternehmen Mimco Capital, einer Investmentgesellschaft aus Luxemburg. Diese möchte sich nun von der Adresse in der Rosenstadt trennen. Und bietet sie auf dem Portal „Immo Scout 24“ feil.

Als Verkaufspreis werden für die Hallplatz-Galerie 11,99 Millionen Euro aufgerufen. Knapp unter zwölf Millionen Euro also. Eine Summe, die eher für Fonds und größere Investmentadressen zu stemmen sein dürfte.

Der Käufer erhalte eine „erfolgreiche Galerie als Investmentgelegenheit“, heißt es in der Anzeige auf Immo Scout 24. Die Gesamtfläche des Objekts betrage 10.831 Quadratmeter – exakt diese Fläche sei auch vermietbar. Als Wohnfläche werden zudem 481 Quadratmeter angegeben.

Der Zustand des Gebäudes sei „gepflegt“, verspricht die Anzeige, die „Qualität der Ausstattung“ wird als „normal“ bezeichnet. Zu den aktuellen Mietern wird erklärt: „Ankermieter der Hallplatz-Galerie sind C&A und der CAP Lebensmittelmarkt, welcher auch eine soziale Funktion erfüllt, da die Grundversorgung für ältere Menschen in der direkten Umgebung gewährleistet wird und Menschen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen Karrierechancen geboten werden.“

Gebauchpinselt dürfen sich alle Zweibrücker fühlen, wenn sie lesen, wie möglichen Interessenten Zweibrücken schmackhaft gemacht wird.

„Die Altstadt von Zweibrücken bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wie den Rosengarten, das Schloss Zweibrücken und das Lustschloss Tschifflik. Hauptbahnhof und Buslinien sind in wenigen Minuten erreichbar. Der bekannte Hallplatz mit seinen Skulpturen und dem Rathaus ist ein beliebter Treffpunkt, ebenso wie die Schwarzbachtreppe am gleichnamigen Fluss. Die Altstadt eignet sich bestens für Shopping und Stadtbesichtigungen.“

Und auch die Stadt Zweibrücken an für sich wird erfreulich positiv auf der Anzeige auf Immo Scout 24 beschrieben: „Zweibrücken, im Südwesten von Rheinland-Pfalz nahe der französischen Grenze gelegen, trägt den Spitznamen ,Rosenstadt‘ dank seines Rosengartens, einer der größten in Deutschland. Die gute Verkehrsanbindung und Infrastruktur machen die Stadt attraktiv für Gewerbe und Industrie. Top-Arbeitgeber wie John Deere und Kubota haben sich hier angesiedelt. Das Technologiezentrum MIP fördert Existenzgründungen und Innovationen, während die Hochschule Zweibrücken diverse Studiengänge anbietet.“

Die Zweibrücker wissen: Die Hallplatz-Galerie blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Bereits als sie 1992 eröffnet wurde, diskutierten viele Bürger darüber, ob der Stadt hier wirklich ein ausreichend großer Wurf gelungen sei, um mit anderen Einkaufsgalerien im Wettbewerb bestehen zu können. Etwa mit dem rund drei Jahre zuvor eröffneten Saarpark-Center in Neunkirchen; dieses war damals wohl die Einkaufsattraktion schlechthin in der Region und wurde auch von vielen Zweibrückern überaus gerne angesteuert, liegt das Saarpark-Center doch nur rund 20 Kilometer entfernt. Zum Vergleich: Das Saarpark-Center weist eine gut drei mal so große Verkaufsfläche auf und beherbergt zirka 130 Geschäfte.

In der Hallplatz-Galerie wurde damals noch nicht einmal ein neuer Ankermieter gewonnen. Das damals erfolgreiche Modehaus Sinn zog lediglich von seinem Standort an der Fruchtmarktstraße an den Hallplatz um (dafür entstand dann am Ex-Standort ein Dauer-Leerstand, den die Bürger heute noch „Sinne-Eck“ nennen; einen Teil der früheren Sinn-Fläche in der Hallplatz-Galerie bespielt heute C&A).

Die Vermietungspolitik für die Hallplatz-Galerie war also bereits 1992 hinterfragungswürdig. Sie ist es bis heute geblieben, wie regelmäßige Klagen von Mietern, besonders prägnant geäußert vom Cap-Markt als einem der beiden Ankermieter, belegen. Der Lebensmittelmarkt hat sich in den vergangenen Jahren im Merkur immer wieder unzufrieden gezeigt sowohl mit dem Zustand wie auch mit der Vermietungspolitik – es fehle an attraktiven Läden.

Eine Auflistung der Namen derer, die in der Vergangenheit entweder als Eigentümer oder Verwalter für die Hallplatz-Galerie verantwortlich zeichneten, mutet dem laienhaften Beobachter ein wenig wie eine Sprache aus einer fernen Galaxie an. In unserem Archiv finden sich hierzu (ohne Gewähr auf Vollständigkeit) folgende Namen: Faßbender Beteiligungsgesellschaft Düsseldorf, EPM Assetis GmbH, Puma Brandenburg, Euro Property Management, KA Immo Management GmbH, Deutsche Immobilien Management GmbH, Vista Venture, KA Immo Management, Mercureim EF One SICAV Fiar Fonds und zuletzt Mimco Capital/Jurag. Nun wird womöglich schon bald ein neuer Name hinzukommen.

Mimco Capital als aktueller Eigentümer der Hallplatz-Galerie erklärte am Donnerstagmittag auf unsere Anfrage hin, man wolle auf jeden Fall noch tagesaktuell eine Stellungnahme zu dem geplanten Verkauf abgeben; bis zum Abend, kurz vor Redaktionsschluss, ging eine solche Stellungnahme bei unserer Zeitung allerdings nicht ein.