Stand: 03.10.2026, 15:06 Uhr
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Die Neue Philharmonie München füllte die Loisachhalle mit Freischütz, Tripelkonzert und der Fünften. Beim Beethoven-Tripelkonzert fehlte dem Orchester die Akzentuierung.
Wolfratshausen – Kunst ist immer das, was der Rezipient daraus macht. So hatte etwa der Sitznachbar Assoziationen an Johann Strauß, was völlig okay ist. Muss aber nicht, zumal sich die Neue Philharmonie München (NPhM) unter der Leitung von Dirigent Fuad Ibrahimov beim Herbstkonzert in der ausverkauften Loisachhalle an dem populären Schwergewicht „Freischütz-Ouvertüre“ (Carl Maria Weber) und jede Menge Beethoven (Triplekonzert Opus 56 und Symphonie Nr. 5) abarbeitete. Ein Abend also konseqent in der Tonart C und vergleichsweise erwartbar.
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Immerhin: Orchester, aber kein Graben – eine wohltuende Distanzlosigkeit, das 50-köpfige Ensemble somit zum Greifen nah, nur eine Armlänge von der ersten Zuschauerreihe entfernt. Der Höhepunkt gleich zum Anfang, die recht populäre Freischütz-Ouvertüre mit ihrem raffinierten Vierviertel- und Zweizweitel-Taktwechsel. Frisch, nuanciert, ein charmanter Kraftakt im dräuenden wie strahlenden C‑Dur mit hübschem Moll-Wechsel.
Mit Liebe und Elan: Neue Philharmonie München spielt Beethoven in der Loisachhalle
Mit dem anschließenden Ludwig van Beethoven ging Ibrahimov auf Nummer sicher. Einerseits. Denn Ludwig van ist auch immer ein mit viel Ehrfurcht Bedachter, also quasi unangreifbar. Sein Tripelkonzert mit Sophia Herbig (Violine), Katja Deutsch (Violoncello) und Henriette Zahn (Klavier) als Solistinnen, wird von Klassikfreunden ja nicht bedingungslos geliebt. Es firmierte lange als musikalischer Außenseiter, ein zweitklassiger Beethoven gar – wenn es denn so etwas gibt. Dabei sind gerade die Cello- und Violin-Passagen mit technischen Schwierigkeiten gespickt, die Klavierparts hingegen eher moderatgehalten. Das Werk ist bis heute Herausforderung und Provokation, weil es eben technikbetont ist. Da ändert auch das volksliedhafte Rondo-Finale nichts. Hier den Spannungsbogen zu halten, ist alles andere als leicht. Der NPhM gelang das nicht durchweg, ein wenig mehr Akzentuierung wäre schön gewesen, könnte man herumkritteln.
Herumzukritteln an Beethovens megapopulärer Symphonie Nr. 5 gibt es selbstverständlich nichts: Nach der Pause erfolgte sozusagen die Versöhnung, vom Orchester mit Liebe und Elan zum Besten gegeben; es schien, als wollte es sich selbst noch etwas Gutes tun. Schlussakkord mit großem Wumms.
Fazit: Ein Abend mit wenig Überraschungen. Und ob der Sitznachbar, der passagenweise seine Augen geschlossen hatte, konzentriert zuhörte oder einfach nur müde war, ließ sich abschließend nicht mehr eindeutig klären.